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Schweres Beben erschüttert Italien: Mehrere Tote bestätigt



Bei einem schweren Erdbeben der Stärke 6.1 sind in Italien in der Nacht zum Mittwoch mindestens sechs Menschen gestorben. Besonders betroffen war die Gebirgsregion Appennin im Zentrum des Landes. In mehreren Orten sind nach Behördenangaben Gebäude eingestürzt.

In Arquata del Tronto im Apennin starben zwei, im nahegelegenen Ort Accumoli vier Menschen, wie der Sender RAI am Mittwochmorgen berichtete. Der Erdstoss habe zu signifikanten Einstürzen geführt, sagte der Chef des Zivilschutzes im Nachrichtensender RaiNews24.

Besonders schlimm soll die Bergortschaft Amatrice im Apennin betroffen sein. «Die Hälfte der Stadt ist weg», sagte der Bürgermeister von Amatrice, Sergio Pirozzi. Er berichtete von schweren Schäden im Ferienort: Menschen seien unter den Trümmern begraben und würden noch vermisst. Die Strassen seien blockiert.

Eine Brücke, die nach Amatrice führe, sei teilweise eingestürzt. Der Bürgermeister der 2500-Einwohner-Gemeinde forderte Hilfe per Helikopter. Über die Opferzahl äusserte er sich noch nicht.

Die Patienten aus dem kleinen Hospital in der besonders betroffenen Ortschaft Amatrice müssten woanders hingebracht werden, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa. Auch in anderen Orten der Region wurden am Mittwoch beschädigte Spitäler und Seniorenheime geräumt.

Von Aussenwelt abgeschnitten

Das Abschätzen der Schäden gestaltete sich zunächst schwierig, weil die betroffene Region teils von der Aussenwelt abgeschnitten ist. Die italienische Regierung teilte über den Kurznachrichtendienst Twitter mit, sie stehe in Kontakt mit den Zivilschutzbehörden vor Ort, um sich einen Überblick über mögliche Schäden zu verschaffen.

Der Chef des Zivilschutzes, Fabrizio Curcio, sprach von einem «schweren» Beben, es sei vergleichbar mit dem in der Stadt L'Aquila im Jahr 2009. Damals kamen mehr als 300 Menschen ums Leben. Das jetzige Beben sei aber vermutlich weniger fatal, weil die Gegend nicht so stark bevölkert ist.

In Rom gespürt

Das Zentrum des Bebens lag laut Erdbebendiensten in der Provinz Rieti rund 150 Kilometer nordöstlich von Rom in einer relativ geringen Tiefe von zehn Kilometern. Der Erdstoss um 03.36 Uhr war auch in den Regionen Umbrien und Marken und der italienischen Hauptstadt deutlich zu spüren.

Bei den Feuerwehren in Zentralitalien gehen nach Angaben italienischer Nachrichtenagenturen zahlreiche Anrufe wegen des Erdbebens ein. In der Stadt Norcia liefen demnach Menschen auf die Strasse. Der Zivilschutz richtete ein Notfall-Komitee ein.

Mehrere Nachbeben folgten in der Nacht, auch in Rom schwankte gegen 4.30 Uhr erneut der Boden. Laut US-Erdbebenwarte hatte eines der Nachbeben die Stärke 5.5.

Bereits am Dienstag gab es Erdstösse der Stärke 2 in der Region Marke und unweit der Äolischen Inseln nahe Sizilien. Italien wird auf Grund seiner geografischen Lage immer wieder von Erdbeben erschüttert. (sda/reu/afp/dpa)

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