USA und Südkorea reagieren auf Raketentest mit Militärübung
Die USA und Südkorea haben auf den nordkoreanischen Raketentest mit einer gemeinsamen Militärübung reagiert. Dabei wurden laut US-Armee Raketen ins Meer vor Südkorea abgefeuert. Zugleich bestätigten die USA Nordkoreas Angaben zum Abschuss einer Interkontinentalrakete.
Bei dem Manöver seien Präzisionsgeschosse zum Einsatz gekommen, teilte das US-Militär am Dienstag mit und verbreitete auch Videos von der Übung. Das Militär sprach von einer Antwort auf Nordkoreas «destabilisierendes und ungesetzliches» Verhalten. Die USA seien bereit, sich und ihre Verbündeten gegen eine Bedrohung aus Nordkorea zu verteidigen, sagte eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums.
Washington verurteile den Abschuss der ballistischen Langstreckenrakete durch Nordkorea aufs Schärfste, wie US-Aussenminister Rex Tillerson am Dienstag erklärte. Der Test stelle eine «neue Eskalation der Bedrohung für die Vereinigten Staaten, unsere Verbündeten und Partner, die Region und die Welt dar». Seine Regierung werde es niemals zulassen, dass Nordkorea über Atomwaffen verfügt, bekräftigte der US-Aussenminister.
Atomwaffen, Wasserstoffbomben, Raketen
Die Regierung in Pjöngjang teilte mit, eine Langstreckenrakete getestet zu haben, die einen grossen atomaren Sprengsatz tragen könne. Der nordkoreanische Staatschef Kim Jong Un sagte der amtlichen Nachrichtenagentur KCNA zufolge, der erfolgreiche Test vervollständige das strategische Waffenprogramm seines Landes, das Atomwaffen, Wasserstoffbomben und Langstreckenraketen umfasse.
Die USA gehen laut des US-Aussenministers mittlerweile ebenfalls davon aus, dass Nordkorea am Dienstag tatsächlich wie behauptet eine Interkontinentalrakete getestet hat. Der Abschuss einer Langstreckenrakete ist nach Ansicht von Fachleuten ein Meilenstein in Nordkoreas Raketenentwicklung.
Provokation kurz vor G20-Gipfel
Kurz vor dem G20-Gipfel in Hamburg hatte Nordkorea mit dem neuen Raketentest den Konflikt mit der internationalen Gemeinschaft angeheizt. UNO-Generalsekretär Antonio Guterres verurteilte den jüngsten Raketentest Nordkoreas scharf. «Dieses Vorgehen ist ein weiterer unverschämter Verstoss gegen Resolutionen des Sicherheitsrats und stellt eine gefährliche Eskalation der Lage dar», sagte Guterres am Dienstag.
Die USA beantragten am Dienstag eine Dringlichkeitssitzung des UNO-Sicherheitsrates. Die Sitzung soll am Mittwochnachmittag (Ortszeit) in New York stattfinden.
Russland und China unterbreiteten derweil einen Vorschlag zur Entschärfung des Konflikts. Sie forderten ein Aussetzen von Nordkoreas Atom- und Raketenprogramm und zugleich den Verzicht der USA und Südkoreas auf grosse gemeinsame Militärmanöver. (sda/dpa/afp/reu)
