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Beim Blutbad in der Kirchen in Charleston kamen neuen Menschen ums Leben. Bild: BRIAN SNYDER/REUTERS

Charleston-Mörder: «Ich wollte einen Krieg der Rassen entfachen»

Dylann R. hat den Behörden gestanden, das Attentat auf die historische Kirche in Charleston verübt zu haben. Er tötete dabei neun Menschen und fachte damit erneut die Rassismus-Debatte in den USA an.

19.06.15, 15:38 19.06.15, 16:51

Amoklauf in Schwarzen-Kirche in Charleston

Die Behörden bestätigten am Freitag, dass der mutmassliche Täter Dylann R. geständig ist, schreibt «CNN». Er habe die neun Schwarzen getötet, um Unruhe zu stiften. «Ich wollte einen Krieg der Rassen entfachen», soll R. laut der Ermittlern gesagt haben.

Dylanns Mitbewohner erzählte der Polizei, dass er ein grosser Fan der Segregation, der Trennung von Schwarzen und Weissen, sei. «Ihr vergewaltigt unsere Frauen. Ihr übernehmt unser Land. Ich muss tun, was ich tun muss», soll Dylann einem jungen Gemeindemitglied gesagt haben, bevor er ihn erschoss.

Es ist umstritten, woher der Täter die Waffe hatte. Ersten Medienberichten zufolge soll sein Vater ihm die Faustfeuerwaffe geschenkt haben. Neuere Berichte gehen aber eher davon aus, dass Dylann die .45-Kaliber-Waffe selbst gekauft haben soll. Obama rief in einer Ansprache nach der Tat dazu auf, die liberalen Waffengesetze zu überdenken. 

Strafverfahren eingeleitet

Gegen R. ist indes ein Strafverfahren wegen neunfachen Mordes eingeleitet worden. Der 21-Jährige wird noch am Freitag (20 Uhr MESZ) zu einem Gerichtstermin erwartet.

Weiterer Anklagepunkt sei der Waffenbesitz bei der Durchführung eines Gewaltverbrechens, teilte die Polizei über den Kurznachrichtendienst Twitter mit. US-Medien zufolge habe er die Tat bereits gegenüber den Ermittlern gestanden. In den kommenden Wochen muss eine sogenannte Grand Jury aus Laienrichtern entscheiden, ob die Beweise für eine offizielle Anklage ausreichen.

Die Tat

Der junge, weisse Mann mischte sich am Mittwochabend während des Bibelunterrichts unter die grossmehrheitlich schwarzen Gläubigen in dem historischen Gebäude und eröffnete plötzlich das Feuer. Neun Schwarze starben: sechs Frauen und drei Männer.

Die Behörden gehen von einer rassistischen Tat aus. «Der einzige Grund, warum jemand in eine Kirche geht und betende Leute erschiesst, ist Hass», sagte Charlestons Stadtpräsident Joe Riley. Das Justizministerium in Washington und die Bundespolizei FBI leiteten Ermittlungen wegen eines Hassverbrechens ein. (lhr/sda)

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Brikne, 20.7.2017
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11Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Thomas Binder 20.06.2015 09:17
    Highlight Ich wünsche uns allen ein schönes Wochenende, an diesem ersten Wochenende im Ramadan aber auch fünf Minuten, in welchen wir uns überlegen, wie derzeit 24/7 auf allen Kanälen über Charleston berichtet würde, wenn nicht ein weisser "Psychopath" schwarze Menschen christlichen Glaubens in deren Kirche, sondern ein sich Moslem nennender "Psychopath" Menschen jüdischen Glaubens in deren Synagoge erschossen hätte und weshalb dies wohl so ist - Ramadan Mubarak!

    I will miss Jon Stewart...

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  • ricardo 19.06.2015 20:20
    Highlight Alleine schon sein Äusseres erinnert irgendwie an Breivik. Letztendlich sind diese jämmerlichen Kreaturen immer auch das Produkt perfider und einschlägiger Propaganda. In den USA braucht man bloss eine Stunde Rush Limbaugh zuzuhören und ist dann überhaupt nicht überrascht, dass sich ab und an solch barbarische Taten ereignen. Leider ernten diese vermeintlichen Stimmen des Volkes auch noch Beifall für deren grosse Klappe. Dieses Problem beschränkt sich keineswegs nur auf die USA. Und die Meinungsfreiheit bleibt trotz diesen Tragödien eine heilige Kuh.
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  • Sandokan 19.06.2015 19:54
    Highlight Salonfähig machen von Rassismus in Medien ,hierzulande von SVP,Blick und 20min. Sehr gefährliche Sache. Verbreitung von Hass sollte unter Straffe gesetzt werden. Sowas kann auch hier bei uns in der Schweiz passieren. Nicht umsonst hat auch der Bund schon berichtet das dies(Fremdenhass) auch eine Gefahr ist für unsere Gesellschaft.
    12 3 Melden
  • zombie woof 19.06.2015 17:18
    Highlight Mit Facebook etc wird solchen Individuen eine Plattform geboten, wo sie sich tummeln und gegenseitig loben können bis sie soweit sind und selber daran glauben, dass ihr Tun gerechtfertigt und gefordert ist.
    11 2 Melden
  • michael_mm 19.06.2015 16:30
    Highlight Es ist offensichtlich, dass solch „tierische“ Abwehrreaktionen gegenüber dem Fremden tief im Menschen drinsitzen. Damit müssen wir umzugehen lernen. Und dass genau darin die Leistung der Zivilisation besteht, zeigt dieser Text: http://andreasmaurer.ch/artikel/seien-wir-ehrlich/
    1 1 Melden
    • AdiB 19.06.2015 19:45
      Highlight kurz und bündig, der mensch ist immer neidisch und gierig.
      0 0 Melden
  • Asmodeus 19.06.2015 16:22
    Highlight Kleiner Hinweis.
    Im Text wird sein Nachname auf R. gekürzt. In der Bilderstrecke steht sein voller Name.

    Sonst nix zu melden meinerseits. Ein Geisteskranker auf einer eingebildeten Mission hat mal wieder Menschenleben gefordert. Leider.
    7 0 Melden
    • Macke 19.06.2015 17:18
      Highlight Die Tat ist grauenhaft. Deshalb bin ich auch vehement dagegen, den Täter als "geisteskrank" zu bezeichnen, solange es keine Diagnose gibt. Wird der Täter als "krank" bezeichnet, impliziert das auch immer eine gewisse Unschuld am Zustand und an der Tat. Zudem wird es dadurch einfacher, der Gesellschaft resp. der Peer Group die Mitschuld abzusprechen. Denn die könne - in dieser Argumentation - ja nichts dafür, dass der Täter krank sei und solches Grauen anrichtet. Deshalb keine Patholosierung.
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    • Yelina 19.06.2015 18:27
      Highlight @Macke, oder es impliziert im gegenteiligen Fall, dass alle "Kranken" zu sowas fähig sind, was fast noch schlimmer ist.
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  • Señor Ding Dong 19.06.2015 15:45
    Highlight Hätten alle in der Kirche eine Waffe getragen, wäre das nicht passiert!

    #WaffenFürAlle #KidsWithGuns #NRA4Life...


    Schuld sind die Videospiele.
    27 25 Melden
    • Max Havelaar 19.06.2015 16:23
      Highlight lol
      18 1 Melden

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