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Mann sprengt sich vor US-Botschaft in Montenegro in die Luft

22.02.2018, 09:16

Auf die US-Botschaft im Adriastaat Montenegro ist ein Anschlag verübt worden. Ein Mann warf kurz nach Mitternacht einen Sprengkörper auf das Botschaftsgebäude in der Hauptstadt Podgorica und brachte sich dann mit einem zweiten Sprengsatz selbst um.

Dies teilte die montenegrinische Regierung im Kurzbotschaftendienst Twitter mit. Die Polizei habe Ermittlungen eingeleitet, die Identität des Mannes sei noch unklar. Eine mögliche Spur gebe es noch nicht.

Beim Sprengsatz, der auf das Gebäude geworfen wurde, habe es sich «sehr wahrscheinlich» um eine Handgranate gehandelt, teilte die Regierung weiter mit. Der Unbekannte habe sie von einer Kreuzung vor der Botschaft aus geworfen.

Ein Wachmann eines nahegelegenen Sportzentrums sagte der Nachrichtenagentur AFP, er habe zwei aufeinander folgende Explosionen gehört. Die Polizei sei sehr schnell vor Ort gewesen und habe «den Körper eines Mannes weggetragen».

Die US-Botschaft empfahl ohne weitere Einzelheiten, die Nähe zu dem attackierten Gebäude zu meiden. Die Botschaft sei aber nicht beschädigt worden, hiess es.

Ein Sprecher des US-Aussenministeriums bestätigte «einen Angriff auf das US-Botschaftsgelände». Die Botschaftsmitarbeiter arbeiteten eng mit der Polizei zusammen, um die Identität des oder der Angreifer zu klären.

Zwischen den Fronten

Montenegro steht seit langem zwischen den politischen Fronten. Im letzten Sommer wurde das Land in die Nato aufgenommen, obwohl es traditionell sehr enge Beziehungen zu Russland hat.

Im Umfeld dieses Beitritts hatte US-Vizepräsident Mike Pence das Land mit nur 620'000 Einwohnern besucht und alle Staaten der Region gedrängt, ihre Beziehungen zu Russland zu lösen, um sich dem Westen zuzuwenden.

Bei der letzten Parlamentswahl im Oktober 2016 hatte es zudem einen gescheiterten Putschversuch gegeben. In dem laufenden Gerichtsverfahren behauptet die Staatsanwaltschaft, Russland und der Nachbar Serbien als sein ebenfalls enger Verbündeter seien darin verwickelt gewesen. Moskau bestreitet jede Beteiligung als absurd. (sda/afp/dpa)

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