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Bevölkerung in Ost-Ghuta hat laut Uno kaum noch Lebensmittel

23.02.2018, 09:08

Die rund 400'000 Menschen, die im umkämpften syrischen Rebellengebiet Ost-Ghuta eingeschlossen sind, kommen laut Angaben der Uno ohne Feuerpause nicht zu Lebensmitteln. Der Uno-Sicherheitsrat berät am Freitag in New York über eine 30-tägige Waffenruhe.

Solange weiter gekämpft werde, sei die Lieferung von Hilfsleistungen zu gefährlich, sagte Jakob Kern vom Welternährungsprogramm (WFP) der Uno am Freitag im Deutschlandfunk. Die Menschen könnten derzeit nicht sicher aus ihren Kellern kommen, um sich Lebensmittel abzuholen. «Die Hilfsgüter stehen bereit, aber wir brauchen eine Feuerpause.»

Zuletzt sei ein WFP-Team vor einer Woche in dem umkämpften Gebiet gewesen und habe dort rund 7000 Menschen mit Nahrungsmitteln versorgen können. «Das ist natürlich nur ein Tropfen auf den heissen Stein», sagte Kern. «Die Eltern verzichten auf ihre Mahlzeiten, um den Kindern etwas zu geben.»

Es fehlt an Medikamenten und Brot

Den Menschen mangele es vor allem an Grundnahrungsmitteln und Medikamenten. «Die letzten zwei Bäckereien wurden zerstört. Sie hatten Brot für alle diese 400'000 Leute gebacken», sagte Kern.

Auch die medizinische Versorgung ist sehr kritisch. Eine Erkältung, die in eine Entzündung übergehe, werde lebensbedrohlich, weil keine Antibiotika verfügbar seien, umschreibt Kern die kritische Lage bei den Medikamenten.

Ost-Ghuta erlebt derzeit eine der schlimmsten Angriffswellen seit Beginn des Bürgerkriegs vor sieben Jahren. Gemäss Beobachtern wurden seit Sonntag Hunderte von Zivilpersonen getötet und über 2100 verletzt.

Das WFP-Team von Kern ist gemäss seinen Angaben zuletzt auf zahlreiche unterernährte und ausgemergelte Menschen getroffen. Lebensmittel seien in Ost-Ghuta zwar noch erhältlich, aber nur zu sehr hohen Preisen. Die Leute könnten nur noch das essen, «was in der Gegend noch wächst. Etwas Gemüse und Früchte wachsen schon noch, aber die Grundnahrungsmittel fehlen.»

Entscheid über Waffenruhe

Der Sicherheitsrat der Uno will am Freitag ab 17 Uhr MEZ über eine Resolution für eine 30-tägige Waffenruhe in Syrien beraten und abstimmen. Damit sollen dringend benötigte Hilfslieferungen für die Bevölkerung in umkämpften Gebieten in dem Bürgerkriegsland ermöglicht werden, wie die kuwaitische Ratspräsidentschaft mitteilte.

Der Resolutionsentwurf wurde von Schweden und Kuwait eingebracht. Unklar war, wie die Uno-Vetomacht Russland abstimmen wird. Sie unterstützt in dem Bürgerkrieg den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad. Russland hatte zuvor Änderungen an dem Entwurf gefordert. (sda/dpa/reu)

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