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Der unendliche Gerichtsfall des Wilson A. – ein Bericht

Der Geschädigte Wilson A., links, mit seinem Anwalt Bruno Steiner. Bild: KEYSTONE

Vor dem Bezirksgericht Zürich standen diese Woche drei Polizisten. Sie sollen einen dunkelhäutigen Mann, der an einem Herzfehler leidet, brutal zusammengeschlagen haben. Der Vorfall ist neun Jahre her, dass es erst jetzt zur Verhandlung kommt, hat verschiedene Gründe. Bericht von einem ungewöhnlichen Prozess.

12.04.18, 10:06 13.04.18, 06:08


Im Foyer des Bezirksgerichts Zürich, Wengistrasse 28, 10. Abteilung Staatsanwaltschaft und Zwangsmassnahmengericht, ist hinter einer Glasscheibe ein Defibrillator angebracht. Nur im Notfall zu benutzen, steht auf einem Merkzettel.

Irgendwas muss brutal schief gelaufen sein, bei der Kontrolle durch eine Patrouille der Stapo am 28. Oktober um ca. 00.45 Uhr im Zürcher Kreis 3. Wilson A., Mitte 30, vor kurzem eine Herzoperation hinter sich, Defibrillator in der Brust eingesetzt, ist mit einem Kollegen im Tram auf dem Nachhauseweg von einem Salsa-Konzert.

Gruppe UNO 45, bestehend aus den Polizisten Nadine I., Stefan B. und Gruppenführer Gerhard Z., ist an diesem Abend in einem Einsatzfahrzeug auf Patrouille. Am Stauffacher will Gerhard Z. laut Aussage im Tram der Linie 9 eine zur Fahndung ausgeschriebene Person erkannt haben – Vulpus-Meldung AG 4/3547, ein wegen Vermögensdelikten gesuchter Nordafrikaner. 

Stefan B. und Nadine I. steigen an der Haltestelle Werd zu. Verlangen die Ausweise von Wilson A. und seinem Begleiter. Die beiden Männer fragen, ob sie wegen ihrer Hautfarbe kontrolliert werden. An der nächsten Haltestelle, Bahnhof Wiedikon, mitten im Kreis 3, eskaliert die Situation.

Einen solchen Einsatz hätten sie noch nie erlebt, sagen die drei Beschuldigten vor Gericht übereinstimmend.

Er sei bis heute traumatisiert, sagt Wilson A.

Die erzwungene Anklage

Den Polizisten wird Gefährdung des Lebens und Amtsmissbrauch vorgeworfen. So zumindest steht es in der Anklageschrift. Vor Gericht vollzieht die Staatsanwältin dann aber eine Kehrtwende. Die Angeklagten seien von allen Vorwürfen freizusprechen, die Beweislage zu dünn, es gebe «erhebliche Zweifel» an der Version des Geschädigten Wilson A.

Wilson A. vor dem Zuercher Bezirksgericht am Dienstag, 10. April 2018. Heute stehen drei Stadtpolizisten vor dem Bezirksgericht Zuerich, sie sind des Amtsmissbrauchs und der einfachen Koerperverletzung angeklagt. Wilson A. wurde vor ueber 9 Jahren Opfer von Polizeigewalt. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Wilson A. vor dem ersten Prozesstag am Dienstag. Bild: KEYSTONE

Eine juristische Spitzkehre, aber nur auf den ersten Blick, das wird deutlich, wenn man in den Fall eintaucht, der sich nun seit bald neun Jahren hinzieht. Für die Ermittlungsbehörde war relativ schnell klar, dass nur unzureichende Hinweise für eine Anklage bestehen. Die Staatsanwältin stellte die Ermittlungen ein. Einmal, zweimal, der Verteidiger von Wilson A., Bruno Steiner, eine Koryphäe des Strafverteidigungswesens, lässt nicht locker, zieht alle Register. Der Anwalt verlangte zuerst ein Aussstandsbegehren, zog ans Obergericht, dann ans Bundesgericht – und bekam schliesslich Recht: Die Staatsanwältin musste eine Anklageschrift formulieren – contre cœur, wohlgemerkt.

Aber eigentlich geht es an diesen zwei prallen Frühlingstagen im April nicht um eine Gefährdung des Lebens, es geht auch nicht um Amtsmissbrauch oder Körperverletzung. Es geht – zumindest für die Privatklägerschaft – um den Vorwurf des Racial Profiling, rassistisch motivierte Polizeikontrollen. Es geht um die Frage, ob Wilson A. kontrolliert wurde, weil er schwarz ist.

Dies machen nicht zuletzt die Rahmenhandlungen dieses Prozesses deutlich. Vor dem Gebäude des Bezirksgerichts, ausgewaschene Fassade, körniger Sichtbeton, stehen am Dienstagmorgen um halb 8 Uhr circa 30 Personen mit Transparenten: «Stopp rassistische Kontrollen», «Hautfarbe ist kein Verbrechen – Stopp Polizeigewalt». Eine Mahnwache, eine Solidaritätskundgebung, ein leiser Protest gegen ein System, das Menschen mit anderer Hautfarbe diskriminiere. Unterstützer der NGO «Allianz gegen Racial Profiling» sind hier, und Leute der Autonomen Schule Zürich ASZ – und Mohammed Wa Baile, das wahrscheinlich bekannteste Gesicht der Anti-Racial-Profiling-Bewegung.

Kundgebung vor dem Zuercher Bezirksgericht am Dienstag, 10. April 2018. Heute stehen drei Stadtpolizisten vor dem Bezirksgericht Zuerich, sie sind des Amtsmissbrauchs und der einfachen Koerperverletzung angeklagt. Wilson A. wurde vor ueber 9 Jahren Opfer von Polizeigewalt. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Solidaritätskundgebung für Wilson A. vor dem ersten Prozesstag.  Bild: KEYSTONE

Auch im Gerichtssaal machen sich die Unterstützer von Wilson A. bemerkbar. Gut 20 Personen, alle Altersklassen, vom Kind bis zum Rentner, und alle Hautfarben sind vertreten. Fünf sogenannte «Prozessbeobachter» notieren akribisch sämtliche Äusserungen von Staatsanwaltschaft und Verteidigung. Bei gewissen Aussagen der Staatsanwältin ertönen Buhrufe aus dem Publikum, als die Beschuldigten sich bei der Befragung anschicken, Schweizerdeutsch zu sprechen, macht sich Unmut breit. Der Gerichtspräsident mahnt zur Ruhe, aber der grösste Unruhestifter sitzt ohnehin nicht im Publikum, sondern an der Seite von Wilson A.

Bruno Steiner, Verteidiger des legendärsten Schweizer Bankräubers der jüngeren Vergangenheit, Hugo Portmann, Verteidiger des Financiers Dieter Behring. Ein notwendiger Unbequemer, bescheinigen ihm wohlgesonnene Kollegen. Ein lästiger Querulant, sagen diejenigen, die ins Visier von Steiner geraten sind. Und das sind einige. Steiner hat – als Richter notabene – schon Christoph Blocher angezeigt, er lief – als Anwalt – aus Protest aus einer laufenden Gerichtsverhandlung. Der 69-jährige Steiner, so scheint es, überfordert die durchgetaktete, gut geölte, meist reibungslos funktionierende Maschinerie des Justizwesens mit seinen lustvollen juristischen Sabotageakten.

Dieser Steiner also, sitzt jetzt da, den Oberkörper in die Rückenlehne geworfen, die Faust an seine Backenknochen gepresst, dass es einem beim Zuschauen wehtut, und stiert mit einer Mischung aus Verachtung und grenzenlosem Desinteresse in den Saal. Neben ihm hält gerade die Staatsanwältin ihr Plädoyer. Steiner strahlt die Aura eines zu allem Entschlossenen aus – und er strapaziert damit die Nerven des Gerichts gehörig.

Keine fünf Minuten sind seit Prozessbeginn vergangen, da stellt Steiner ein neuerliches Ausstandsbegehren. Die Parteienvertreter und die Zuschauer werden hinausgebeten. Das Gericht muss sich beraten. Es ist der Auftakt zu einem munteren Stühlerücken. Im Lauf der zwei Verhandlungstage werden sich die Zuschauer noch ein paar Mal draussen die Füsse vertreten dürfen.

Einmal geht es um die Verfahrenssprache, dann um das rechtliche Gehör der Gegenseite, schliesslich um die Länge des Plädoyers von Steiner. Rechtliche Kunstgriffe, prozessuale Hakenschläge: Steiner zündet das ganze Arsenal an juristischen Winkelzügen.

Sein Plädoyer, das er nach intensiver Beratung durch das Gericht vollständig halten darf, wird als episch angekündigt. Und er hält Wort. In minutiöser Kleinarbeit rollt er den Fall auf, auf 450 Seiten gepresste Anschuldigungen. Im Kiefer des Gerichtspräsidenten schwingt während den Ausführungen Steiners ein Pendel hin und her, bei jedem Aufprall formt sich eine Kugel in den Wangen. Die Zeit verrinnt kläglich langsam, im Publikum zeigen sich bald einmal erste Opfer von Ermüdungserscheinungen. Mehr als sieben Stunden dauert das Plädoyer insgesamt. Eine kleine Vergeltungsaktion vielleicht auch für die ebenfalls epische Dauer des Verfahrens, oder «Prozesskaskade», wie Steiner den bald neun Jahre andauernden Streit nennt.

Privatkläger Steiner übernimmt vor Gericht die Rolle der Staatsanwaltschaft, gezwungenermassen, wie er sagt. Er klagt an, spricht von einer «Gewaltorgie», die sein Mandant über sich ergehen lassen musste, von einem Signalement, das es nicht gebe, von Schutzbehauptungen und von einem «widerlichen Geschädigten-Bashing» durch die Staatsanwaltschaft. Es handle sich bei Wilson A. um keinen Einzelfall. Das zeigten erstens die Erfahrungen seines Mandanten, der in den letzten Jahren viermal grundlos kontrolliert worden sei, und zweitens die Realität im Zürcher Kreis Cheib. Steiner zeichnet das Bild einer «eigentlichen Jagd auf Afrikaner», einer unter «Generalverdacht» stehenden schwarzen Bevölkerung, aufgrund einiger schwarzer Chügelidealer an der Langstrasse, und einer «Nullrisikomentalität», die, wie bei Wilson A., zu unzimperlichen Übergriffen führe.

Die Polizisten nennt er konsequent «Funktionäre».

Die Verteidigung hat für das Plädoyer wenig schöne Worte übrig: Als «Spekulationen, unbelegte Behauptungen, gespickt mit Rundumschlägen gegen die Polizei als Ganzes», kanzelt sie Steiners Fürsprache ab.

Den Vorwurf der Staatsanwaltschaft, dass der Fall Wilson A. «politisch instrumentalisiert» werde, weist Steiner nicht von sich. Im Gegenteil. Die drei Polizisten, das sei ihm schon bewusst, seien in diesem Spiel nur Ausführende, «Bauernopfer» gar. Die wahren Verantwortlichen sässen weiter oben, in den Amtsstuben und in den weichgepolsterten Sesseln des herrschenden Machtsystems, das die Gleichung vorgegeben habe: «Schwarze Haut, weisser Stoff.»

Für die Staatsanwaltschaft und die Verteidigung steht hingegen fest: «Die Polizisten machten einfach ihren Job.» Von Racial Profiling könne keine Rede sein. Und Steiner sei mit seiner Verzögerungstaktik selber Schuld, dass der Fall derart in die Länge gezogen wurde. Er habe es in der Hand gehabt, das Verfahren zu beschleunigen, sagt die Staatsanwältin. Überdies habe sein Mandant von der Verschleppung profitiert, da die Anzeige der Polizisten wegen Gewalt und Drohung mittlerweile verjährt sei.

Paranoia entwickelt

Und Wilson A.? In einer der Gerichtspausen am Dienstag steht er etwas verloren neben den streng geometrisch genormten Skulpturen, die dem höhlenhaften Eingangsbereich des Bezirksgerichts vergeblich ein etwas schöpferischen Anstrich zu verleihen versuchen. Müde sei er, sagt er. Müde vom Prozess, müde von den Nachwirkungen des Vorfalls. Man entwickle irgendwann eine Paranoia, jedes Polizeiauto, das neben einem herfährt, werfe einem zurück in die Nacht des 19. Oktobers 2009. Der gebürtige Nigerianer, Schweizer seit einiger Zeit, wurde seinen Job im Laufe des Verfahrens los, jetzt legt er von Zeit zu Zeit als DJ auf, an Partys und an Hochzeiten vor allem. Mit seinen weissen Sneaker, offener Reissverschluss an den Seiten, dem wolfsgrauen Baumwollsweater, den Blick freigelegt auf ein blütenweisses Shirt, könnte er tatsächlich auf dem Weg zu einer Plattentaufe in einem angesagten Club sein. Um den Hals trägt er eine Goldkette, an deren Ende ein Kreuz baumelt.

Der Klaeger Wilson A., rechts, mit seiner Frau auf dem Weg ins Gericht, anlaesslich der Anklage gegen Zuercher Polizisten wegen Rassismus, Amtsmissbrauch und Koerperverletzung, aufgenommen am Montag, 21. November 2016 vor dem Bezirksgericht in Zuerich.  Drei Zuercher Stadtpolizisten, darunter eine Frau, muessen sich heute Montag wegen Koerperverletzung und Amtsmissbrauchs vor dem Bezirksgericht Zuerich verantworten. Bei einer Personenkontrolle beim Bahnhof Wiedikon sollen sie einen dunkelhaeutigen Mann so schwer misshandelt haben, dass dieser sich einen Lendenwirbel brach. (KEYSTONE/Ennio Leanza)(KEYSTONE/Ennio Leanza)

Wilson A. mit seiner Frau auf dem Weg zum Prozess.  Bild: KEYSTONE

Für die Anwälte der Beschuldigten ist Wilson A. kein Opferlamm. Im Gegenteil. Er habe sich von Anfang an aggressiv verhalten bei der Kontrolle im Tram, habe «veritable Bärenkräfte entwickelt», «eine wahre Kraftmaschine» mit «Unterarmen mit dem Durchmesser eines Oberschenkels». Ein anderer Verteidiger sagt im Plädoyer, ihm sei bei einem Foto von Wilson A., das kurz nach dem Vorfall geschossen wurde, der Zehnkämpfer Ben Johnson in den Sinn gekommen, zumindest aber sehe so «kein Opfer aus, das gerade erst fast zu Tode geprügelt wurde».

Er habe den Konflikt und die Eskalation selber verursacht, sagen die Verteidiger.

Er sei es Leid, ständig kontrolliert zu werden, nur wegen seiner Hautfarbe, sagt Wilson A.

«Das wäre tragisch»

Was, wenn es tatsächlich zu einer Verurteilung kommen würde, Herr Steiner? Müssten dann nicht einfach drei Polizisten den Kopf hinhalten für ein angeblich ungerechtes System – Stichwort Bauernopfer? «Das wäre tragisch», sagt Steiner mit tonloser Stimme vor dem Eingang des Gerichtsgebäudes. Sein Mitleid scheint sich in Grenzen zu halten. In Steiners Mission, das wird klar, ist personeller Kollateralschaden einkalkuliert. Sein Kampf richtet sich gegen das «System», gegen den «Filz» aus Polizei und Staatsanwaltschaft, gegen die «unverhältnismässige Gewalt», die an den «kleinen Fischen» ausgeübt wird. Von seinem Klienten verlangt Steiner kein Geld, sollte ihn das Gericht nicht entschädigen, werde er dies «mit aller Gelassenheit hinnehmen».

Können wir hier abschneiden, ruft irgendwann gegen Ende des zweiten Prozesstages ein kleines Mädchen aus dem Publikum mitten in die Replik eines der Verteidiger hinein. Es hält seinem Vater eine Zeichnung hin, Umrisse von wilden Tieren, grosszügig mit Farbstiften ausgemalt. Der Gerichtspräsident sagt, er habe nichts gegen Kinder im Publikum, wenn sie sich ruhig verhielten. Wenig später, am frühen Mittwochabend, wird dann tatsächlich abgeschnitten. Strikt prozesskonform, nach dem Schlusswort der Beschuldigten.

Das Urteil wird für den nächsten Mittwoch erwartet. Ein Schlussstrich, wie es die Beschuldigten fordern, dürfte, egal wie das Gericht entscheidet, damit noch lange nicht gezogen sein. Die «Prozesskaskade» nimmt wohl bloss die nächste Stufe.

Es gilt die Unschuldsvermutung.

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    Alle Leser-Kommentare
  • wintergrün 12.04.2018 21:34
    Highlight Scheins gibt es auch Behinderungen bei der Beweisführung:
    Im Fall Wilson A. hat das Gericht dem Opfer den Antrag ein gerichtsmedizinisches Gutachten einzuholen, das Licht in die Tat bringen könnte, wiederholt und ohne substanzielle Begründung abgelehnt.
    Quelle:
    https://www.humanrights.ch/upload/pdf/2018/180409_Stellungnahme_Allianz_gegen_Racial_Profiling.pdf
    9 5 Melden
  • wintergrün 12.04.2018 21:12
    Highlight Eine andere Darstellungen des Vorfalls:
    https://www.humanrights.ch/de/menschenrechte-schweiz/inneres/strafen/polizei/wilson-a-langer-kampf-institutionellen-rassismus
    Die Anklage:
    Gefährdung des Lebens durch Gewalt gegen einen Herzkranken mit Defibrillator
    Das ist ziemlich ernsthaft und sollte für die Polizei Folgen haben.
    Außerdem: der Mann sieht definitiv nicht aus wie ein Nordafrikaer. Ist so wie wenn ein Italiener festgenommen wird wenn man einen Schweden sucht. Wenn schon racial profiling dann bitte richtig.
    9 18 Melden
  • axantas 12.04.2018 17:35
    Highlight Ich masse mir nicht an, die Gerichtsverhandlung zu beurteilen, aber gemäss dem Bild, steht Wilson A. mit einem Transparent vor dem Gericht rum, auf dem die Polizei oder die Behörden als Verbrecher tituliert.
    Moll - markiges Wording.
    Lässt gewisse Schlüsse zu.
    28 7 Melden
    • Bchij 12.04.2018 23:34
      Highlight Dann solltest du vielleicht auch zuerst schauen, was auf dem Transparent steht, nicht nur auf dem kleinen Ausschnitt im Bild.
      3 1 Melden
  • Smaddy 12.04.2018 14:35
    Highlight ich frage mich: seit wann sind Nordafrikaner alle dunkelhäutig? Ich kenne mehr Nordafrikaner mir heller Haut als mir dunkler Haut.
    Und ja, unsere Polizei kann schon rassistisch sein... Beispiel gefällig? 2 Kollegen, davon ein gebürtiger Schweizer, der andere ein dunkelhäutiger Ausländer mit Akzent. Beide am selben Ort zur selben Zeit ohne Licht mit dem Velo unterwegs. Polizei hält sie an. Der Schweizer erhält lediglich eine mündliche Verwarnung, der Dunkelhäutige erhält eine Busse. Genau so passiert vor 2-3 Jahren. Für mich nicht nachvollziehbar und riecht nach Rassismus.
    28 21 Melden
  • Mutzli 12.04.2018 13:11
    Highlight Da es Wilson A. bzw. seinem Anwalt anscheinend primär vor allem auch darum geht, eine Diskussion über racial profiling loszutreten, erlaube ich mir, hier ein paar Artikel über dessen Effektivität in den USA zu verlinken. Spoiler: Es funktioniert nicht und vergeudet Polizeiressourcen.

    https://www.nyclu.org/en/press-releases/analysis-finds-racial-disparities-ineffectiveness-Nypd-stop-and-frisk-program-links

    https://www.nytimes.com/2001/05/13/opinion/the-fallacy-of-racial-profiling.html

    https://www.huffingtonpost.com/rev-dr-james-a-kowalski/whats-wrong-with-racial-profiling_b_1440307.html
    21 18 Melden
  • Hierundjetzt 12.04.2018 12:10
    Highlight Es ist relativ simpel. Hätte Steiner eine klaren Beweis, müsste er kein langatmiges "Plädoyer" halten, das zu 99% komplett unerheblich zum Fall ist.

    Das war nur für die Galerie.

    Auch dem Steiner ist klar, dass A. alles andere als der nette kinderliebende Buchhalter von nebenan ist. Aber immerhin, hat er A. durch seine Verzögerungstaktik eine Verjährung der Anzeige wegen Gewalt erreichen können.

    A. verübt Gewalt, wird angezeigt und der Anwalt verzögert eine Verhandlung absichtlich, damit diese verjährt um danach A. als Opfer einer Gewalt darstellen zu können? Aha...
    43 24 Melden
    • Maracuja 12.04.2018 15:01
      Highlight Haben Sie Einsicht in fas Verfahren oder behaupten Sie einfach so drauflos?
      14 21 Melden
    • Hierundjetzt 12.04.2018 17:27
      Highlight Ich lesen den Artikel.
      20 6 Melden
    • Bchij 12.04.2018 23:37
      Highlight Wenn medizinische Untersuchungen keine Beweise sind, bzw kein unabhängiges Gutachten erlaubt wird, wird es leider schwierig. Trotz den vom Spital festgehaltenen Spuren, die klar auf einen Würgegriff hinweisen, wird das von der Polizei abgestritten.
      3 2 Melden
  • Dinolino 12.04.2018 11:55
    Highlight "Fahndung ausgeschriebene Person erkannt haben – Vulpus-Meldung AG 4/3547, ein wegen Vermögensdelikten gesuchter Nordafrikaner"

    Wenn hätten die Polizisten sonst überprüfen sollen, Adrian-Hanspeter?! Soweit ich weiss sind Afrikaner dunkelhäutig, das hat nichts mit Rassismus zu tun, das sind Fakten.

    Ich hoffe sehr, dass die Querulanten selber die Kosten tragen müssen. Ich habe die Polizei noch nie so erlebt wie beschrieben. Gewaltorgie?! Wäre er der Aufforderung der Polizei einfach gefolgt wäre nichts passiert. Aber lieber auf Opfer machen....
    59 34 Melden
  • mogad 12.04.2018 11:53
    Highlight Weil der Begriff "racial profiling" aus Amerika stammt, steckt ursprünglich viel mehr dahinter als nur Ausweiskontrollen. Der Rassismus fängt dort lange vor der Ausweiskontrolle an: Fehlende Chancengleichheit = schlechte Ausbildung = kein Job = Armut = Ghettobildung + Kriminalität um nicht zu verhungern = erhöhte Polizeigewalt = Vorurteile (die meisten Schwarzen sind kriminell). Und so schliesst sich der Teufelskreis.
    17 16 Melden
  • Kronrod 12.04.2018 11:42
    Highlight Wenn ein Schwarzer zur Fahndung ausgeschrieben ist, macht es schlicht keinen Sinn, auch Weisse oder Asiaten zu kontrollieren. Wenn das bereits Rassismus ist (was ich bezweifle), dann ist er in diesem Fall zielführend und zu tolerieren.
    185 33 Melden
    • Mutzli 12.04.2018 13:01
      Highlight 1/2 So wie Sie es beschrieben wäre der Sachverhalt natürlich klar, obwohl Leute ja nebst der Hautfarbe noch zig andere Unterscheidungsmerkmale aufweisen und deshalb die Weisung "schwarzer gesucht=Möglichst viele Schwarze kontrollieren" nicht gerade sinnvoll ist. Bei racial profiling jedoch, zu welcher der Opferanwalt ja eine Grundsatzdiskussion auslösen möchte, geht es allerdings um mehr. Da geht es um die generelle Gleichsetzung von bestimmten Bevölkerungsgruppen mit Verbrechen was z.B. zu exzessiven und auch missbräuchlichen Kontrollen etc. führen kann.
      20 32 Melden
    • Mutzli 12.04.2018 13:08
      Highlight Mal abgesehen davon, dass es auch die Qualität der Polizeiarbeit stark mindern kann. Wenn der Blick auf einzelne Gruppen rein aufgrund von deren äusseren Merkmalen verengt wird, können einerseits andere besser durch die Maschen schlüpfen und effektive Verdachtsmomente bei anderen können übersehen werden. Wie es z.B. in New York lange ein Problem war. So wurden dort viel mehr Schwarze als Weisse angehalten und durchsucht, obwohl bei Weissen dann tendenziell viel mehr Gesetzesübertretungen festgestellt wurden. Weil man bei letzteren statt auf die Hautfarbe, eben auf Verdachtsmomente achtete
      15 31 Melden
    • DerSimu 12.04.2018 13:29
      Highlight @Mutzli Ja, sorry aber wieso wird das in dem Fall in DIESEM Fall angeklagt? Es war ja klar, dass die Polizei nach einem Nordafrikaner suchte. Man kann nicht von Willkür oder Rassismus sprechen, wenn der Verdächtige in das Muster Passt.
      27 11 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • mogad 12.04.2018 11:18
    Highlight Ich kenne das Schicksal von W.A. nicht. Ich weiss aber, dass Nigeria ein geschundenes, ausgebeutetes Land ist, in dem das Leben für Viele die Hölle ist. W.A. ist raus aus dieser Hölle, ist in der Schweiz. Er könnte sagen: "o.k. weil ich schwarz bin muss ich öfter den Ausweis zeigen. Ich nehm das in Kauf, dafür bin ich jetzt hier in der sicheren, reichen Schweiz." Ich spreche von Verhältnismässigkeit! Und man hat das Recht die Polizei zu fragen: warum kontrollieren Sie mich! Aber vermutlich haben hier beide Seiten Fehler gemacht!
    78 58 Melden
    • Mutzli 12.04.2018 12:42
      Highlight Also weil sein Leben in Nigeria möglicherweise unangenehmer oder gefährlicher sein könnte, als sein Leben in der Schweiz, soll er sich aus seiner Sicht geschehenen Schikanen ohne Widerwort gefallen lassen? Das ist eine äusserst bizzare Ansicht. Das beide Seiten sich nicht Ideal verhalten haben ist gut möglich, aber gerade wenn Sie von Verhältnismässigkeit reden, sollte das auch an die Polizisten und ihre Gewaltanwendung gerichtet sein. Falls durch diesen Prozess ein solcher Missstand aufgedeckt werden sollte, würden wir alle davon profitieren, mal abgesehen davon, dass es sein gutes Recht ist.
      23 45 Melden
    • holden27 12.04.2018 13:11
      Highlight Kontrollieren ist das eine, aber ich sehs bei uns auch immer wieder dass es nicht nur bei einer ID Kontrolle bleibt.
      Letzten Sommer in der Badi: Zwei schwarze am Ping Pong spielen. Die Polizisten schauen sich um, überall Leute, laufen direkt auf die schwarzen zu und machen eine Kontrolle -> schuhe aus, jacke weg, taschen leeren, an die Wand stehen, abtasten lsssen und sich aggressive Fragen anhören. So eine Kontrolle kann dann schnell auch mal 20 Minuten gehen.
      Und wenn dir das öfters passiert kann ich zu einem gewissen teil den Unmut definitiv verstehen!
      36 36 Melden
  • Therealmonti 12.04.2018 11:17
    Highlight 28. Oktober? Welches Jahr, bitte?
    16 4 Melden
    • Einstürzende_Altbauten * 13.04.2018 07:51
      Highlight Im Text zu finden:
      "Eine kleine Vergeltungsaktion vielleicht auch für die ebenfalls epische Dauer des Verfahrens, oder «Prozesskaskade», wie Steiner den bald neun Jahre andauernden Streit nennt."

      Somit würde ich auf den 28. Oktober 2009 tippen.
      0 0 Melden
  • pierolefou 12.04.2018 11:10
    Highlight Dem Anwalt Steiner und seinem Klienten, wünsche ich viel Kraft und Durchhaltewille. Möge das Gericht weise entscheiden. Abwarten und Tee trinken.
    40 125 Melden
  • DerSimu 12.04.2018 10:26
    Highlight Gefahndet wurde nach einem Nordafrikaner. Wen sollen die Polizisten denn dann kontrollieren? Einen Weissen? Einen Schweizer? Racial Profiling,? Die Gruppe macht sich mit ihrem Gejammer lächerlich und mit ihr leider auch einmal mehr die wahren Kämpfer, die sich gegen Rassismus einsetzen.

    Des weiteren ist die Polizei ermächtigt, Ausweiskontrollen durchzuführen. Wenn sich jemand weigert, darf die Person bis zu 24 h ohne Gerichtsbeschluss inhaftiert werden, um die Identität zu überprüfen. Hätte er doch einfach seine ID gezeigt, wäre nichts von all dem passiert, aber nein, man muss ja randalieren.
    208 59 Melden
    • Earl J. Hickey 12.04.2018 12:32
      Highlight In der Schweiz besteht keine Ausweispflicht.
      12 24 Melden
    • Mutzli 12.04.2018 12:48
      Highlight 1/2Nur weil jemand mit Nordafrikanischer Abstammung gesucht wird, heisst das noch lange nicht, dass deswegen per se alle Menschen mit dunkler Haut kontrolliert werden müssen. Mal abgesehen davon, dass Wilson A. aus Nigeria, nicht Nordafrika stammt, was das Argument bzgl. gleicher Hautfarbe nicht gerade überzeugender macht. Selbst falls sie beide den gleichen Teint gehabt haben sollten, gibts ja noch so was wie Gesichtszüge, ansonsten müssten gemäss ihrer Logik wenn z.B. ein Pole gesucht wird, systematisch alle mit heller Haut angehalten werden. Was genau im Tram geschah weiss man leider nicht.
      21 16 Melden
    • Maracuja 12.04.2018 12:51
      Highlight Wenn für einen Fahnder Westafrikaner gleich aussehen wie Nordafrikaner, dann hat vielleicht den falschen Job.
      24 9 Melden
    Weitere Antworten anzeigen

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