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Todesfall: Schriftgestalter Adrian Frutiger 87-jährig gestorben



Der international renommierte Schweizer Schriftgestalter Adrian Frutiger ist im Alter von 87 Jahren gestorben. Er verstarb in Bremgarten bei Bern, wo er viele Jahre lang lebte, zuletzt im lokalen Alters- und Pflegeheim.

Der Gemeindepräsident von Bremgarten bei Bern, Andreas Kaufmann, bestätigte dies am Samstagabend gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Frutiger gilt als einer der bedeutendsten Schriftgestalter des 20. Jahrhunderts. Er wurde 1928 in Unterseen im Berner Oberland geboren. 1962 gründete er in der Nähe von Paris ein Grafikatelier.

Seine zwei bekanntesten Schriften sind neben der weltweit verbreiteten «Frutiger» die «Univers» und «Roissy». Letztere ist eine frühe Form der «Frutiger», mit der seit 2003 die Verkehrsschilder in der Schweiz beschriftet werden. Frutiger gestaltete zahlreiche weitere Schriften, darunter etwa die «Centennial» oder die «Serifa».

Frutiger sei schon länger «sehr krank» gewesen, sagte am Samstagabend Rona Sommer, die Sprecherin des deutschen Verlagshauses Römerweg, auf Anfrage. Der dort angesiedelte Marixverlag hatte unter anderem Frutigers Buch «Der Mensch und seine Zeichen» herausgegeben. Dieses sei inzwischen Standardwerk für alle, die sich mit dem Phänomen der Zeichen und Symbole der Schriftenentwicklung auseinandersetzen möchten, schreibt der Verlag.

Ein weiteres Buchprojekt mit dem Titel «Der Schriften-Atlas» sei «in Planung gewesen», sagte Sommer weiter. Dieses komme jetzt leider nicht mehr zustande. Auf Rücksicht auf die Angehörigen wollte sie den Todesfall nur indirekt bestätigen.

Von Interlaken nach Paris

Mit dem Band «Ein Leben für die Schrift - von Interlaken nach Paris» hatte Frutiger 2003 eine Autobiografie vorgelegt. Sie zeichnet Frutigers Weg vom Schriftsetzer in Interlaken hin zu einem der angesehensten Experten der Schriftgestaltung.

Nach seiner Lehre in der Interlakner Buch und Kunstdruckerei Otto Schlaefli (heute Verlag Schlaefli & Maurer AG) besuchte Frutiger die Kunstgewerbeschule Zürich. 1952 ging er nach Paris, wo er in der Schriftgiesserei Deberny & Peignot bei der Einwicklung des ersten Fotosatzgerätes mithalf.

In den 1950-er Jahren kreierte Frutiger die Schriftfamilie Univers und passte sie später für die Verwendung in elektronischen Satzverfahren an. Weitere Schriften wie die Frutiger folgten. Nach seiner Rückkehr in die Schweiz wohnte und arbeitete Frutiger in Bremgarten bei Bern.

Für sein Schaffen wurde er mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. (sda)

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