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Markus Lanz führt AfD- Politikerin von Storch wegen Fake-News vor

Plötzlich war sie still – Markus Lanz führt AfD-Politikerin im TV vor

AfD-Politikerin Beatrix von Storch war am Mittwoch in der Talksendung von Markus Lanz im ZDF zu Gast. Dieser nutzte die Gelegenheit, um aufzuzeigen, wie Fake News erstellt und verbreitet werden – weil die Politikerin einer ebensolchen Nachricht aufgesessen war.
16.01.2026, 11:3516.01.2026, 16:50

Gegen Ende der 90-minütigen Sendung schnappte Markus Lanz' Falle zu. Er zeigte auf, wie AfD-Politikerin von Storch eine Falschmeldung aufgeschnappt und weiterverbreitet hatte. Demnach habe Schleswig-Holsteins Regierungschef Daniel Günther ein Verbot des rechtspopulistischen Mediums «Nius» gefordert. Diese Meldung hatte von Storch offenbar aus einem – wie sich später herausstellte – bewusst missverständlichen Zusammenschnitt ebendieser Plattform.

19.12.2025, Berlin: Daniel Günther (CDU), Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, spricht zu Beginn der 1060. Sitzung des Bundesrates zum Thema «Gesetz zur Befugniserweiterung und Entbürokratisierun ...
Über ihn kursiert das verleumderische Video: Schleswig-Holsteins Regierungschef Daniel Günther (CDU). Bild: DPA

Daniel Günther war rund eine Woche zuvor in Lanz' Sendung zu Gast gewesen. Von Storch unterstellte ihm in der Sendungsausgabe vom Mittwoch, Zensur zu betreiben.

Die Politikerin gibt dabei vor, sich nicht zu erinnern, wo sie das Video gesehen hat. (Ausser: «Auf einem Handygerät.») Unbeirrt unterstellt sie Daniel Günther in dessen Abwesenheit, dass er ein Verbot von «Nius» fordere. Lanz unterbricht sie schliesslich: «Nein, das ist alles falsch. Das ist Fake News.» Und: «Sie setzen sich jetzt hier rein und verbreiten weiter eine falsche Nachricht.»

Der Moderator scheint auf genau diesen Fall vorbereitet und fragt von Storch angriffslustig: «Wollen Sie den echten Original-Ausschnitt sehen? Und was daraus gemacht wurde?» Nach einem längeren Ringen um Worte versucht die Politikerin schliesslich, mit einem Vorwurf über begrenzte Redezeit vom Thema abzulenken – macht dann allerdings den «Fehler», zu sagen: «Ich gucke mir den Ausschnitt gerne einmal an.»

Zwar scheint es offensichtlich, dass sie das lieber an einem anderen Zeitpunkt tun würde. Doch von Storchs Talk-Nachbarin, Journalistin Ulrike Herrmann, eilt Lanz zu Hilfe und meint: Jetzt habe sie gesagt, sie würde ihn gerne sehen, dann könnten sie sich den Ausschnitt ja anschauen.

Den Ausschnitt gibt's hier, ab etwa 1 Stunde und 3 Minuten:

Schlagabtausch zwischen Lanz und von Storch ca. ab 01:03.ZDf mediathek

Lanz lässt sich nicht zweimal bitten und zeigt zwei Einspieler. Im ersten wird die ungeschnittene Originalaussage von Daniel Günther gezeigt. In der Sequenz spricht dieser sich dafür aus, den Zugang zu Social-Media-Plattformen für Kinder einzuschränken oder gar zu verbieten. Der zweite Einspieler zeigt den Zusammenschnitt von «Nius». Dort klingt es klar, als fordere Günther ein Verbot von Medien wie «Nius», über die ein paar Minuten zuvor gesprochen wurde.

epa12077785 Beatrix von Storch, Alternative for Germany (AfD) party faction deputy chairwoman, prior to the second round of voting at the Bundestag in Berlin, Germany, 06 May 2025. The new German gove ...
Beatrix von Storch ist stellvertretende Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion.Bild: keystone

Zwar räumt von Storch ein, dass der Clip von «Nius» missverständlich gewesen sei. Trotzdem kritisierte sie dann weiter Günthers angebliche Haltung gegenüber «alternativen Medien».

Newsportal von Ex-«Bild»-Chef

«Nius» ist seit 2022 online und gilt als rechtskonservative und rechtspopulistische Plattform. Julian Reichelt, der ehemalige Chef der Boulevardzeitung «Bild» hat sie gegründet. 2021 verlor er seinen Posten als Geschäftsführer der Bild-Gruppe wegen «Fehlern in der Amts- und Personalführung». Zuvor war intern wegen Machtmissbrauchs und Ausnutzung von Abhängigkeitsverhältnissen gegenüber jungen Mitarbeiterinnen gegen Reichelt ermittelt worden.

Frank Gotthardt, ein deutscher IT-Unternehmer und Millionär, ist Hauptinvestor der Plattform. Er ist auch der Hauptinvestor des österreichischen Gegenstücks von «Nius», der rechtspopulistischen Plattform «exxpress». (hde/lak)

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223 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Remus
16.01.2026 12:20registriert Dezember 2016
Dieser von Storch kann man nicht zuhören. Sobald die den Mund aufmacht, geht es nur um Themen wie "alle sind gemein zu mir", "die AfD wird missverstanden und ist sowieso das Non-Plus-Ultra" und "die Meinungsfreiheit gilt nur für die AfD". Lösungen werden auch für rein gar nichts gefunden aber die anderen machen alles falsch. Wie kann jemand solche Leute bloss wählen.....
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Tom Scherrer (1)
16.01.2026 12:29registriert Juni 2015
Falsche Tatsachenbehauptungen. Es gibt kein Recht auf Hetze und das Verbreiten von Lügen und Verleumdungen.

Der Trick ist die Metaebene. Die AFD Dame versucht die Diskussion auf einer Metaebene heben, damit sie ihre Lügen rechtfertigen und weiter verbreiten kann.

Analog der Ru Propagandamaschine.

Der Schaden ist ein Imageschaden und Nichtregierbarkeit des Landes durch Vertrauensverlust. Und politische Radikalisierung und Aufstachelung.

Falsche Tatsachenbehauptungen Verzerrungen müssen geahndet werden können.

Plattform-Haftung. Pressecodex. Regulation.
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Stambuoch
16.01.2026 13:13registriert März 2015
Lanz hat sie sich bereitgelegt und dann filetiert. Gahz grosses Kino, ganz toll gemacht von Lanz.
"Man spricht nicht mit Rechten" - hätte er sich an dieses linke Dogma gehalten, wären wir nie Zeuge dieser Demontage geworden. Ein ganz grosser TV-Moment.
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