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Ist es wirklich schädlich, bei schlechtem Licht zu lesen? bild: pexels.com

Rüebli sind gut für die Augen? Cola hilft bei Übelkeit? Schluss mit diesen Mythen!

eva burri



Weisse Flecken auf den Fingernägeln bedeuten Vitaminmangel und die Nase hochziehen ist ungesund – das hat Mutti schon gewusst und was Mutti sagt, ist schliesslich Gesetz. Aber stimmen die gern erzählten Weisheiten über unseren Körper überhaupt?

Kein Fingerknacken – das gibt Arthrose!

Wahr oder falsch?

Bild: watson/sim

Manche mögen's knackig, andere kann man damit zur Weissglut treiben. Vom medizinischem Standpunkt her gesehen lässt sich sagen: Bis jetzt konnten aufgrund von Fingerknacksen keine dauerhafte Schädigungen wie Arthrose oder Rheuma nachgewiesen werden. Es kann höchstens zu kurzweiligen Schwellungen oder kraftlosen Händen führen. 

Fun Fact: Um dies zu beweisen knackte der Arzt Donald Unger in einem Selbstversuch tatsächlich 50 Jahre lang zwei mal am Tag die Finger seiner linken Hand. Trotzdem blieben beide Hände genau gleich gesund.

Bei Schluckauf können Luftanhalten und Erschrecken Abhilfe schaffen

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Wahr oder falsch?

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Schluckauf entsteht durch eine Reizung des Zwerchfellmuskels, aufgrund dessen dieser sich eine Zeit lang zusammenzieht. Es gilt daher die Atmung zu beruhigen. Das hat vor allem viel mit der Psyche zu tun, darum funktionieren die meist bekannten Hausmittelchen wie Luftanhalten relativ gut – sie lenken ab.

Noch besser: Erschreckt werden! Dies aktiviert das vegetative Nervensystem, wodurch der Körper überflüssige Funktionen wie den Schluckauf abschaltet.

Lesen im Dunkeln ist schlecht für die Augen

Wahr oder falsch?

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Bei dunklem Licht sind die Pupillen grösser und die Tiefenschärfe schlechter. Darum ist es für das Auge anstrengend im Dunkeln Buchstaben zu entziffern. So lange sich hierbei die Augen wieder über Nacht erholen können, ist das nicht schädlich. Studien zeigten jedoch, dass zu wenig Licht generell einen Einfluss, auf die Sehstärke haben kann. Darum gilt auch für das Lesen: Wird dauerhaft bei zu wenig starkem Licht gelesen, begünstigt dies das Längenwachstum des Augenapfels. Dadurch wird die Chance auf Kurzsichtigkeit höher.

Viel «Rüebli» essen ist aber gut für die Sehschärfe

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Sieht man dank Karroten schärfer? bild: flickr/Cyn74

Wahr oder falsch?

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Nein, denn auf die Sehschärfe haben Karotten gar keinen Einfluss. Karotten sind aber voller Beta-Carotin, welche im Körper zu Vitamin A umgewandelt werden. Vitamin A ist insbesondere für das Farb- und Hell-Dunkel-Sehen wichtig. Es hilft also zum Beispiel den Nachtschwärmern unter uns, auch zu späten Stunden den Nachhauseweg zu finden. Doch auch hier helfen die Karotten nicht sehr viel. Gesunde Menschen haben genügend Vitamin A im Körper, weswegen dieser das Beta-Carotin aus den Karotten gar nicht verwendet.

Schnäuzen ist besser, als die Nase hochzuziehen

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Läuft bei ihr. bild: pixabay.com

Wahr oder falsch?

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«Zieh deine Nase nicht hoch, sonst gelangt der Schleim in die Nasennebenhöhlen», so wurde uns das Nasehochziehen schon von klein auf als ungesund eingetrichtert. Tatsächlich ist es aber auch das Naseschnäuzen, das diese Gefahr mit sich bringen kann: Durch den Druck der beim Schnäuzen entsteht, kann der Schleim in die Nebenhöhlen oder gar in das Mittelohr geleitet werden. 

Wenn schon schnäuzen, dann richtig: Immer nur ein Nasenloch zu halten (weniger Druck) oder besser noch, die laufende Nase nur abtupfen.

Cola hilft bei Übelkeit und Durchfall

Wahr oder falsch?

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Cola wurde ursprünglich zwar von einem Apotheker erfunden und war effektiv als Stärkungsgetränk gedacht, entwickelte sich über die Jahre jedoch immer mehr zu einem Erfrischungsgetränk. Bei Magenbeschwerden hilft es daher nicht sehr viel. Im Gegenteil: Die hohe Zuckerkonzentration und die Kohlensäure können die Darmprobleme verschlimmern. Des Weiteren kann der Zucker die Wasserabgabe verstärken. Am wichtigsten ist bei Darmproblemen jedoch gerade, das dem Körper die verlorene Flüssigkeit und das Salz wieder zugeführt werden. Besser sind hierfür isotonische Getränke (Sportlerdrinks) oder leichtgezuckerten Sirup mit wenig Salz.

Wunden heilen am besten an der Luft

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bild: watson/shutterstock

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Blödsinn! Pflaster unterstützen die Heilung sogar. 1. Wird durch das feuchte Milieu das Austrocknen und das Verhärten von Schorf verhindert. So werden aus den Bobos keine wüsten Narben. 2. Verhindert das Pflaster, wenn regelmässig gewechselt, dass Dreck in die Wunde kommt. 3. Gibt uns das Pflästerli immerhin noch ein bisschen Childhooldfeeling in der bösen grauen Erwachsenenwelt.

Schweiss an sich ist geruchslos

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Tatsächlich ist frischer Schweiss geruchlos. Der typische Schweissgestank entsteht erst durch die auf der Haut lebenden Bakterien. Diese bauen die im Schweiss enthaltenen langkettigen Fettsäuren zu kleineren Molekülen ab, wodurch beispielsweise (stinkende) Buttersäure entsteht. Darum kann bei starkem Schweissgeruch die Stoffwahl der Kleidung helfen: Baumwolle binden die Feuchtigkeit zum Beispiel besser und stinkt darum tendenziell weniger als Synthetik.

Fun fact: Ladies nehmen Schweissgeruch stärker wahr als Männer.

Die weissen Flecken auf den Fingernägel kommen von Vitaminmangel

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bild: watson/shutterstock

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Weisse Flecken auf den Nägeln bedeuten Kaliziummangel? Oder doch Magnesiummangel? Falsch! Meist bilden sich durch Verletzungen und Stösse kleine Luftblässchen unter dem Nagel, die wie weisse Flecken aussehen. Seltener sind es auch allergische Reaktionen. Treten Veränderungen an den Nägeln jedoch dauerhaft auf, können sie auf eine Krankheit hinweisen und sollten vom Dermatologen untersucht werden.

Häufiges Haareschneiden fördert das Wachstum

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Was war Rapunzels Geheimnis? Leider nichts anderes als Abwarten und im Turm rumhängen ... Die durchschnittliche Wachstumsgeschwindigkeit von Kopfhaaren ist circa 0,35 Millimeter pro Tag, unabhängig vom Schneideverhalten. Für das Wachsen der Haare ist nämlich die Haarwurzel zuständig, und diese schert sich gänzlich wenig darum, wann die Haare das letzte mal geschnitten wurden. Sie kann es gar nicht wissen: Haare sind nämlich nur totes Material unseres Körpers – ein (zugegeben verdammt gut aussehendes) Abfallprodukt.

Bunkergemüse: Eine Farm im Londoner Untergrund

Video: srf

Und nun: 55 Perfektionisten bei der Arbeit: Besser geht nicht

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