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Schnee erschwert Ermittlungen zu Flugzeugunglück nahe Moskau



Heftiger Schneefall hat am Montag die Untersuchungen zum Flugzeugabsturz mit 71 Toten - darunter einem Schweizer - nahe Moskau behindert. Die Bergungsarbeiten sollen laut Behördenangaben dennoch in den kommenden sieben Tagen weitgehend abgeschlossen sein.

Rund 900 Einsatzkräfte waren am Montag am Absturzort, der nur zu Fuss oder per Schneemobil erreichbar war. Teilweise mussten sie sich durch hüfthohen Schnee kämpfen. Die Trümmerteile waren im Umkreis von 30 Hektar verteilt.

Video-Drohnen wurden eingesetzt, um die Suche mit Aufnahmen der Absturzstelle zu unterstützen. Bislang fand man rund 400 Leichenteile auf einer Fläche von 12 Hektar Land.

Kurz nach Start abgestürzt

Die Passagiermaschine der Fluggesellschaft Saratow war am Sonntag kurz nach dem Start vom Moskauer Flughafen Domodedowo auf dem Weg in die Uralstadt Orsk vom Radar verschwunden. Augenzeugen zufolge war sie in der Luft in Flammen aufgegangen.

Die Antonow An-148 stürzte schliesslich im Bezirk Ramenski unweit des Orts Stepanowskoje ab, rund 70 Kilometer südöstlich von Moskau. Der Aufprall muss heftig gewesen sein. Das Staatsfernsehen zeigte wackelige Bilder von kleinen und grossen Trümmerteilen. Sie lagen über weite Strecken im tiefen Schnee auf einer Ebene verteilt.

Alle 71 Insassen, 65 Passagiere und sechs Besatzungsmitglieder, kamen ums Leben. Die Umgebung sei unbewohnt, hiess es.

EDA bestätigt ein Schweizer Opfer

Unter den Opfern waren laut dem Katastrophenschutzministerium auch zwei Ausländer. Bei diesen handle es sich um einen Schweizer und einen Mann aus Aserbaidschan. Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) bestätigte am Montag die Angaben des Ministeriums.

Die Schweizer Vertretung in Moskau stehe diesbezüglich in Kontakt mit den lokalen Behörden, schrieb das EDA am Montag. Man sei mit den Angehörigen des Opfers in Kontakt getreten. Bundesrat Ignazio Cassis spreche allen betroffenen Familien, darunter derjenigen des Schweizer Opfers, sein Beileid aus und wünsche ihnen viel Kraft in dieser schweren Zeit.

Der Schweizer war auf dem Weg nach Orsk, um an der Einweihung einer neuen Anlage der örtlichen Raffinerie teilzunehmen, wie die Nachrichtenagentur Interfax berichtete. Die meisten anderen Passagiere stammten aus dem Bezirk Orenburg, in dem Orsk liegt. Orenburg setzte am Montag einen Trauertag an.

Ursache weiter unklar

Die Unfallursache war derweil weiter unklar. Das russische Ermittlungskomitee nannte menschliches Versagen, schlechtes Wetter, einen technischen Defekt oder eine Missachtung der Sicherheitsbestimmungen als mögliche Unglücksursachen. Die Möglichkeit eines Terroranschlags erwähnte es nicht.

Die Einsatzkräfte fanden nahe der Absturzstelle zwei Flugschreiber. Einer habe zwar leichte Schäden, teilte der Zivilschutz des Moskauer Gebietes am Montag mit. Die Ermittler könnten die Daten aber auswerten, hiess es der Agentur Interfax zufolge.

Russland verzeichnete zuvor tagelange Rekordschneefälle. Zum Unglückszeitpunkt soll schlechte Sicht geherrscht haben.

Kürzlicher Check

Das acht Jahre alte Flugzeug des Typs An-148 unterlief nach Angaben der Airline erst im Januar einen sogenannten C-Check. Bei dem werden Triebwerke und Struktur der Maschine in einem langwierigen, etwa zweiwöchigen Verfahren besonders genau überprüft.

Auch bei einer Überprüfung kurz vor dem Start seien keine Unregelmässigkeiten festgestellt worden. Die Airline gab dennoch am Montag bekannt, die Maschinen des Typs vorerst nicht einzusetzen.

Bei der An-148 des ukrainischen Herstellers Antonow handelt es sich um ein zweimotoriges Kurzstreckenflugzeug mit einer Kapazität von bis zu 85 Passagieren. (sda/dpa/afp)

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