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Mutmasslicher Mörder von Adeline M. hatte Tötungsfantasien



Der Angeklagte im Tötungsdelikt Adeline hatte vor der Bluttat während Monaten Fantasien zur Tötung einer Frau. Das sagten zwei psychiatrische Gutachter am Dienstag zum Auftakt des zweiten Prozesstages in Genf.

Der 42-jährige Angeklagte Fabrice A. habe bereits im Gefängnis Vergnügen an der Vorstellung empfunden, wie er der Sozialtherapeutin die Kehle durchschneiden würde, sagte am Dienstag die Genfer Psychiaterin Alexandra Rageth vor dem Kriminalgericht.

Er entwickelte diese Phantasien unter anderem, während er Gewaltszenen von Filmen schaute. Trotz dieser Fantasien wusste er während des Deliktes genau was er tat, konnte aber möglicherweise nicht zwischen der realen Tat und den vorher gehegten Fantasien unterscheiden, sagte der zweite Gutachter Eric Luke, der ebenfalls in Genf als Psychotherapeut tätig ist.

Der Täter habe klar Lust empfunden während der Bluttat. Das betone den sadistischen Charakter des Angeklagten. Das Risiko einer Wiederholungstat sei deshalb im Moment sehr hoch. Es bestehe das Risiko einer erneuten Vergewaltigung oder eines Tötungsdeliktes. Es gebe derzeit keine Behandlung, die das Rückfallrisiko deutlich senken könne.

Angeklagter bestreitet Bluttat nicht

Der schweizerisch-französische Doppelbürger muss sich seit Montag für das Tötungsdelikt vor Gericht verantworten. Er bestreitet nicht, der 34-jährigen Sozialtherapeutin bei einem Freigang am 12. September die Kehle durchgeschnitten zu haben.

Im Gegensatz zu den Aussagen der psychiatrischen Gutachter verneinte er jedoch, die Tat geplant zu haben. Er sprach zum Prozessauftakt von einer «Flucht, die aus dem Ruder lief». In den zwei Prozesswochen muss er sich wegen Mordes, Freiheitsberaubung, sexueller Nötigung und Diebstahls verantworten. (sda)

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