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90 Dollar für Gift-Mord an Kim Jong Nam – Verdächtige hielten Attacke für Fernsehstreich



Eine der Verdächtigen im Mord am Halbruder von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un glaubte nach eigenen Angaben, sie sei Teil eines Streichs für eine Fernsehsendung. Dafür erhielt sie umgerechnet 90 Franken.

«Sie sagte, sie erhielt 400 Ringgit für ihre Aktion», sagte ein Vertreter der indonesischen Botschaft am Samstag nach einem Haftbesuch. «Sie wusste nicht, dass es Gift war.» Die Frau habe demnach gedacht, bei der Flüssigkeit handle es sich um Babyöl.

Der 45-jährige Kim Jong Nam, älterer Halbbruder von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un, war am 13. Februar auf dem Flughafen in Kuala Lumpur ermordet worden. Auf einem Überwachungsvideo ist zu sehen, wie sich zwei Frauen Kim nähern. Eine greift ihn von hinten an und drückt ihm mutmasslich ein Tuch ins Gesicht.

Nach dem Angriff wendet sich das Opfer an das Flughafenpersonal. Laut malaysischer Polizei starb Kim unter Krämpfen noch bevor er das Krankenhaus erreichte. Die Polizei nahm die zwei Frauen aus Indonesien und Vietnam sowie einen Nordkoreaner fest.

An Kim Jong Nam wurden der Polizei zufolge Rückstände des hochgiftigen chemischen Kampfstoffs VX gefunden. Schon geringste Mengen des Stoffes können zur Lähmung wichtiger Körperfunktionen und zum Tod führen.

Knapp zwei Wochen nach dem Anschlag hat die malaysische Polizei am Samstag angekündigt, den Flughafen nach Spuren des hochgefährlichen Nervengases durchsuchen zu wollen.Unter anderem werden Experten für radioaktive Stoffe eingesetzt. (sda/dpa/afp)

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