Schweiz
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SVP nutzt Sex unter Verwandten für politische Debatte

SVP warnt vor Sex unter Verwandten bei Ausländern – und sorgt damit für Ärger

Die SVP warnt vor gesundheitlichen Risiken für Kinder aus Verwandtenehen bei Ausländern. Doch die politische Debatte dreht sich eigentlich um etwas völlig anderes.
27.02.2026, 11:2527.02.2026, 11:25

In einem Schreiben der SVP an Gesundheitsministerin Elisabeth Baume-Schneider nennt die Partei Länder wie Pakistan, Ägypten und Marokko. Dort würden «Eheschliessungen zwischen Cousins sehr häufig praktiziert», berichtet Blick.

Auch in der Schweiz seien solche Ehen erlaubt, «werden aber signifikant häufiger von ausländischen Personen geschlossen», so die SVP weiter. «Aufgrund der erheblichen gesundheitlichen Risiken für deren Nachkommen gilt es hier Aufklärungsarbeit zu leisten», fordert die Partei vom Bund.

Im Kern geht es in der politischen Debatte jedoch um etwas anderes: die Behandlung von Kindern im Vorschulalter mit schweren Autismus-Spektrum-Störungen. Die Kosten dafür werden von der Invalidenversicherung (IV) übernommen. Die entsprechende Vorlage war im Parlament 2025 weitgehend unbestritten.

Die Details regelte der Bundesrat in einer Verordnung, die derzeit in der Vernehmlassung geprüft wird. Die SVP beurteilt die Pläne kritisch. Im Schreiben betont sie eine «frühen Intervention in familiäre und damit private Bereiche», zweifelt an der Wirksamkeit und befürchtet höhere Kosten für die IV.

Nationalrat Marcel Dettling, SVP-SZ, spricht waehrend einer Medienkonferenz zum EU-Verhandlungsmandat, am Dienstag, 13. Februar 2024 in Bern. (KEYSTONE/Anthony Anex)
Der Parteichef der SVP, Marcel Dettling, hat das Schreiben unterschrieben.Bild: KEYSTONE

Ausländische Kinder werden instrumentalisiert

Die Verbindung, welche die SVP zwischen Ehen von Cousinen und Cousins aus dem arabischen Raum und der Frühintervention bei Autismus-Spektrum-Störungen herstelle, sei nicht nachvollziehbar, sagt SP-Ständerätin Franziska Roth. Weiter meint sie:

«Es ist beschämend und reiner Populismus, Genetik mit Nationalitäten oder Religionen in Verbindung zu bringen.»

Gegen Aufklärungsarbeit, die auf die erhöhten genetischen Risiken von Verwandtenehen hinweist, habe sie nichts einzuwenden, sagt Roth. Problematisch sei jedoch, dass migrantische Gruppen stigmatisiert werden könnten. Ihrer Ansicht nach instrumentalisiert die SVP ausländische Kinder mit Autismus für politische Zwecke.

Franziska Roth, SP-SO, spricht waehrend der Debatte um die Motion APK-N, russische und andere auslaendische Spione konsequent ausweisen, am ersten Tag der Sommersession der Eidgenoessischen Raete, am  ...
SP-Ständerätin Franziska Roth.Bild: KEYSTONE

Roth betont, dass Autismus-Spektrum-Störungen viele verschiedene Ursachen haben. Ziel der Bundesvorlage sei es, eine frühzeitige Abklärung und Therapie bei Kleinkindern zu ermöglichen. (fak)

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Die beliebtesten Kommentare
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Punkt72
27.02.2026 11:41registriert Mai 2025
Man muss der SVP zugute halten das viele Mitglieder aus den schweizer Bergtälern Erfahrung mit dem Thema haben und sie aus eigener Erfahrung wissen wohin Inzest führt.
Nur......man soll nicht von sich auf andere schliessen..
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insert_brain_here
27.02.2026 11:37registriert Oktober 2019
Was ist denn die Absicht von Herrn Dettling?
Will er die Ehe zwischen Cousins in der Schweiz verbieten? Scheinbar nicht.
Möchte er Aufklärungsprogramme für Migranten haben oder gar Entwicklungshilfe in Pakistan, Ägypten und Marokko leisten? Guter Witz.

Bleibt nur das übliche: Vorurteile über Migranten verbreiten und im Windschatten IV-Leistungen für Bedürftige kürzen 👍
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Gjätthäx
27.02.2026 11:35registriert Februar 2026
Statt Mädchen vor interfamiliären Zwangsehen zu schützen und statt in die Forschung zu Autismus zu investieren, lieber komplette Bevölkerungsgruppen dämonisieren und Autismus als Manko stempeln. Was für eine grässliche Partei.
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