Was halten die Amis von einer gewaltsamen Einnahme Grönlands? Nicht viel
Es hätte ein klärendes Treffen werden sollen. Doch das Bild des dänischen Aussenministers Lars Løkke Rasmussen, der nach dem Meeting mit US-Vize Vance und US-Aussenminister Rubio erst mal eine Zigarette braucht, spricht Bände. Zwischen Dänemark, Grönland und den USA existieren noch immer fundamentale Meinungsverschiedenheiten.
Dänischer Aussenminister Rasmussen verteilt Fluppen
Weniger gespalten ist für einmal das amerikanische Volk. Es findet durchs Band, dass eine gewaltsame Annexion Grönlands durch die USA eine schlechte Idee sei. Nur gerade vier Prozent der Bevölkerung findet es eine «gute Idee». Bei der Umfrage von Reuters/Ipsos nahmen 1217 Personen aus dem ganzen Land teil. Die Abweichung kann drei Prozent betragen.
Sogar in der Gruppe der Republikaner befürworten nur gerade acht Prozent einen Einmarsch ins Gebiet des Königreichs Dänemark. Bei den Demokraten ist es ein Prozent. Zu denken dürften indes die zahlreichen Unschlüssigen geben. Davon gibt es bei den Republikanern immerhin 32 Prozent.
Anders sieht es bei der Frage nach der Befürwortung der Bemühungen der USA, Grönland zu erwerben, aus. Diese Option beinhaltet auch einen Kauf, einen Tausch oder andere friedliche Optionen.
Hier zeigt sich erneut, wie unterschiedlich die zwei Lager in den USA aktuell denken. Die Republikaner befürworten die Bemühungen mit 40 Prozent. Nur gerade 14 lehnen sie ab. Bei den Demokraten ist die Zustimmung zur gewaltfreien Aneignung mit zwei Prozent nur marginal grösser als diejenige zur gewaltsamen.
Nicht ganz dieselben Resultate produzierte eine Umfrage von YouGov. Hier wurde explizit nach der Befürwortung oder Ablehnung von militärischer Gewalt gefragt (und nicht, ob es «eine gute Idee» sei). Die Zustimmungsrate der Republikaner ist mit 18 Prozent noch immer tief – gibt allerdings schon zu denken. Die Gruppe der Ablehner ist aber auch hier deutlich grösser.
Kommt hinzu, dass die YouGov-Umfrage vom 9. bis 12. Januar stattfand. Die Reuters-Zahlen sind vom 12. und 13. Januar und damit etwas frischer.
Konkrete Geldzahlungen an GrönländerInnen finden bei den Republikanern nur eine leicht höhere Zustimmung (25 Prozent) als Gewaltanwendung. Auch das eine interessante Erkenntnis über das vorherrschende Weltbild bei der Gruppe der amerikanischen Wähler.
