Agrar-Initiativen an der Hürde Ständemehr gescheitert

Agrar-Initiativen an der Hürde Ständemehr gescheitert

23.09.2018, 14:1623.09.2018, 14:16

Die Landwirtschafts-Initiativen sind am Ständemehr gescheitert. Mehr als die Hälfte der Kantone und Halbkantone haben Nein gesagt zur Fair-Food-Initiative und zur Ernährungssouveränitäts-Initiative. Das Stimmvolk sagt ebenfalls deutlich Nein.

Bereits die Hochrechnungen von gfs.bern hatten auf eine wuchtige Ablehnung der Agrar-Initiativen hingedeutet. Demnach hat das Volk die Fair-Food-Initiative der Grünen mit 64 Prozent, die Initiative zur Ernährungssouveränität des Westschweizer Bauerngewerkschaft Uniterre mit 71 Prozent verworfen. Der Velo-Artikel wurde mit 72 Prozent angenommen.

Wuchtige Ablehnung

Die Ernährungssouveränitäts-Initiative ist dagegen gescheitert. Die Initiative forderte eine starke, kleinbäuerliche Landwirtschaft und faire Preise. Die Ablehnung hatte sich abgezeichnet. In den ersten Umfragen hatte sich noch eine grosse Mehrheit für die Initiative ausgesprochen. Viele wollten dem ökologisch wirtschaftenden Kleinbauern den Rücken stärken im Kampf gegen Weltmarkt-Konkurrenz und globale Agrarkonzerne.

Die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger verwarfen ebenfalls die Fair-Food-Initiative. Mit dem Nein kann der Bund darauf verzichten, Produkte zu fördern, die umweltschonend, tierfreundlich und fair hergestellt wurden. Auch muss er keine strengeren Deklarationsvorschriften erlassen.

Die Initiative der Grünen hatte zunächst grosse Sympathien genossen. In der ersten Umfrage des Forschungsinstituts gfs.bern im Auftrag der SRG sprachen sich 78 Prozent der befragten Stimmberechtigten dafür aus. In der zweiten Umfrage waren es nur noch 53 Prozent.

Velo auf Erfolgsspur

Das Velo erhält dagegen nach Annahme des Velo-Artikels seinen Platz in der Verfassung. Das bedeutet Rückenwind für den Ausbau von Velowegnetzen. Das Ja ist keine Überraschung. In der letzten SRG-Umfrage gaben 69 Prozent an, Ja stimmen zu wollen. Im Parlament hatte sich nur die SVP gegen den Veloartikel ausgesprochen, weil sie diesen für unnötig hält. Die Schweiz sei schon heute ein Veloland, hiess es. Ein Nein-Komitee stellte die SVP aber nicht auf die Beine. (sda)

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