Österreich
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ABD0026_20191001 - WIEN - ÖSTERREICH: Der frühere FPÖ-Parteichef Heinz Christian Strache im Rahmen  einer Pressekonferenz

Heinz-Christian Strache verkündete am Dienstag seinen Rückzug aus der Politik. Bild: APA/APA

«Stelle jede politische Aktivität ein»: Strache lässt FPÖ-Mitgliedschaft ruhen



Der frühere österreichische Vizekanzler Heinz-Christian Strache hat zwei Tage nach dem Wahldebakel der FPÖ in Österreich seine politische Karriere beendet. Zudem lässt er seine Mitgliedschaft bei den Rechtspopulisten ruhen.

Er strebe unter anderem zum Schutz seiner Familie keine politischen Funktionen mehr an, sagte der 50-Jährige am Dienstag in Wien. Auch wolle er jeden weiteren Schaden von der FPÖ abwenden und «eine Zerreisprobe und Spaltung» der Partei verhindern. Es sei wichtig, dass die FPÖ ein bedeutender Faktor in der österreichischen Politik bleibe.

Ibiza-Video als Auslöser

Strache war seit Sonntag teils sehr deutlich eine grosse Mitschuld am desaströsen Wahlergebnis der Rechtspopulisten gegeben worden. Mit dem Ibiza-Video und zuletzt einer Spesenaffäre hatte er seine Partei in grösste Schwierigkeiten gebracht.

Die Veröffentlichung des Ibiza-Videos mit Strache in der Hauptrolle hatte im Mai den Bruch der ÖVP-FPÖ-Koalition herbeigeführt, eine Woche vor der Wahl geriet die Partei zudem in eine Spesenaffäre. Die Staatsanwaltschaft Wien ermittelt gegen Strache, weil er möglicherweise Spesen falsch abgerechnet und sich so Parteigelder in die eigene Tasche gesteckt hat. Strache bestreitet die Vorwürfe gegen ihn bisher vehement.

Partei berät noch

Für den Fall eines nachgewiesenen Fehlverhaltens in der Spesenaffäre kündigte Parteichef Norbert Hofer Straches Parteiausschluss an. Ex-Verteidigungsminister Mario Kunsaek und FPÖ-Mitglied sagte am Montag: «Wenn das stimmt, sehe ich keine andere Möglichkeit. So leid es mir tut.» Auch weitere FPÖ-Politiker erklärten, dass Strache ihrer Ansicht nach keinen Platz mehr in der Partei habe.

Das Ibiza-Video und die Spesenaffäre dürften viele Wähler davon abgehalten haben, ihr Kreuz bei der FPÖ zu machen. Die Rechtspopulisten sind am Sonntag auf 16,2 Prozent der Stimmen abgestürzt - ein Minus von fast 10 Prozentpunkten im Vergleich zur Wahl 2017. Die FPÖ-Spitzen deuteten am Wahlabend an, dass sie die Partei künftig auf der Oppositionsbank sehen.

Kritik von enttäuschten Wählern

Zahlreiche vom FPÖ-Ergebnis enttäuschte Wähler kritisierten Strache am Sonntag und Montag auf dessen Facebook-Seite und sahen in ihm den Schuldigen für das Wahldesaster. «Lieber heinz, schuld an der misere hast du und der gudenus» schrieb dort ein User. Ein anderer versuchte es mit Sarkasmus: «Super, Herr Strache - das heute war Ihr Verdienst. Gut gemacht, wirklich.»

Auslöser für die vorzeitige Wahl in Österreich war das von «Spiegel» und «Süddeutscher Zeitung» veröffentliche Ibiza-Video von 2017, das Strache anfällig für Korruption erscheinen lässt. Es hatte eine Kettenreaktion zur Folge: Nach dem Rücktritt Straches von allen Ämtern kündigte Kurz auch die ÖVP-FPÖ-Koalition auf. Wenige Tage später folgte ein Misstrauensvotum, mit dem Kurz als Kanzler vom Nationalrat gestürzt wurde. Seitdem regiert ein Expertenkabinett unter Kanzlerin Brigitte Bierlein das Land. (cma/sda/dpa)

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32Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • rodolofo 01.10.2019 13:09
    Highlight Highlight Wer's glaubt, wird selig!
    Abgründig-lustige Vorstellung, Strache wieder als lokal verankerten Berufsnörgler und Quälgeist zu sehen, der in seinem Quartier für "Recht und Ordnung" sorgt, indem er ausländische Falschparkierer auf seinen stündlichen Kontrollgängen ertappt und sogleich anzeigt...
    Einer, der lokal denkt und lokal handelt!
    • SörgeliVomChristophNörgeli 01.10.2019 17:17
      Highlight Highlight Wovon schreibst du? Quellen?
    • rodolofo 02.10.2019 06:37
      Highlight Highlight Die Quelle sprudelt munter und heisst FANTASIE!
      Aber mit der Fantasie ist es wie mit dem Fanta:
      Da ist auch viel schädlicher Zucker mit drin!
  • P. Silie 01.10.2019 11:30
    Highlight Highlight Der Weg scheint jetzt frei zu sein für eine Koalition mit der FPÖ und den Neos.

    Auch WENN!! dem linken ZDF so überhaupt nicht in den Kram passen sollte! Ich habe selten eine solche bodenlose Frechheit von einem 'Interview' gesehen! https://www.zdf.de/nachrichten/heute-journal/sebastian-kurz-oevp-im-interview-100.html
    • FrancoL 01.10.2019 11:43
      Highlight Highlight Ok einmal FOX schauen . . . . . .
    • FrancoL 01.10.2019 11:46
      Highlight Highlight Interessant, dass man der Meinung sein kann, dass der Strache ein Einzelfall ist und gar keine Helfer hatte, also schön alleine die Karriereleiter aufgestiegen ist und alle die ihn gestützt haben sein Gedankengut GAR NICHT teilen.

      So einfach kann man es sich machen P. Silie?
      Ich danke dass ein solches Verhalten kaum besser ist als das Interview des ZDF.
    • Kari Baldi #WirallesindCorona 01.10.2019 11:54
      Highlight Highlight Gerade Österreich mit seiner braunen Vergangenheit braucht kein Rassisten in der Regierung!
    Weitere Antworten anzeigen
  • Gipfeligeist 01.10.2019 11:29
    Highlight Highlight Solch ein Rückzug wäre nach dem Ibiza Video unvermeindbar gewesen, sein Ego wollte es jedoch nicht wahrhaben. Jetzt geht er in Schande, selbstverschuldet.

    Jedoch hat er uns das wahre Gesicht der FPÖ gezeigt, dafür darf man ihm ruhig danken...
    • FrancoL 01.10.2019 11:54
      Highlight Highlight Da scheinen aber viel zu versuchen das schäbige Gesicht nur dem Strache anzuhängen.
      Da waschen sich viele FPöler und auch Kreise der öVP die Hände in Unschuld zu waschen und den Strache in die Pfanne zu hauen.
      Strache scheint also so ein Einzelkämpfer zu sein, der es im Alleingang ohne Hilfe und Freunde zum Vize-Kanzler gebracht hat.
      Wer das glaubet ist wohl mit Blindheit beschlagen.
      Strache ist ein Teil der FPÖ und nicht ein unwichtiger, sein Gedankengut lebt in der FPÖ.
  • Herr Ole 01.10.2019 11:29
    Highlight Highlight Konzentriert er sich jetzt auf seine Rap-Karriere?
    Play Icon
  • Lowend 01.10.2019 11:15
    Highlight Highlight Wie sagte es der leider abgewählte Peter Pilz so schön:

    «Bei den Rechtspopulisten führt der Weg von der Regierungsbank meist direkt auf die Anklagebank.»

    Dieser Grundsatz gilt interessanterweise nicht nur in Österreich.
  • FrancoL 01.10.2019 11:14
    Highlight Highlight Da machen es sich die FPÖ Anhänger und die FPÖ-Pilitiker aber sehr einfach. Strache hat die Schuld am Debakel, aber ist der der einzige der sich offensichtlich in der FPÖ einen Dreck um die Rechtsstaatlichkeit schert? Ist der der einzige der dieses Gedankengut in sich trägt? Hat er alleine den Aufstieg in der FPÖ bewerkstelligt und hatte keine Gleichgesinnten an seiner Seite?
    Ich wage dies zu bezweifeln.
    Wer so weit aufsteigt der hat eine Entourage, die ähnlich tickt, sonst würde man in auch nicht stützen.
    Da scheinen sich viele im Schatten des Strache reinwaschen zu wollen. Armselige.
  • Kari Baldi #WirallesindCorona 01.10.2019 11:11
    Highlight Highlight Die Ehrlichkeit hat gesiegt.
    Benutzer Bild
    • rodolofo 01.10.2019 13:16
      Highlight Highlight WIR LINKEN sind immer noch die richtigen Alternativen!
      Wir lassen uns von denen doch nicht die Revolution klauen!
      (Wo kämen wir denn da hin?
      Auf noch direkterem Weg in die Hölle.)
  • Kari Baldi #WirallesindCorona 01.10.2019 11:08
    Highlight Highlight Welcome to Ibiza ;-)).
    • PeterSilie 01.10.2019 12:04
      Highlight Highlight Und jetzt alle!!
      Play Icon
  • ChlyklassSFI 01.10.2019 10:58
    Highlight Highlight Besten Dank!

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