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Zugunglück: Mindestens acht Tote bei frontaler Kollision zweier Züge in Bayern



Bei einem schweren Zugunglück in Oberbayern sind am Dienstagmorgen mindestens acht Menschen ums Leben gekommen. Die Zahl der Todesopfer könne sich aber noch erhöhen, sagte ein Polizeisprecher in Bad Aibling. Nach ersten Erkenntnissen wurden rund 90 Fahrgäste verletzt.

Unter ihnen waren rund 40 Schwer- und 15 Schwerstverletzte. Die zwei Lokführer zählten zunächst nicht zu den Todesopfern, sagte der Sprecher. Es sei aber «nach menschlichem Ermessen» nicht vorstellbar, dass sie den Zusammenprall zweier Nahverkehrszüge in der Nähe von Bad Aibling im Landkreis Rosenheim überlebt hätten.

Informationen über Schweizer Opfer lagen zunächst nicht vor. Abklärungen dazu seien im Gang, sagte ein Sprecher des Eidg. Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) am Dienstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Die Schweizer Vertretung in München stehe in Kontakt mit den lokalen Behörden.

Gegen 6.50 Uhr waren zwei Züge des privaten «Meridian», der von der zur Transdev gehörenden Bayerische Oberlandbahn betrieben wird, auf der eingleisigen Strecke zwischen Holzkirchen und Rosenheim frontal zusammengestossen. Dabei verkeilten sich die Triebwagen der beiden Züge. Ein Zug entgleiste, mehrere Waggons stürzten um. Es dürfte sich um das schlimmste Zugunglück in Bayern seit 1975 handeln.

Die Ursache für das Unglück auf der auch Mangfalltalbahn genannten Strecke war zunächst unklar. Ein Grossaufgebot an Rettungskräften mit zahlreichen Helikoptern und Krankenwagen kümmerte sich um die Verletzten.

Dank Ferien keine Schüler im Zug

In den Zügen sitzen um diese Uhrzeit üblicherweise zahlreiche Pendler, von denen viele nach München fahren. Zum Glück seien am Unglückstag keine Schüler in den Zügen gewesen, sagte ein Polizeisprecher - in Bayern sind derzeit Faschingsferien.

Helikopter brachten die Schwerverletzten in Spitäler, während die zahlreichen Leichtverletzten zunächst in einer Sammelstelle versorgt wurden. Dabei half auch die Wasserwacht, die die Verletzten von der direkt an dem Flüsschen Mangfall gelegenen Unfallstelle an das gegenüberliegende Ufer brachte.

Zum Teil wurden die Opfer auch in Bergungssäcken von den Helikoptern hochgezogen und an das andere Ufer geflogen. Die Unfallstelle ist sehr schwer zugänglich und liegt an einer Hangkante, die zur Mangfall abfällt.

Die Züge waren in einer Kurve zwischen den Bahnhöfen Kolbermoor und Bad Aibling-Kurpark in der Nähe des Klärwerks von Bad Aibling zusammengestossen.

Der Bahnbetreiber richtete mindestens für den kompletten Dienstag einen Ersatzverkehr mit Bussen ein. Prinzipiell dürfen die Züge an der Stelle bis 120 Stundenkilometer fahren, wie die Deutsche Bahn erläuterte.

Grosse Betroffenheit

«Der Unfall ist ein Riesenschock für uns», sagte der Geschäftsführer der Bayerischen Oberlandbahn (BOB), Bernd Rosenbusch. «Wir tun alles, um den Reisenden, Angehörigen und Mitarbeitern zu helfen.» Die BOB betreibt die Züge auf der Unfallstrecke.

Auch Rüdiger Grube, Chef der Deutschen Bahn (DB), sprach den Verletzten und Angehörigen sein Mitgefühl aus. «Wir sind tief bestürzt über den Unfall», sagte Grube laut einer Mitteilung. «Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen der Toten und bei den Verletzten.» Grube dankte den Rettungskräften und Helfern vor Ort.

Um 12 Uhr wollte die Polizei im Rathaus Bad Aibling über den Unfall informieren. Am Mittag wurde auch Deutschlands Verkehrsminister Alexander Dobrindt in Bad Aibling erwartet. (sda/dpa)

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