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Abgas-Affäre: Abgas-Manipulation auch bei leichten VW-Nutzfahrzeugen



Die Abgas-Affäre bei VW weitet sich aus. Der Skandal betrifft nicht nur Diesel-Pkw, sondern auch leichte Nutzfahrzeuge.

«Nach unserer aktuellen Kenntnis sind bei Volkswagen neben PKW auch leichte Nutzfahrzeuge von der unzulässigen Beeinflussung der Emissionen der Dieselmotoren betroffen», teilte der deutsche Verkehrsminister Alexander Dobrindt am Freitag der Nachrichtenagentur dpa mit.

Details wurden bislang nicht genannt. Nach VW-Angaben sind weltweit rund elf Millionen Fahrzeuge mit eingebauter Manipulationssoftware unterwegs - auch in Europa. Ob Deutschland betroffen ist, ist noch unklar. Eine vollständige Liste der fraglichen Modelle liegt bisher nicht vor.

Rückschlag in den USA

Derweil wird sich die Abgas-Affäre nach Einschätzung der deutschen Automobilindustrie negativ auf den Absatz von Dieselfahrzeugen in den Amerika auswirken. Es sei ein Rückschlag für die Strategie, den Diesel in den USA populärer zu machen, sagte Autoverbandspräsident Matthias Wissmann in Frankfurt.

«Es gibt Kräfte, die versuchen werden, den Diesel als solches in Misskredit zu bringen. Das wird vor allem in den USA leichter sein als in Europa.» In den USA liege der Marktanteil der Dieselautos allerdings bei nur knapp 3 Prozent, in Westeuropa dagegen bei rund 50 Prozent.

«In Europa haben wir eine andere Lage», sagte Wissmann. Mit der Abgasnorm Euro-6 seien die Schadstoffemissionen so gering wie nie zuvor. Moderne Diesel-Antriebe seien wichtig, um die europäischen Klimaziele zu erreichen. Die Perspektiven für Dieselfahrzeuge in Europa seien weiter gut, sagte Wissmann.

«Es handelt sich bei diesem Vorgang in den USA, den wir sehr bedauern, nicht um ein prinzipielles Dieselproblem.» Wissmann hat nach eigenen Angaben bisher keinerlei Hinweise, dass ausser bei VW noch bei anderen deutschen Autoherstellern Abgastests manipuliert wurden. «Es geht nicht um die Branche, es geht um das Fehlverhalten bei einem Unternehmen.»

Auch Indien untersucht

Unterdessen haben nun auch die indischen Behörden eine Untersuchung der Fahrzeuge von VW eingeleitet. In Indien gilt die Abgasnorm Euro 4, während in der EU die strengere Norm Euro 6 für alle Neufahrzeuge gilt.

Die Automotive Research Association ARAI sei mit den Tests der Software und der Abgase beauftragt worden, sagte ein Sprecher des Schwerindustrieministeriums. Das dauere eine Woche. Würden indische Normen verletzt, werde reagiert.

Die deutsche Regierung schliesst nicht aus, dass deutschen Konsumenten aus dem VW-Abgas-Skandal Schadenersatzansprüche entstehen. Wenn eine Kaufsache nicht die vereinbarte Beschaffenheit habe, verletze der Verkäufer seine Pflicht, sagte ein Sprecher des Justizministeriums in Berlin.

Das gelte auch, wenn sich der Käufer auf öffentliche Äusserungen des Verkäufers verlassen habe, erläuterte er und fügte hinzu: «Darunter können unter Umständen auch Abgaswerte fallen.»

Anspruch auf Schadenersatz könne sich immer dann ergeben, wenn das Verhalten des Verkäufers schuldhaft sei. Ob das im Fall der manipulierten Abgaswerte bei VW-Dieselautos der Fall sei, könne man aber noch nicht sagen, die Aufklärung laufe noch. (sda/dpa/reu)

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