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Ob sich Menschen in den brennenden Zelten befanden, ist bisher unklar.
Bild: Matej Leskovsek/AP/KEYSTONE

An der slowenisch-kroatischen Grenze brennen Flüchtlingszelte

21.10.15, 12:12

Im slowenischen Brezice, nahe der kroatischen Grenze, spitzt sich die Lage zu: Wie verschiedene Medien übereinstimmend berichten, brennen offenbar mehrere Zelte eines Auffanglagers für Flüchtlinge. Die Brandursache ist derzeit noch unklar. Feuerwehr und Rettungskräfte sind im Einsatz.

Wie n-tv berichtet, ist bisher ebenfalls ungeklärt, ob sich Menschen in einem der brennenden Zelte befunden haben. Laut dem Nachrichtensender N24 sollen es die Flüchtlinge selbst gewesen sein, die aus Protest über die Lage in dem Lager die Zelte angezündet haben. Es herrsche grosse Wut darüber, dass man in Brezice festgehalten und am Weiterreisen gehindert würde.

Mehr als 1000 Flüchtlinge sind in dem Lager in Brezice untergebracht.
Bild: Matej Leskovsek/AP/KEYSTONE

8000 statt 2500 Flüchtlinge an einem Tag

Auf der Balkanroute kommt es derzeit zu einem Rückstau der Flüchtlinge, weil Serbien, Kroatien und Slowenien immer wieder Grenzen schliessen oder nur eine bestimmte Anzahl von Menschen pro Tag abfertigen. So hatte Slowenien beschlossen, täglich 2500 Flüchtlinge einreisen zu lassen, zu registrieren und nach Österreich weiterreisen zu lassen. 

Bild: Matej Leskovsek/AP/KEYSTONE

Trotz dieses Vorhabens waren allein am Montag 8000 Flüchtlinge in Brezice angekommen. Die kleinen Staaten sind mit der hohen Zahl von Flüchtlingen überfordert. Um der Lage Herr zu werden, hat die slowenische Regierung beschlossen, auch Militär einzusetzen. Die Soldaten sollen die Polizei vor allem an der Grenze unterstützen.

Juncker beruft EU-Sondertreffen ein

EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker lädt einige europäische Staats- und Regierungschefs zu einem Spitzentreffen am Sonntag nach Brüssel ein. Dabei solle es um die Westbalkanroute gehen, teilte die EU-Kommission am Mittwoch in Brüssel mit.

Auch die deutsche Kanzlerin Angela Merkel werde erwartet. Eingeladen sind neben Merkel die Staats- und Regierungschefs der EU-Länder Österreich, Bulgarien, Kroatien, Griechenland, Ungarn, Rumänien und Slowenien sowie der Nicht-EU-Staaten Mazedonien und Serbien. Frankreich wird nicht vertreten sein.

«Angesichts der Ausnahmesituation in den Ländern auf der westlichen Balkanroute sind eine grössere Zusammenarbeit, verstärkte Beratungen und sofortiges Handeln von Nöten», teilte Junckers Büro weiter mit. Die Kommission strebt gemeinsame Schlussfolgerungen an, die direkt in die Tat umgesetzt werden könnten.

(viw)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Libertas 21.10.2015 16:33
    Highlight Zelte selber angezündet!? Ich würde sie jetzt unter freiem Himmel schlafen lassen. Können sich ja mit Ästen einen Unterschlupf bauen. Sie wollens ja nicht anders.
    Die Grenzen müssen endlich komplett geschlossen werden. Es gibt keine Alternative dazu.
    16 6 Melden
  • Warbi 21.10.2015 15:12
    Highlight das war es dann auch. Wer Hilfe ausschlägt oder zerstört ist auch nicht schutzbedürfig.
    23 2 Melden
  • Wilhelm Dingo 21.10.2015 13:28
    Highlight Wie kann man die wenige Infrastruktur noch selbst zerstören? Ich verstehe diese Menschen nicht.
    32 3 Melden
  • Gelöschter Benutzer 21.10.2015 13:19
    Highlight Das kann doch nicht sein, alle Flüchtlinge sind doch Heilige. Das hat uns doch watson nun die ganze Zeit erklärt. Das ist bestimmt ein Fehler. Es waren sicher die bösen Polizisten bzw. Grenzwächter, die aus Jux Zelte anzünden.
    35 6 Melden
    • sobre 21.10.2015 14:12
      Highlight Nein, SVP ist schuld:o)
      12 11 Melden
    • stiberium 21.10.2015 14:25
      Highlight Immer wenn ich was von dir lese dann möchte ich dir einen Ballon schenken. Viel Freude damit.
      12 7 Melden
    • Gelöschter Benutzer 21.10.2015 14:32
      Highlight Danke, dass mit dem Ballon bedeutet mir viel..
      18 0 Melden
  • Gelöschter Benutzer 21.10.2015 13:18
    Highlight Tun die EU-Politiker irgendwas Relevantes oder beschränken sie sich aufs Palavern?
    11 12 Melden
  • Dä Brändon 21.10.2015 13:02
    Highlight Stimmt nicht ganz was die Grenzschliessungen angeht. Kroatien hat die Grenzen zwei mal geschlossen, jedoch nicht Serbien und Slowenien wie oben beschrieben. Bei Slowenien bin ich mir aber nicht 100% sicher.
    2 2 Melden
  • Gelöschter Benutzer 21.10.2015 12:38
    Highlight und das nächste "junker-sche" eu geplapper geht am sonntag über die bühne...

    bla bla
    blablabla
    bla bla
    äh, nein, ja, vielleicht
    sollten wir nicht
    blabla bla blabla

    das ergebnis wird dann wohl wieder "warme luft" sein und ein "ausser viele spesen nichts gewesen"...
    22 7 Melden

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