Brasilien
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Fussball-WM in Brasilien

2700 Elitesoldaten belagern die Favelas in Rio

Zweieinhalb Monate vor Beginn der Fussball-Weltmeisterschaft hat die brasilianische Militärpolizei ein Armenviertel nahe dem internationalen Flughafen von Rio de Janeiro besetzt. Am Mittwoch waren Sicherheitskräfte ins Armenviertel eingedrungen, um die Aktion vorzubereiten.

Binnen einer Viertelstunde übernahmen gut 1300 Polizisten unterstützt von Helikoptern und gepanzerten Fahrzeugen die Kontrolle über die Favelas der Maré-Siedlung. Die Besetzung ist eine weiterer Schritt, um die Brennpunkte der Gewalt zu beruhigen.

Laut den Sicherheitsbehörden des Bundesstaats Rio waren 1180 Militärpolizisten, 132 Zivilpolizisten, vier Helikopter und 15 gepanzerte Fahrzeuge an der seit Wochen angekündigten Aktion beteiligt, die von zahlreichen Journalisten begleitet wurde.

Boys play soccer as a policeman patrols one day after the occupation of the Mare slums complex in Rio de Janeiro, March 31, 2014. The federal troops and police occupied the Mare slums complex on Sunday to help quell a surge in violent crime following attacks by drug traffickers on police posts in three slums on the north side of the city, government officials said. Less than three months before Rio welcomes tens of thousands of foreign soccer fans for the World Cup, the attacks cast new doubts on government efforts to expel gangs from slums using a strong police presence. The city will host the Olympics in 2016.    REUTERS/Ricardo Moraes (BRAZIL - Tags: CRIME LAW SPORT SOCCER WORLD CUP SOCIETY)

Immer schussbereit. Bild: 

Bei Tagesanbruch rückten Sondereinheiten in die Siedlung vor, die als einer der gefährlichsten Stadtteile der Zwölf-Millionen-Einwohner-Metropole gilt. Die Maré-Siedlung besteht aus 16 verschiedenen Favelas, in deren engen Gassen und ärmlichen Häusern Rauschgift- und Waffenhändler Unterschlupf gefunden haben sollen, die aus anderen Favelas verjagt worden sind.

Im Visier der Kriminellen

Die Siedlung mit ihren rund 130'000 Einwohnern liegt zwischen mehreren wichtigen Verkehrsachsen, die das Zentrum von Rio mit den Vororten verbinden und über die im Sommer zehntausende Fussballfans fahren werden.

Seit 2008 wurden in 174 Favelas 38 Einheiten der sogenannten Befriedungspolizei (UPP) stationiert. Seit Jahresbeginn gerieten Mitglieder der UPP aber zunehmend ins Visier von Kriminellen. Dabei wurden acht Polizisten getötet - vier in sogenannten befriedeten Distrikten.

Die Besetzung der Maré-Siedlung hat eine ähnliche Dimension wie die Übernahme des Viertels von Alemão (Viertel der Deutschen) Ende 2010, als 2600 Sicherheitskräfte mobilisiert worden waren. Das Maré soll mindestens bis Ende Juli von der Militärpolizei gehalten werden. Anschliessend sollen 1500 UPP-Beamte die Kontrolle über die Favelas übernehmen.

Brasilien rechnet während der Fussball-WM vom 12. Juni bis 13. Juli mit 600'000 ausländischen Touristen. In Rio, einem von zwölf Austragungsorten, findet unter anderem das Endspiel statt. 2016 werden in Rio ausserdem die Olympischen Sommerspiele ausgetragen, die ersten in Südamerika. (sda/dpa)



Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Die neue höchste Schweizerin heisst Marina Carobbio

Sieben Jahre nach ihrer Kandidatur für den Bundesrat übernimmt Marina Carobbio (SP/TI) das Zepter im Nationalrat. Als dessen Präsidentin will sich die Tessiner Sozialdemokratin vor allem für die Anliegen von Frauen und Minderheiten stark machen.

Die unermüdliche, streit- und unternehmungslustige 52-Jährige ist sich bewusst, dass sie während ihres Jahres als Nationalratspräsidentin eine andere Rolle einnehmen wird. «Ich werde lernen müssen, mich weniger in politische Auseinandersetzungen …

Artikel lesen
Link to Article