Verbliebene US-Diplomaten dürfen vorerst in Venezuela bleiben

Verbliebene US-Diplomaten dürfen vorerst in Venezuela bleiben

27.01.2019, 01:3627.01.2019, 01:36

Trotz des Abbruchs der diplomatischen Beziehungen zwischen Venezuela und den Vereinigten Staaten können die verbliebenen US-Diplomaten zunächst in der Botschaft in Caracas bleiben. Die beiden Länder verhandelten nun über die Einrichtung von Interessenvertretungen.

Solche Einrichtungen in den jeweiligen Hauptstädten könnten beispielsweise auch konsularische Dienste anbieten, teilte das venezolanische Aussenministerium am Samstag (Ortszeit) mit.

Sollte innerhalb von 30 Tagen aber keine Einigung erzielt werden, würden beide Länder die Botschaften befreundeter Staaten benennen, um ihre Interessen künftig zu vertreten, und den Rest der Diplomaten jeweils abziehen, hiess es weiter.

Damit war zumindest das Ultimatum an die USA vorerst vom Tisch, bis Sonntag alle Diplomaten aus Venezuela abziehen zu müssen. Der Grossteil des Personals hat das Land zwar ohnehin bereits verlassen. Eine Notbesetzung harrt aber weiterhin in der Botschaft in Caracas aus.

Nachdem die USA im venezolanischen Machtkampf zwischen Regierung und Opposition den selbst ernannten Interimspräsidenten Juan Guaidó am Mittwoch umgehend anerkannt hatten, brach Präsident Nicolás Maduro die diplomatischen Beziehungen zu Washington ab und verwies US-Diplomaten des Landes.

Auch Militär gespalten

Unterdessen verzeichnet Venezuela ein Bröckeln der Loyalität im eigenen diplomatischen Dienst in den Vereinigten Staaten. Der Militärattaché Venezuelas in Washington, José Luis Silva, erkennt Maduro nach eigenen Angaben nicht mehr als legitimen venezolanischen Staatschef an. Er fordere seine Brüder beim Militär auf, Parlamentspräsident Guaidó als Interimsstaatschef zu unterstützen. Dies sagte Silva am Samstag der Nachrichtenagentur AFP.

Diese Haltung sei «im Einklang mit der Verfassung und den Gesetzen Venezuelas», sagte Silva weiter. Er habe seine Vorgesetzten in Caracas über seinen Entscheid informiert. Auch mit Guaidó habe er gesprochen. (sda/dpa/afp)

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