CVP würdigt Leuthard als «einzigartige Leitfigur» und Pfister verzichtet

CVP würdigt Leuthard als «einzigartige Leitfigur» und Pfister verzichtet

27.09.2018, 11:3227.09.2018, 11:32

Die CVP hat mit Bedauern Kenntnis vom Rücktritt von Bundesrätin Doris Leuthard genommen. Sie habe die Politik in den letzten 20 Jahren mit ihrer Präsenz geprägt und sei «eine einzigartige Leitfigur» gewesen. Parteipräsident Gerhard Pfister nahm sich aus dem Rennen.

Leuthard habe ausserordentlich grosse Verdienste für die Schweiz und die CVP geleistet. Als Bundespräsidentin habe Leuthard die Schweiz auch auf internationaler Ebene stets glaubwürdig und gewinnbringend vertreten.

Leuthard sei im Bundesrat eine der stärksten Persönlichkeiten der letzten Jahre, heisst es weiter. Sie habe einen ausgeprägten Gestaltungswillen, habe sich aber immer als Mitglied der Kollegialbehörde Bundesrat verstanden. Es sei ihr stets gelungen, Bundesrat, Parlament und Volk auch von schwierigen Themen zu überzeugen.

Dank ihrer Dossierkompetenz und ihrer Gestaltungskraft habe Leuthard viele für die Schweiz bedeutende politische Geschäfte erfolgreich zum Ziel gebracht: Als Infrastrukturministerin den Bauabschluss und die Eröffnung des Gotthard-Basistunnels, den Nationalstrassen- und der Bahninfrastrukturfonds und nicht zuletzt die Energiewende mit der Energiestrategie 2050. Dies seien nur einige Beispiele.

Als Wirtschaftsministerin und anschliessend als Bundespräsidentin habe sie den Abschluss des ersten Freihandelsabkommens mit China und mit weiteren Staaten in die Wege geleitet. Dank ihrem einzigartigen politischen Instinkt und ihrer Fähigkeit, Mehrheiten zu schaffen, habe sie Polemiken und extremen Anliegen stets christdemokratischen Konsenswillen und Lösungsfindung gegenübergestellt.

CVP sieht Anspruch auf Sitz unbestritten

Über das Auswahlverfahren für die Nachfolge von Leuthard werden Fraktionspräsident Filippo Lombardi und Parteipräsident Gerhard Pfister am Freitagnachmittag an einer Medienkonferenz informieren. Als viertgrösste Partei der Schweiz habe die CVP klar Anspruch auf einen Sitz im Bundesrat. Die Partei könne auf zahlreiche ausgewiesene Köpfe aus allen Landesteilen zählen und werde der Bundesversammlung eine entsprechende Auswahl präsentieren.

CVP-Parteipräsident Gerhard Pfister hat sich unmittelbar nach der Rücktrittsankündigung von Leuthard definitiv aus dem Rennen für deren Nachfolge genommen. «Ich bin kein Präsident, sondern Parteipräsident», sagte er in der Wandelhalle des Bundeshauses.

Er werde den Auswahlprozess innerhalb der CVP leiten, sagte der Zuger Nationalrat weiter. «Ich habe keinen Zweifel, dass die CVP fähige Kandidaten stellen wird.» (sda)

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