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Über 800 Personen an Tibet-Kundgebung



Über 800 Tibeterinnen und Tibeter sowie Sympathisanten haben am Freitag in Bern des 58. Jahrestages des Volksaufstandes in Tibet gedacht. Der Protestzug und die anschliessende Kundgebung auf dem Berner Münsterplatz verliefen friedlich.

Die Kundgebung formierte sich am frühen Nachmittag auf dem Helvetiaplatz. Hunderte Tibet-Flaggen wehten in der Frühlingsbrise, als tibetische Musiker den Anlass eröffneten. Auf einem grossen, weissen Transparent, das mehrere Personen aufspannten, prangte in grossen, schwarzen Lettern «Free Tibet».

Mit ihren Fahnen und Transparenten zogen die Tibeterinnen und Tibeter dann, in Sichtweite des Bundeshauses, über die Kirchenfeldbrücke Richtung Münsterplatz.

Noch im vergangenen Januar habe die offizielle Schweiz nichts wissen wollen von Tibeterfahnen und Kundgebungen anlässlich des Besuchs des chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping in der Schweiz, wie einer der Redner an der Kundgebung in Erinnerung rief.

Tibetische Demonstranten seien damals in «chinesischer Manier» von der Polizei abgeführt worden. Die Tibet-Flaggen seien konfisziert worden. Ganz anders am Donnerstag als sich 24 Schweizer Parlamentarier auf dem Bundesplatz mit der Tibetergemeinschaft solidarisierten. Dieses solidarische Gesicht der Schweiz werde den Tibetern stärker in Erinnerung bleiben als die Polizeiaktionen vom Januar, betonte der Sprecher.

An der Kundgebung in Bern beteiligten sich Tibeterinnen und Tibeter jeglichen Alters und aus vielen Teilen der Schweiz. Die Kundgebung war lautstark und farbig, aber sehr diszipliniert und friedlich. Auf dem Münsterplatz sprachen verschiedenste Vertreter der Tibetergemeinschaft. Am Anlass nahm auch die Grüne Berner Nationalrätin Regula Rytz teil.

Aufgerufen zu der Veranstaltung hatte die Tibeter Gemeinschaft in der Schweiz und Liechtenstein. Die Gemeinschaft forderte von der Schweizer Regierung eine sofortige Intervention bei den chinesischen Regierungsstellen.

China solle mit den Tibetern wieder einen ernsthaften Dialog aufnehmen, um eine einvernehmliche und nachhaltige Lösung des Tibet-Konflikts zu erreichen.

Eine unabhängige Untersuchungskommission müsse ungehinderten Zugang nach Tibet erhalten. Die weit verbreiteten Folter und Misshandlungen müssten beendet werden, so die Forderungen. (sda)

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