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IS-Vormarsch: USA dürfen türkische Basis Incirlik im Anti-IS-Kampf nutzen



Die Türkei beteiligt sich offenbar stärker am Kampf gegen die Terrormiliz IS. Nach langem Zögern sollen die USA den strategisch wichtigen Stützpunkt Incirlik für Luftangriffe nutzen dürfen. Türkische Flugzeuge beschossen zudem Stellungen der Terroristen in Syrien.

Maschinen vom Typ F-16 seien an den Angriffen beteiligt gewesen, berichtete der Sender TRT am Freitag. Bereits am Donnerstag meldeten mehrere Medien übereinstimmend unter Berufung auf das US-Verteidigungsministerium über die Nutzung der Incirlik-Basis. Eine Bestätigung aus den USA oder der Türkei liegt indes nicht vor.

Die Zeitung «New York Times» berichtete, Präsident Barack Obama habe sich mit dem türkischen Staatsoberhaupt Recep Tayyip Erdogan auf die Nutzung Incirliks verständigt. Auch die Nachrichtenagentur dpa meldete die Nutzungserlaubnis.

Bedingungen gestellt

Die Türkei gehört zwar dem US-geführten Bündnis gegen den IS an, hat aber die Nutzung Incirliks für Luftangriffe gegen die Dschihadisten bislang verweigert. Die Regierung in Ankara hatte gefordert, den Sturz des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad zum Teil der Strategie des Bündnisses im Nachbarland zu machen.

Die Basis liegt in der Nähe der südosttürkischen Stadt Adana, rund 100 Kilometer von der syrischen Grenze entfernt. Von Incirlik aus könnten die USA nicht nur mit Flugzeugen, sondern auch mit Kampfhelikoptern im Norden Syriens eingreifen.

Die Basis liegt ausserdem näher an der nordirakischen Grenze als Stützpunkte in den Golfstaaten, von denen aus die Allianz Angriffe gegen IS-Stellungen fliegt.

Umdenken nach Suruc-Anschlag

Der IS beherrscht grosse Teile der Nachbarländer Irak und Syrien. Ankara hatte die Terrormiliz als Nachbar lange geduldet. Sowohl im In- als auch im Ausland wurde Ankara eine zu passive Haltung vorgeworfen.

Grund für das Umdenken der türkischen Regierung dürfte der verheerende Bombenanschlag in der Stadt Suruc sein, bei dem zu Wochenbeginn 32 Menschen getötet worden waren. Ankara sprach von Hinweisen auf einen IS-Täter.

Drei Tage nach dem Anschlag wurden bei Gefechten im türkisch-syrischen Grenzgebiet zudem ein türkischer Soldat und mindestens ein IS-Kämpfer getötet. Das gaben die Streitkräfte der Türkei am Donnerstag bekannt.

Möglicherweise zweite Basis

Über das Suruc-Attentat hatten Obama und Erdogan am Mittwoch bei einem Telefonat gesprochen. Dabei sei es um eine Vertiefung der Zusammenarbeit im Kampf gegen den IS sowie um gemeinsame Anstrengungen gegangen, teilte ein Sprecher des Weissen Hauses anschliessend mit.

Obamas Sprecher Josh Earnest hatte auf Journalistenfragen zum Stützpunkt Incirlik am Donnerstag zunächst ausweichend geantwortet. Laut «New York Times» gilt die neue Nutzungsvereinbarung auch für die osttürkische Kurdenmetropole Diyarbakir. Die Pentagon-Quelle bestätigte der Nachrichtenagentur dpa nicht, dass die Übereinkunft auch eine zweite Basis betreffe. (sda/dpa)

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