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Kubanischer Revolutionsführer: Fidel Castro ist tot

Fidel Castro ist tot

Bild: AP/AP
26.11.2016, 06:2627.11.2016, 15:35
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Der kubanische Revolutionär und Politiker Fidel Castro ist tot. Wie sein Bruder Raul mitteilte, starb er am späten Freitagabend im Alter von 90 Jahren. Die Nachricht wurde auch vom kubanischen Staatsfernsehen verbreitet. Die Leiche des Revolutionsführers solle verbrannt werden, sagte Raúl Castro weiter. Das sei der Wunsch seines Bruders gewesen.

Fidel Castro – das Leben des kubanischen Revolutionärs in Bildern

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Fidel Castro – das Leben des kubanischen Revolutionärs in Bildern
Guerillero, Staatsmann, Frauenheld: Fidel Castro war eine der schillerndsten Persönlichkeiten der Weltpolitik. Das Bild zeigt ihn 1957 während seinem Kampf gegen den verhassten Diktator Batista.
quelle: ap/ap
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Fidel Castro regierte Kuba 47 Jahre lang. Er trotzte in der Zeit zehn US-Präsidenten. Auch nach seinem krankheitsbedingten Rückzug 2006 bestimmte er als graue Eminenz im Hintergrund die Geschicke der sozialistischen Karibikinsel mit.

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Er hat Kuba über ein halbes Jahrhundert geprägt: Fidel Castro im April 2016.Bild: AP/Cubadebate

Geboren wurde Castro laut offizieller Biografie am 26. Juli 1926 in Biran im Osten Kubas. Schon als Kind empfand er die sozialen Verhältnisse auf der Insel als zutiefst ungerecht. Als junger Rechtsanwalt nahm er den Kampf gegen den Diktator Fulgencio Batista auf.

Fidel Castro – die wichtigsten Daten
Geburtsname: Fidel Alejandro Castro Ruz
Geburtstag: 13. August 1926
Geburtsort: Birán im Osten Kubas
Eltern: Ángel Castro Argiz (Besitzer einer Zuckerrohrplantage) und Lina Ruz González (Haushälterin)
Geschwister: zwei Brüder und vier Schwestern, mehrere Halbgeschwister
Ehen: mit Mirta Diaz-Balart (1948-1955) und Dalia Soto del Valle (1980)
Kinder: ein Sohn mit Mirta Diaz-Balart, fünf Söhne mit Dalia Soto del Valle, eine uneheliche Tochter ist bekannt, weitere uneheliche Kinder werden ihm nachgesagt
Ausgeübte Berufe: Revolutionär, Politiker, Jurist, Ministerpräsident, Parteichef, Staatsoberhaupt
Partei: Kommunistische Partei (KP)
Lebensmotto: «Socialismo o muerte» («Sozialismus oder Tod»)
Markenzeichen: langer Bart, trug oft eine grüne Uniform

Nach dem gescheiterten Überfall auf die Moncada-Kaserne 1953 und einigen Jahren im Exil landete er Ende 1956 mit rund 80 Mitkämpfern auf Kuba und begann in den Bergen den Guerillakampf. Im Januar 1959 zogen seine Truppen siegreich in Havanna ein.

ZUM 90. GEBURTSTAG DES KUBANISCHEN REVOLUTIONAER FIDEL CASTRO AM SAMSTAG, 13. AUGUST 2016, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG – A photo dated 08 January 1959 of Fidel Castro (C) a ...
Fidel Castro feiert am 8. Januar 1959 den Sieg über den ungeliebten Diktator Batista.Bild: EPA

Mit einer Landreform und der Verstaatlichung von Unternehmen machte sich Castro schnell die USA zum Feind, die die Insel mit einem Handelsembargo belegten. Hilfe fand Kuba bei der Sowjetunion, von der die Insel immer abhängiger wurde.

Der Zusammenbruch des Ostblocks stürzte Kuba nach 1990 in eine schwere Wirtschaftskrise, die das kommunistischen System aber allen Unkenrufen zum Trotz überlebte. Der Not gehorchend rangen sich Fidel und sein Bruder Raúl Castro zu begrenzten marktwirtschaftlichen Reformen durch.

Mit seiner Unbeugsamkeit gegenüber Washington fand Castro aber in Lateinamerika auch über das linke Lager hinaus Anerkennung.

Als sich der greise Revolutionsführer kurz vor seinem 80. Geburtstag einer schweren Operation unterziehen musste, gab er am 31. Juli 2006 seines Ämter zunächst provisorisch an seinen fünf Jahre jüngeren Bruder Raúl ab. Mit der Neukonstituierung des Staatsrat 2008 übernahm Raúl dauerhaft die Führung des Landes.

Kuba-USA: 54 Jahre Feindschaft

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Kuba-USA: 54 Jahre Feindschaft
Nach Jahrzehnten der Feindschaft haben die USA und Kuba ihre diplomatischen Beziehungen offiziell wieder aufgenommen. Die Krise begann am Neujahrstag 1959, als kubanische Revolutionäre unter Führung von Fidel Castro in Havanna einmarschierten. Sie vertrieben den USA-freundlichen Diktator Fulgencio Batista.
quelle: x00660 / â© reuters photographer / reuter
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Die historische Aussöhnung zwischen Kuba und den USA, die in der Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen 2015 und dem Besuch von Präsident Barack Obama in Havanna im März 2016 gipfelte, verfolgte Fidel Castro mit unüberhörbarer Skepsis. (meg/sda/afp/reu)

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110 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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nine
26.11.2016 08:45registriert Januar 2014
Hasta siempre comandante!
Ich hoffe Cuba wird nicht eine zweite Doninikanische Republik oder ein zweites Haiti. Hoffen wir, dass Cuba seinen Weg weiter gehen kann. Klar braucht es Reformen, aber sicher nicht den grossen Wandel. Ruhe in Frieden!
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Nausicaä
26.11.2016 10:42registriert Juli 2016
Ruhe in Frieden, Fidel. Bei der Beurteilung seiner Person und Rolle bin ich zweigeteilt. Ich komme nicht umhin ihn für seinen ausgeprägten Sinn für Ungerechtigkeit und seine hohen Ideale sehr zu bewundern. Andererseits war ich mit der Art, wie er regierte, absolut nicht einverstanden.
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Maria B.
26.11.2016 13:12registriert Februar 2015
Man muss Castro nicht glorifizieren, ABER : er hat 1959 den korrupten Präsidenten Batista, der Kuba zum Bordell und Glücksspielparadies der USA herabgewürdigt hat, endlich zum Teufel gejagt.

Zudem hat er in Kuba das beste und kostenlose Gesundheitssystem Lateinamerikas, sowie gemäss UNESCO das beste Bildungswesen (Alphabetisierung 100%) institutionalisiert. Niedrigste Säuglingssterblichkeit und höchste Lebenserwartung in Lateinamerika. Und dies in einem zuvor beispiellos armen Land, also eine ganz enorme Leistung!

Der tiefe Lebensstandard aber beruht zum grossen Teil auf den US-Sanktionen.
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