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Mindestens 21 Tote bei Brand in Kinderheim in Guatemala



Bei einem Brand in einem überfüllten Heim für misshandelte Kinder in Guatemala sind am Mittwoch mindestens 21 Mädchen ums Leben gekommen. 23 Verletzte, darunter einige in lebensbedrohlichem Zustand, wurden in Spitälern behandelt.

Die Todesopfer waren zwischen 14 und 17 Jahre alt. 19 starben direkt an der Unglücksstelle. Zwei weitere erlagen später ihren schweren Verbrennungen. Die Regierung ordnete eine dreitägige Staatstrauer an. Die Nationalflaggen im ganzen Land wurden auf halbmast gesetzt und öffentliche Veranstaltungen abgesagt.

Viele Verletzten waren in einem kritischen Zustand. «Sie haben Verbrennungen zweiten und dritten Grades erlitten», sagte der Direktor des Roosevelt-Hospitals in Guatemala-Stadt, Carlos Soto, der Zeitung «Prensa Libre». «Die Verbrennungen, die ich gesehen habe, betreffen 50 Prozent der Körperoberfläche.»

Das Mariä-Himmelfahrt-Heim war 2006 gebaut worden. Vorgesehen war das Heim für 400 Bewohner, Medienberichten lebten dort aber fast doppelt so viele.

Die Jugendeinrichtung in der Ortschaft San José Pinula nahe Guatemala-Stadt wird von der staatlichen Wohlfahrt betrieben. In dem Haus leben Kinder und Jugendliche, die wegen häuslicher Gewalt aus ihren Familien genommen wurden. Allerdings wurden zuletzt auch kriminelle Jugendliche in der Einrichtung untergebracht. Das führte zu erheblichen Spannungen.

Klage wegen schlechter Behandlung

Zuletzt hatten sich die Minderjährigen über schlechte Behandlung durch die Betreuer und schlechtes Essen beschwert. Nach Angaben einiger Parlamentarier gab es seit 2015 Hinweise darauf, das Jugendliche aus der Einrichtung als Prostituierte rekrutiert wurden.

In der Nacht zum Mittwoch flohen etwa 60 Jugendliche aus dem Heim. Am Morgen steckten ersten Ermittlungen zufolge randalierende Jugendliche dann Matratzen in Brand. Das Feuer breitete sich danach auf den Rest der Einrichtung aus.

Die gemeinsame Unterbringung sei ein Fehler, sagte Sozialminister Carlos Rodas. Die Chefjuristin der Regierung, Anabella Morfin, verwies darauf, ihre Behörde habe zuletzt bei zwei Richtern um die Verlegung besonders auffälliger Jugendlicher gebeten. Die Genehmigung sei aber nicht erteilt worden. «Diese Tragödie hätte verhindert werden können», sagte Morfin.

Rücktritte gefordert

Das UNO-Kinderhilfswerk UNICEF bedauerte das Unglück. «Diese Mädchen, Jungen und Jugendliche müssen beschützt werden», schrieb die Organisation auf Twitter. Der Generalsekretär der Organisation Amerikanischer Staaten, Luis Almagro, forderte eine rasche Aufklärung des Vorfalls.

Die Generalstaatsanwaltschaft leitete eine Ermittlung ein. «Der Vorfall ist sehr bedauerlich. Als Staat müssen wir uns fragen: Was tun wir?», sagte Generalstaatsanwältin Thelma Aldana. Der Kongress forderte die verantwortlichen Beamten zum Rücktritt auf. Zudem beantragten die Abgeordneten die Schliessung des Heims. (sda/afp/dpa)

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