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Malala sichtlich bewegt: «... jetzt bin ich mit offenen Augen zurück»



Über fünf Jahre nach dem Anschlag der radikalislamischen Taliban ist die pakistanische Friedensnobelpreisträgerin Malala Yousafzai in ihren Heimatort zurückgekehrt. Die 20-Jährige hielt sich am Samstag in Begleitung ihrer Eltern und ihrer beiden Brüder zu einem symbolischen Kurzbesuch in Mingora im nordwestpakistanischen Swat-Tal auf.

Malala (Bildmitte) mit ihrer Familie an ihrem Geburtsort in Mingora

Pakistan's Nobel Peace Prize winner Malala Yousafzai, center, poses for a photograph with her family members at her native home during a visit to Mingora, the main town of Pakistan Swat Valley, Saturday, March 31, 2018. Yousafzai arrived in her hometown for the first time since a Taliban militant shot her there in 2012 for advocating girls' education. (AP Photo/Abdullah Sherin)

Bild: AP/AP

Dort hatte sie den Anschlag im Oktober 2012 nur knapp überlebt. Nach dem Attentat habe sie die Region «mit geschlossenen Augen verlassen, nun bin ich mit offenen Augen zurück», sagte Malala sichtlich bewegt.

Malala schwer verletzt nach dem Anschlag am 9. Oktober 2012

epa06635513 (FILE) - A handout photo made available by the Inter-Services Public Relations (ISPR) shows Army soldiers shifting Malala Yousafzai, a Pakistani teenager who won international praise for advocating girls' education despite Taliban threats, after she was shot and wounded in Swat, following her shifting to Peshawar Pakistan, 09 October 2012 (reissued 29 March 2018).  Pakistani girl Malala Yousafzai, the winner of Nobel Peace Prize has returned to Pakistan on a short trip on 29 March after a gap of almost 5 years after she was attacked by Taliban on 09 October 2012 for advocating girls rights to education and wounded along with two schoolmates.  EPA/ISPR HANDOUT HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Bild: EPA/ISPR HANDOUT

Malalas Reise ins Swat-Tal wurde streng geheimgehalten und war von massiven Sicherheitsvorkehrungen des pakistanischen Militärs begleitet. Sie flog mit einem Militärhelikopter aus Islamabad ein und besuchte kurz ein reines Jungen-College ausserhalb von Mingora. Ein ursprünglich geplantes Treffen mit Schülern fand nicht statt. Anschliessend kehrte Malala nach Islamabad zurück.

Streng bewacht wird Malala im schwarzen Wagen in ein Hotel in Islamabad gebracht

epa06635105 Pakistani activist for female education and Nobel Peace Prize laureate Malala Yousafzai  (in black vehicle) arrives at a hotel in Islamabad, Pakistan, 29 March 2018. Malala Yousafzai was shot by Taliban militants in her hometown of Swat, Pakistan on 09 October 2012 in responce to her struggle for female education, which the Taliban banned after seizing control of the Swat valley. Malala Yousafzai is returning to Pakistan for the first time in 6 years and is expected to meet with Pakistan's Prime Minister Shahid Khaqan Abbasi.  EPA/SOHAIL SHAHZAD

Bild: EPA/EPA

«Ich bin überglücklich», sagte die 20-Jährige nach der Ankunft in der Schule. «Mein Traum wurde wahr. Dank der unschätzbaren Opfer meiner Brüder und Schwestern ist der Frieden ins Swat-Tal zurückgekehrt».

Malala spricht am 29. März in Islamabad vor Gästen

epa06635778 A handout photo made available by the Press Information Department shows Pakistani Nobel Peace Laurete, Malala Yousafzai speaks to audience in Islamabad, Pakistan, 29 March 2018. Malala Yousafzai, the winner of Nobel Peace Prize has returned to Pakistan on a short trip on 29 March after a gap of almost 5 years after she was attacked by Taliban on 09 October 2012 for advocating girls rights to education and wounded along with two schoolmates.  EPA/PID HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Bild: EPA/PID

Schon als Elfjährige hatte sich die Tochter eines Schulleiters in einem BBC-Blog für den Schulbesuch von Mädchen stark gemacht. Damals war das Swat-Tal Hochburg der Taliban und Malala beschrieb ihr Leben unter der radikalislamischen Miliz. Vier Jahre später schossen Taliban-Kämpfer ihr in den Kopf.

Schülerinnen in Malalas Schule im Swat-Tal in Pakistan

Students of the school of Nobel Peace Prize winner Malala Yousafzai flash victory sign in her hometown of Swat Valley in Pakistan, Friday, March 30, 2018. A Pakistani women's activist says Malala Yousafzai, who is back in Pakistan for the first time since the Taliban shot her in 2012, is hoping to visit her Swat Valley hometown but that the trip depends on security clearances from the government.(AP Photo/Naveed Ali)

Bild: AP/AP

Malala überlebte schwer verletzt und wurde zur Behandlung ins britische Birmingham ausgeflogen, wo sie seitdem mit ihrer Familie lebt und auch ihren Schulabschluss machte. Inzwischen studiert sie an der Universität von Oxford.

2014 wurde Malala im Alter von 17 Jahren mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Sie setzt sich weiter für Schulbildung für Mädchen ein.

Schlagzeile bei ihrer Rückkehr: «Sie verliess ihre Heimat im Koma und kommt mit dem Nobel-Preis zurück»

epa06637352 A man reads front page news of Pakistani girl Nobel Peace Laurette, Malala Yousafzai's return to the home country, in Karachi, Pakistan, 30 March 2018. Malala Yousafzai returned to Pakistan on 28 March for the first time in almost six years after leaving her home country following a Taliban attack in which she was shot in the head for defending the right of girls to be educated.  EPA/SHAHZAIB AKBER

Bild: EPA/EPA

Im März öffnete im Bezirk Shangla nordöstlich von Mingora eine reine Mädchen-Schule, die mit Geldern der Malala-Stiftung gebaut worden war. In dem Bezirk lebte die Familie, bevor sie nach Mingora zog.

Seit Donnerstag hält sich Malala zu ihrem ersten Besuch in ihrem Heimatland auf. Sie wolle nach dem Ende ihres Studiums nach Pakistan zurückkommen, sagte sie am Freitag dem pakistanischen Fernsehsender Geo. «Es ist mein Land, und ich habe ebenso ein Anrecht drauf wie jeder andere Pakistaner.»

Die Situation in ihrem Heimatland habe sich seit damals verbessert, sagte sie weiter: «Die Dinge verbessern sich, die Menschen schliessen sich zusammen und es läuft eine Kampagne für ein besseres Pakistan. Die Menschen sind aktiv, was sehr gut ist.»

Viele Pakistaner feierten Malalas Besuch in Pakistan. Doch wird sie auch von konservativen Kreisen in ihrer Heimat angefeindet. Sie sehen sie als «Agentin des Westens» an, deren Mission es sei, ihr Land öffentlich blosszustellen. (sda/afp)

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