Brasilien
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Fussball-WM in Brasilien

2700 Elitesoldaten belagern die Favelas in Rio

04.04.14, 22:02

Zweieinhalb Monate vor Beginn der Fussball-Weltmeisterschaft hat die brasilianische Militärpolizei ein Armenviertel nahe dem internationalen Flughafen von Rio de Janeiro besetzt. Am Mittwoch waren Sicherheitskräfte ins Armenviertel eingedrungen, um die Aktion vorzubereiten.

Binnen einer Viertelstunde übernahmen gut 1300 Polizisten unterstützt von Helikoptern und gepanzerten Fahrzeugen die Kontrolle über die Favelas der Maré-Siedlung. Die Besetzung ist eine weiterer Schritt, um die Brennpunkte der Gewalt zu beruhigen.

Laut den Sicherheitsbehörden des Bundesstaats Rio waren 1180 Militärpolizisten, 132 Zivilpolizisten, vier Helikopter und 15 gepanzerte Fahrzeuge an der seit Wochen angekündigten Aktion beteiligt, die von zahlreichen Journalisten begleitet wurde.

Boys play soccer as a policeman patrols one day after the occupation of the Mare slums complex in Rio de Janeiro, March 31, 2014. The federal troops and police occupied the Mare slums complex on Sunday to help quell a surge in violent crime following attacks by drug traffickers on police posts in three slums on the north side of the city, government officials said. Less than three months before Rio welcomes tens of thousands of foreign soccer fans for the World Cup, the attacks cast new doubts on government efforts to expel gangs from slums using a strong police presence. The city will host the Olympics in 2016.    REUTERS/Ricardo Moraes (BRAZIL - Tags: CRIME LAW SPORT SOCCER WORLD CUP SOCIETY)

Immer schussbereit. Bild: 

Bei Tagesanbruch rückten Sondereinheiten in die Siedlung vor, die als einer der gefährlichsten Stadtteile der Zwölf-Millionen-Einwohner-Metropole gilt. Die Maré-Siedlung besteht aus 16 verschiedenen Favelas, in deren engen Gassen und ärmlichen Häusern Rauschgift- und Waffenhändler Unterschlupf gefunden haben sollen, die aus anderen Favelas verjagt worden sind.

Im Visier der Kriminellen

Die Siedlung mit ihren rund 130'000 Einwohnern liegt zwischen mehreren wichtigen Verkehrsachsen, die das Zentrum von Rio mit den Vororten verbinden und über die im Sommer zehntausende Fussballfans fahren werden.

Seit 2008 wurden in 174 Favelas 38 Einheiten der sogenannten Befriedungspolizei (UPP) stationiert. Seit Jahresbeginn gerieten Mitglieder der UPP aber zunehmend ins Visier von Kriminellen. Dabei wurden acht Polizisten getötet - vier in sogenannten befriedeten Distrikten.

Die Besetzung der Maré-Siedlung hat eine ähnliche Dimension wie die Übernahme des Viertels von Alemão (Viertel der Deutschen) Ende 2010, als 2600 Sicherheitskräfte mobilisiert worden waren. Das Maré soll mindestens bis Ende Juli von der Militärpolizei gehalten werden. Anschliessend sollen 1500 UPP-Beamte die Kontrolle über die Favelas übernehmen.

Brasilien rechnet während der Fussball-WM vom 12. Juni bis 13. Juli mit 600'000 ausländischen Touristen. In Rio, einem von zwölf Austragungsorten, findet unter anderem das Endspiel statt. 2016 werden in Rio ausserdem die Olympischen Sommerspiele ausgetragen, die ersten in Südamerika. (sda/dpa)



Hol dir die App!

Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.

Abonniere unseren Daily Newsletter

0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Ausgenutzte Praktikanten – Bundesrat gibt Jugendlichen einen Korb

Firmen nutzen Praktikanten als billige Arbeitskräfte. Jetzt braucht es Massnahmen, fordern Politiker von links bis rechts. Nicht nötig, findet der Bundesrat.

Die Suche nach der ersten Festanstellung kann hart sein. Viele Unternehmen verlangen von den Bewerbern Berufserfahrung und wollen keine Neulinge. Und so bleibt auf dem Weg zum ersten richtigen Job häufig nur der Umweg über ein Praktikum, in dem man für den deutlich tieferen Lohn vielfach genau gleich chrampfen muss wie der festangestellte Mitarbeiter, der vis-à-vis sitzt.

Schluss mit dem Ausnützen von Praktikanten, fordern verschiedene Politiker – von links bis rechts. Doch der Bundesrat hat …

Artikel lesen