Russland
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Bild: Reuters

Ukraine-Krise

So sieht das Drehbuch zur Annexion der Krim durch Russland aus

Der Westen befürchtet eine Übernahme der ukrainischen Region durch Russland. Innert weniger als zwei Wochen haben russische Truppen und prorussische Milizen vor Ort bereits Fakten geschaffen.

1. EINSETZUNG EINER ÜBERGANGSREGIERUNG

Police stand guard at a local parliament in Simferopol, Crimea February 28, 2014. Armed men took control of two airports in the Crimea region on Friday in what Ukraine's government described as an invasion and occupation by Russian forces, raising tension between Moscow and the West. REUTERS/David Mdzinarishvili (UKRAINE - Tags: POLITICS CIVIL UNREST)

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Fünf Tage nach dem Sturz des Moskau zugewandten ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch besetzten prorussische Milizen am 27. Februar das Parlament und Regierungsgebäude in der Krim-Hauptstadt Simferopol und hissten die russische Flagge. Der prorussische Politiker Sergej Aksjonow wurde als Interims-Regierungschef eingesetzt, das Parlament stimmte am 6. März für den Beitritt zu Russland und für ein Referendum über die Unabhängigkeit am 16. März.

2. ÜBERNAHME DER KONTROLLE VOR ORT

Members of a pro-Russian self defence unit stand in a formarion as they take an oath to Crimea government in Simferopol March 10, 2014. Russian forces consolidated their hold on Ukraine's Crimea peninsula on Monday, taking over a military hospital and a missile base as officials geared up for a referendum on the region's future.  REUTERS/Vasily Fedosenko (UKRAINE - Tags: POLITICS MILITARY)

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Tausende russische Soldaten bezogen in den vergangenen Tagen Stellungen auf der Krim - nach Angaben ukrainischer Grenzschützer befinden sich inzwischen 30'000 russische Soldaten in der Region. Die professionell ausgerüsteten Männer in Uniformen ohne Hoheitsabzeichen haben ukrainische Militäranlagen umstellt. Zu grösseren Zwischenfällen kam es bislang nicht. 

epa04116974 Russian servicemen stand guard abord a Russian Navy ship in Sevastopol, Crimea, Ukraine 09 March 2014. The USA and European Union have threatened sanctions against Moscow over the military standoff in the strategic Crimean peninsula, and are urging Russia to pull back its forces in the region and allow in international observers and human rights monitors. Crimea, which has a majority ethnic Russian population, is strategically important to Russia as the home port of its Black Sea Fleet.  EPA/ZURAB KURTSIKIDZE

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Die russische Schwarzmeerflotte blockiert derweil ukrainische Marineschiffe im Hafen von Sewastopol. Die Hafenstadt ist seit dem 18. Jahrhundert Hauptstützpunkt der russischen Schwarzmeerflotte.

3. SPERRUNG DER GRENZEN

A couple stands next to armed servicemen outside a Ukrainian border guard post in the Crimean town of Balaclava March 1, 2014. Ukraine accused Russia on Saturday of sending thousands of extra troops to Crimea and placed its military in the area on high alert as the Black Sea peninsula appeared to slip beyond Kiev's control. REUTERS/Baz Ratner (UKRAINE - Tags: MILITARY POLITICS CIVIL UNREST TPX IMAGES OF THE DAY)

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Durch ihre Lage ist die Halbinsel Krim leicht vom Rest der Ukraine zu trennen. Russische Truppen haben Kontrollpunkte an den einzigen beiden Strassen eingerichtet, die auf die Halbinsel führen. Prorussische Milizen ordneten am Dienstag die Aussetzung aller nicht aus Moskau kommenden Flüge von und zum Krim-Flughafen Simferopol an. Eine Maschine aus Kiew wurde zum Umkehren in die ukrainische Hauptstadt gezwungen. Zugpassagiere werden von Milizen kontrolliert.

4. KONTROLLE DER KOMMUNIKATION

Employees of the TVK regional private television company work inside a studio as a statement made by ousted Ukrainian President Viktor Yanukovich airs in Russia's Siberian city of Krasnoyarsk, March 11, 2014. Yanukovich said on Tuesday that Crimea is breaking away from Ukraine and blamed opponents who forced him from power for developments on the Black Sea peninsula, which is holding a referendum on Sunday on joining Russia. REUTERS/Ilya Naymushin (RUSSIA - Tags: MEDIA POLITICS)

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Um die Informationshoheit auf der Krim zu gewinnen, wurden in den vergangenen Tagen sechs ukrainische Fernsehkanäle abgeschaltet und durch russische Sender ersetzt. Ukrainische und ausländische Journalisten sind auf der Krim zunehmendem Druck ausgesetzt, mehrere ukrainische Reporter wurden von prorussischen Milizen verprügelt.

5. ABHALTUNG EINES REFERENDUMS

A woman walking by a poster calling people to vote in the upcoming referendum, in the Crimean port city of Sevastopol March 10, 2014. Crimea's parliament, dominated by ethnic Russians, voted to join Russia last week and set a referendum for March 16, escalating the crisis. The poster reads,

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Bei der Volksabstimmung am kommenden Sonntag werden die Bewohner gefragt, ob sie für einen Anschluss an Russland sind oder ob die Krim zu der weitreichenden Autonomie zurückkehren soll, die sie unter der Verfassung von 1992 genoss. Der Status Quo mit der Krim als integralem Bestandteil der Ukraine steht dagegen beim Referendum nicht zur Option.

(mit Material der sda)



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    Alle Leser-Kommentare
  • zombie1969 12.03.2014 11:12
    Highlight Highlight Jeder Schritt, der die Staaten Europas dazu bringt sich von der Abhängigkeit einzelner Staaten zu lösen, ist ein Schritt zu mehr Souveränität. Im Interesse der Regierungen in Europa müsste es sein, die Energieeinfuhren aus RUS auf das Minimum zu reduzieren. Alternativversorgung kostet viel Geld, erzeugt jedoch mehr Freiheit. Und wenn es Freiheit zu kaufen gibt, sollte man nicht zögern, denn es ist und bleibt langfristig immer ein Schnäppchen, was es auch kostet.
    Energiepolitik wird für Europa die grosse Herausforderung in den kommenden Jahren sein. Daher sollte Europa in Sachen Krim stillhalten und im eigenen Haus Ordnung halten und sich nicht in Sachen einmischen, die einem nichts angehen.
    • Jonasn 12.03.2014 12:24
      Highlight Highlight genau @zombie1969. Wir sollten schön stillhalten in Sachen Krim. Und morgen würde ich vorschlagen, dass deutsche Soldaten in Zürich positioniert werden. Leben eh viele Deutsche hier und nach 3 Wochen Hardcore Propaganda und Militär an jeder Ecke sind die Zürcher überzeugt, dass es besser ist mit den Deutschen. Heim ins Reich. Und wehe es mischt sich jemand von aussen ein. Geht die ja nix an...

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