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Türkei: Sechs Tote und Dutzende Verletzte bei Anschlag in der Südosttürkei



Die Türkei wird weiter von Gewalt erschüttert. Mutmassliche PKK-Kämpfer haben im Südosten des Landes eine Polizeistation und eine benachbarte Polizeiunterkunft für Familien angegriffen. Unter den Toten sollen auch Kinder sein.

Beim Autobombenanschlag auf die Polizeistation in der Provinz Diyarbakir sind mindestens sechs Menschen getötet und 39 weitere verletzt worden. Das Amt des Provinzgouverneurs machte die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK für den Angriff im Distrikt Cinar in der Nacht zu Donnerstag verantwortlich.

In einer Mitteilung des Amts hiess es, unter den Toten und Verletzten seien Angehörige von Polizisten aus einer benachbarten Unterkunft für Familien der Beamten. Zeitgleich mit der Explosion hätten die Angreifer das Feuer mit Schusswaffen eröffnet.

Auch Kinder getötet

Zwei Zivilisten seien direkt durch den Autobombenanschlag getötet worden, teilte das Amt des Provinzgouverneurs weiter mit. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen starben zudem drei Kinder im Alter von fünf Monaten bis fünf Jahren, als ein angrenzendes Gebäude infolge der Schäden einstürzte. Türkische Nachrichtenagenturen berichteten von zwei getöteten Kindern.

Auch ein Polizist sei bei dem Anschlag getötet worden, sagte Ministerpräsident Ahmet Davutoglu. «Ich verurteile diese Attacke auf das Schärfste», sagte er.

Die Autobombe sei am Eingang der Unterkunft hinter der Polizeistation detoniert, berichteten die Nachrichtenagenturen DHA und Anadolu. PKK-Kämpfer hätten ausserdem mit Gewehren und Raketen angegriffen. Zwischen Sicherheitskräften und den Angreifern sei es zu einem knapp 40-minütigen Gefecht gekommen. Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete, nach den Angreifern werde gesucht.

Im Bezirk Nusaybin der südosttürkischen Provinz Mardin kam es zu einem weiteren Anschlag. Ein 42-jähriger Mann sei am Donnerstag durch einen von der PKK gelegten Sprengsatz getötet worden, berichtete DHA. Die Bombe habe einer Polizeipatrouille gegolten. Die Polizisten seien unverletzt.

Seit Wochen Ausgangssperren

Seit dem Zusammenbruch einer Waffenruhe im Sommer verschärft sich der Konflikt zwischen der Regierung und der PKK. Mitte Dezember begann die Armee eine Offensive gegen die PKK.

In mehreren Städten geht sie unter anderem mit Kampfpanzern gegen PKK-Anhänger vor, die sich in Wohngebieten verschanzt haben. Im zentralen Viertel Sur in der Kurdenmetropole Diyarbakir sowie in Vierteln der Städte Cizre und Silopi gelten seit Wochen Ausgangssperren. (sda/afp/dpa)

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