SVP warnt vor Sex unter Verwandten bei Ausländern – und sorgt damit für Ärger
In einem Schreiben der SVP an Gesundheitsministerin Elisabeth Baume-Schneider nennt die Partei Länder wie Pakistan, Ägypten und Marokko. Dort würden «Eheschliessungen zwischen Cousins sehr häufig praktiziert», berichtet Blick.
Auch in der Schweiz seien solche Ehen erlaubt, «werden aber signifikant häufiger von ausländischen Personen geschlossen», so die SVP weiter. «Aufgrund der erheblichen gesundheitlichen Risiken für deren Nachkommen gilt es hier Aufklärungsarbeit zu leisten», fordert die Partei vom Bund.
Im Kern geht es in der politischen Debatte jedoch um etwas anderes: die Behandlung von Kindern im Vorschulalter mit schweren Autismus-Spektrum-Störungen. Die Kosten dafür werden von der Invalidenversicherung (IV) übernommen. Die entsprechende Vorlage war im Parlament 2025 weitgehend unbestritten.
Die Details regelte der Bundesrat in einer Verordnung, die derzeit in der Vernehmlassung geprüft wird. Die SVP beurteilt die Pläne kritisch. Im Schreiben betont sie eine «frühen Intervention in familiäre und damit private Bereiche», zweifelt an der Wirksamkeit und befürchtet höhere Kosten für die IV.
Ausländische Kinder werden instrumentalisiert
Die Verbindung, welche die SVP zwischen Ehen von Cousinen und Cousins aus dem arabischen Raum und der Frühintervention bei Autismus-Spektrum-Störungen herstelle, sei nicht nachvollziehbar, sagt SP-Ständerätin Franziska Roth. Weiter meint sie:
Gegen Aufklärungsarbeit, die auf die erhöhten genetischen Risiken von Verwandtenehen hinweist, habe sie nichts einzuwenden, sagt Roth. Problematisch sei jedoch, dass migrantische Gruppen stigmatisiert werden könnten. Ihrer Ansicht nach instrumentalisiert die SVP ausländische Kinder mit Autismus für politische Zwecke.
Roth betont, dass Autismus-Spektrum-Störungen viele verschiedene Ursachen haben. Ziel der Bundesvorlage sei es, eine frühzeitige Abklärung und Therapie bei Kleinkindern zu ermöglichen. (fak)
