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Neue Anhörung in «Cumhuriyet»-Prozess in Istanbul



In Istanbul hat eine neue Anhörung im umstrittenen Prozess gegen 17 Mitarbeiter der regierungskritischen Zeitung «Cumhuriyet» begonnen. Vor dem Istanbuler Justizpalast Caglayan versammelten sich vor Beginn der Anhörung am Dienstag zahlreiche Unterstützer.

Darunter war auch der deutsche Investigativjournalist Günter Wallraff, um «Gerechtigkeit» für die Angeklagten zu fordern. «Stoppt die Jagd auf Oppositionelle, stoppt die Festnahme von Journalisten», riefen die Unterstützer der Angeklagten.

Die Anhörung erfolgt genau ein Jahr nach der Festnahme des «Cumhuriyet»-Chefredaktors Murat Sabuncu, des Herausgebers Akin Atalay und weiterer Mitarbeiter. Später wurden der Investigativjournalist Ahmet Sik und der Buchhalter der Zeitung, Yusuf Emre Iper, festgenommen.

Während die meisten Mitarbeiter bei den ersten Anhörungen freigelassen wurden, sitzen Sabuncu, Atalay, Sik und Iper weiter in Haft.

Angeklagten weisen Vorwürfe von sich

Die 17 Journalisten und Mitarbeiter der traditionsreichen Zeitung sind der «Unterstützung von Terrororganisationen» angeklagt, darunter die Bewegung des islamischen Predigers Fethullah Gülen, die für den Putschversuch von Juli 2016 verantwortlich gemacht wird.

Ihnen drohen 43 Jahre Haft. Die Angeklagten weisen alle Vorwürfe zurück; auch viele Unterstützer betrachten den Prozess als politisch motiviert.

Seit dem versuchten Militärputsch wurden mehr als 50'000 Menschen unter dem Verdacht festgenommen, zur Gülen-Bewegung zu gehören. Auch hunderte Oppositionelle, Journalisten, Akademiker und andere regierungskritische Intellektuelle wurden inhaftiert. Am Dienstag sollte auch der Prozess gegen die bekannte Schriftstellerin Asli Erdogan fortgesetzt werden, der «Terrorpropaganda» vorgeworfen wird. (sda/afp)

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