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Nahost: Zwei Tote und mehrere Verletzte nach Anschlag auf Bar in Tel Aviv



In der israelischen Metropole Tel Aviv hat am Freitag ein Unbekannter das Feuer in einer Bar eröffnet und zwei Menschen getötet. Mindestens sieben weitere Menschen seien durch die Schüsse verletzt worden, gab die Polizei bekannt.

Der Täter habe mit einem Maschinengewehr in alle Richtungen gefeuert, berichtete der Eigentümer einer benachbarten Bar, Nati Shakked. Danach ergriff der Täter die Flucht, die Polizei leitete eine Grossfahndung ein. Schwerbewaffnete Spezialeinheiten fahndeten noch am Abend nach ihm.

Die Sicherheitskräfte stuften die Tat als Terrorakt ein, der genaue Hintergrund blieb jedoch unklar. Die Polizei hatte zunächst betont, es werde in alle Richtungen ermittelt. Erst vor wenigen Tagen hatte die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) Drohungen gegen Israel ausgesprochen.

Bei dem Angreifer soll es sich Medienberichten zufolge um einen 29-jährigen Araber mit israelischer Staatsbürgerschaft handeln. Sein Vater habe ihn auf Bildern von Überwachungskameras erkannt und die Polizei verständigt. Diese wollte die Informationen zunächst nicht bestätigen. Laut einem Bericht auf der Website der Tageszeitung «Haaretz» hatte der Täter die Waffe seinem Vater gestohlen.

Auf den Aufnahmen der Überwachungskameras eines nahegelegenen Lebensmittelgeschäfts war ein junger Mann mit einem Rucksack zu sehen, der zunächst so tat, als ob er einkaufen wolle. Dann ging er zum Ausgang des Ladens, stellte seinen Rucksack auf einen Rollkoffer, holte eine Waffe heraus, die wie eine Maschinenpistole aussieht, und eröffnete draussen das Feuer.

Meldungen, wonach in dem Rucksack des Täters ein Koran gewesen sein soll, wollte eine Polizeisprecherin weder bestätigen noch dementieren.

Verängstigte Passanten

Die Inhaberin eines benachbarten Coiffeursalons, Osnat David, sagte, sie habe Schüsse, Schreie und weinende Menschen gehört. «Meine Kunden und ich haben uns im Lager versteckt und waren still», sagte sie.

«Wir hatten nicht mal Zeit, den Laden zu schliessen. Wir haben uns auf den Boden gelegt, damit der Terrorist uns nicht sieht. Das alles dauerte 20 Minuten. Wir haben gezittert, wir haben uns aneinandergeklammert.»

Zwei Minuten vor der Tat habe sie noch vor dem Salon eine Zigarette geraucht, fügte David hinzu. «Es ist ein Wunder. Wenn ich draussen geblieben wäre, wäre ich jetzt tot.» (sda/afp/dpa/reu)

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