Schweiz
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Ein Schwarzer klagt gegen drei Zürcher Stadtpolizisten – Staatsanwältin fordert Freispruch

Amtsmissbrauch und Gefährdung des Lebens: Drei Zürcher Stadtpolizisten müssen sich heute vor dem Zürcher Bezirksgericht verantworten. In ihrem Plädoyer verlangte die Staatsanwältin überraschend einen Freispruch.



Es ist die Fortsetzung eines Prozesses, der im November 2016 unterbrochen worden war: Der Anwalt des Opfers hatte damals erfolgreich eine Ausweitung der Anklageschrift beantragt. Neu müssen sich die Polizisten neben Amtsmissbrauchs wegen Gefährdung des Lebens – und nicht nur wegen einfacher Körperverletzung – verantworten.

Der Vorfall datiert sogar noch viel weiter zurück; die Kontrolle fand bereits im Oktober 2009 statt. Den drei beschuldigten Stadtpolizisten – darunter eine Frau – wird vorgeworfen, dem damals 36-jährigen Mann unter anderem aus kürzester Distanz Reizstoff ins Gesicht gesprüht und ihm mehrere Stösse mit dem Polizeistock gegen den Oberkörper versetzt zu haben.

Zudem sollen sie sich auf seinen Rücken gesetzt haben, als er bereits gefesselt auf dem Boden lag. Ein weiterer Vorwurf: Der Mann wurde von einem der Polizisten mit «Scheiss-Afrikaner, geh zurück nach Afrika» beschimpft.

Überraschung am Gericht

Zu Beginn des Prozesses gab es dann eine Überraschung: die Staatsanwältin fordert – entgegen der Anklageschrift – einen Freispruch für die Beschuldigten. Eine konkrete Lebensgefahr sei zu keinem Zeitpunkt vorhanden gewesen, auch scheine es, dass sich die Beschuldigten bei dem Einsatz korrekt verhalten hätten. Die Vorwürfe der Gefährdung des Lebens und des Amtsmissbrauchs seien somit nicht zutreffend. Zudem bestünden erhebliche Zweifel an der Version des Geschädigten, sagte die Staatsanwältin in ihrem Plädoyer.

Die Kehrtwende der Staatsanwaltschaft ist dadurch zu erklären, dass sie in diesem Verfahren con­t­re cœur handeln musste. Ursprünglich wollte die Staatsanwältin das Verfahren gegen die drei Polizisten einstellen, erst auf Druck des Bundesgerichts kam schliesslich eine Anklage zustanden.

Lebensgefahr für den Mann

In der Anklageschrift hiess es noch, dass die «in hochgradiger Aufregung» handelnden Beschuldigten durch die Gewalteinwirkungen bewusst und ohne Anlass und Grund für den herzkranken Mann die Gefahr geschaffen hätten, «dass die Wahrscheinlichkeit eines Todes einen ernsten und hohen Grad erreichte».

Der damals 36-Jährige, dem kurz zuvor eine künstliche Herzklappe eingesetzt worden war, erlitt unter anderem einen gebrochenen Lendenwirbel, Prellungen im Gesicht und am Hals, eine Zerrung am Oberschenkel und eine ernsthafte Knieverletzung.

«Für den herzkranken Mann bestand die Gefahr, dass die Wahrscheinlichkeit eines Todes einen ernsten und hohen Grad erreichte».

Zürcher Staatsanwaltschaft 

Die Staatsanwaltschaft fordert daher wegen Amtsmissbrauchs und Gefährdung des Lebens bedingte Geldstrafen von 100 Tagessätzen sowie Bussen – und zog damit den Unmut des Opferanwalts auf sich.

Dieser kritisierte, als die neue Anklage Ende 2016 eingereicht wurde, die «völlig unverständliche Tatsache», dass sich der Strafantrag für den neu formulierten Anklagevorwurf «Gefährdung des Lebens» dennoch nach wie vor auf eine bedingte Geldstrafe von 100 Tagessätzen beschränke.

Polizisten verteidigten ihr Handeln

Die drei Beschuldigten wiesen anlässlich des Prozesses vom November 2016 die Gewalt-Vorwürfe zurück. Die Personenkontrolle, die kurz vor 1 Uhr in einem Tram begann, sei angesichts der Aggressivität des Mannes angemessen abgelaufen.

Er habe sich wiederholt geweigert, seinen Ausweis zu zeigen. Und gerade weil er so aggressiv gewesen sei, hätten sie Pfefferspray, Stock und «rohe Körpergewalt» einsetzen müssen, um ihn in Handschellen legen zu können. Von einem Herzproblem hätten sie hingegen nichts gewusst, sagten sie damals vor Gericht. (sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Tunella 11.04.2018 08:43
    Highlight Highlight Krimineller als die Mafia vielleicht? Ich denke dabei an die Polizei. Denn die Forderung eines Freispruchs durch die Staatsanwältin muss nicht blanker Hohn sein. Es könnte auch schiere Einschüchterung spiegeln. Angst, gegen die Polizei zu ermitteln. Angst, Strafanträge gegen Polizisten zu stellen. Aus Angst vor Vergeltung forderte diese Staatsanwältin vielleicht also Freisprüche für die Angeklagten?
    Es gibt eine Deutsche Reportage, die feststellte, dass Ermittlungen gegen Polizeibeamte oft am Korpsgeist scheitern, interne Ermittler als Verräter gelten und Vergeltung zu fürchten haben.
  • Tunella 11.04.2018 04:58
    Highlight Highlight Wären die drei Angeklagten nur Angestellte einer privaten Sicherheitsfirma, die den Mann zwecks Übergabe an die Polizei festhalten wollten (zum Beispiel nach Randale im Fussballstadion), und keine Polizisten, würden sie von der Staatsanwaltschaft ohne Wenn und Aber frittiert.

    Die Zürcher Staatsanwaltschaft ist wieder mal peinlich. Erinnert mich irgendwie an die Affäre um den ehemaligen Armeechef Nef, gegen den sie das Verfahren ja zuerst auch (ohne detaillierte Begründung) eingestellt hatte...

    Unabhängigkeit der Justiz? Dass ich nicht lache! 😂
  • Tunella 11.04.2018 04:13
    Highlight Highlight Ein Paradebeispiel, wie Beamte vor Strafverfolgung faktisch geschützt sind - zugrunde liegt sogenannte "Beamtensolidarität". Diese spielt zudem besonders stark in der Justiz.

    Vor Strafverfolgung am besten geschützt sind Polizeibeamte, die nicht nur von der Beamtensolidarität profitieren, sondern vor allem auch vom Korpsgeist. Polizisten ermitteln einfach nicht gern gegen Polizisten, und Staatsanwältinnen und Staatsanwälte, die im Kt. ZH übrigens Polizisten als Assistenten haben, ermitteln auch nicht gerne gegen Polizisten. Es bräuchte eine spezialisierte Staatsanwaltschaft/Dienstaufsicht.
    • Tunella 11.04.2018 18:48
      Highlight Highlight @Simu: Wie bitte? Was genau soll an der Forderung nach einer spezialisierten Dienstaufsicht und Staatsanwaltschaft zur Behandlung von Polizeidelikten deiner Meinung nach denn "paranoid" sein?
      Inwiefern sollte diese Forderung "paranoid" sein? Was soll sie mit "Paranoia" zu tun haben? Könntest du das dem Niveau hier entsprechend nachvollziehbar ausführen?

      Oder müssen wir dein Votum als Ausdruck eines wenig differenzierten Bauchgefühls verstehen, quasi als emotionaler Zwischenruf eines Polizeifans, der jegliche kritische Auseinandersetzung mit der Polizei gleich als Angriff auf diese versteht?
    • Tunella 11.04.2018 19:06
      Highlight Highlight @DerSimu: Auf deinem Watson-Profilbild zeigst du dich im Tarnanzug der Schweizerischen Armee. Im Hintergrund des Bilds unscharf hängt zudem die Ausgangsuniform der Armee. Die Einschätzung nur als "Polizeifan" würde dir womöglich also nicht gerecht. Denn wahrscheinlicher scheint angesichts deines Profilbilds, dass du einfach nur auf Uniform stehst. Und Polizisten tragen nun mal Uniform. Also solidarisierst du dich bedingungslos?

      Wie wärs mit der Heilsarmee? Die stehen auch auf Uniform. Wäre vielleicht was für dich?
    • Tunella 12.04.2018 17:39
      Highlight Highlight @DerSimu:

      "ich rede vo deinem gesamtbild der polizei als gewaltverherrlichende unmenschen. Du sprichst von einer 'mafia', die ie richter 'einschüchtern' um einen freispruch zu erhalten. Das IST paranoid."
      Textverständnis und Textanalyse: ungenügend. Du möchtest vielleicht nochmals die Schulbank drücken?

      "Und zu meinem bild. Vielleicht gefällt mir dieses bild von mir einfach. ... Sollte es nicht gerade deine meinung sein, nicht zu generalisieren?"
      Ich verstehe nicht, wie du zur Frage kommst, ob es nicht meine Meinung sein müsste, nicht zu generalisieren. Wo ist da der Zusammenhang?
  • RatioRegat 10.04.2018 19:11
    Highlight Highlight Was sich die Staatsanwaltschaft hier leistet ist eine Frechheit. Immerhin war der Fall bereits vor Bundesgericht, welches entschieden hat, dass die StA nicht einstellen darf.

    Ob die Polizisten rechtmässig gehandelt haben oder nicht, kann hier dahingestellt bleiben. Darüber wird das Gericht unter Würdigung sämtlicher Umstände des Einzelfalles zu urteilen haben.
  • reaper54 10.04.2018 18:55
    Highlight Highlight Auszug aus dem PolG um hier ein wenig Fakten zu schaffen.
    § 21. 1 Wenn es zur Erfüllung ihrer Aufgaben notwendig ist, darf die PolizeieinePersonanhalten,deren Identität feststellen und abklären, ob nach ihr oder nach Fahrzeugen, anderen Gegenständen oder Tieren, die sie bei sich hat, gefahndet wird.
    2 Die angehaltene Person ist verpflichtet, Angaben zur Person zu machen, mitgeführte Ausweis- und Bewilligungspapiere vorzuzeigen und zu diesem Zweck Behältnisse und Fahrzeuge zu öffnen.
    • Shlomo 11.04.2018 12:14
      Highlight Highlight Ist aber immer noch keine Erlaubnis für schwere Körperverletzung.
  • Pil 10.04.2018 17:49
    Highlight Highlight Er ist herzkrank und weigert sich aggressiv seinen Ausweis zu zeigen. Soll jetzt vor jeder Kontrolle ein Arztzeugniss angefordert‘werden
    Unglaublich auch noch auf Gefährdung des Lebens zu klagen.
    Hätte er einfach seinen Ausweis gezeigt und wäre er nicht wie eine beleidigte Leberwurst auf Konfrontation gegangen, würden wir hier über etwas anderes schreiben.
  • Sophia 10.04.2018 16:13
    Highlight Highlight Eine sehr fragwürige Dastellung der Vorgänge. In der Schweiz besteht keine allgemeine Ausweispflicht, erst Recht nicht eine ständige Mitführungspflicht.
    Wie konnte sich der Mann denn agressiv verhalten, wenn er nicht zu etwas aufgefordet wurde, wozu die Pol. kein Recht hatte? Sehr, sehr merkwürdiges Verteitigungsar-gument!
    Aber jemand, der gerade eine neue Herzklappe erhielt, sollte wissen, dass ihm Aufregung schaden kann, darum würde ich in so einem Fall zumindest aus reinem Eigeninteresse einen Ausweis mitführen!
    Zuviel Unvernunft auf allen Seiten!
    • Phrosch 10.04.2018 20:14
      Highlight Highlight Na ja, es gibt keine Pflicht, einen Ausweis auf sich zu tragen. Allerdings hat die Polizei das Recht, die Personalien festzustellen. Hat man keinen Ausweis, dürfen sie einen dafür mit auf den Posten nehmen. Wenn er einen Ausweis dabei hatte, müsste er den zeigen. Und wenn er keinen dabei hatte, hätte er mitgehen müssen. Mindestens einen Anteil von „selbst schuld“ gibt es also schon.
    • malee 10.04.2018 21:19
      Highlight Highlight Danke für diesen Kommentar, sehe es genau so wie Du.
    • Sophia 11.04.2018 12:03
      Highlight Highlight Phrosch, das ist richtig, die Polizei darf einen Ausweis verlangen, aber sie darf niemanden provozieren, der keinen bei sich hat! Da liegt der Unterschied in deinem und meinem Denken. Und wenn die Polizei argumentiert, der Angesprochene habe alleine auf die Frage nach dem Ausweis rebelliert, ist das in einem ganz anderen Licht zu sehen. Egal wie es war, aber weswegen sollte jemand auf eine anständig gestellte Frage rebellieren ? Ich denke, dass die Polizei da keine guten Argumente hat, das ist der Kern meiner Gedanken zu diesem Fall.
  • JoeyOnewood 10.04.2018 14:37
    Highlight Highlight Immer bei diesen Themen wird die Watson-Kommentarspalte von Usern geflutet, die hier sonst nie was kommentieren. Hmm... 🤨 Man könnte ja fast glauben, die warten immer extra auf solche Meldungen um dann hier stunk zu machen... cheggt mal eure Motivation, Leute.
    • Selbstverantwortin 10.04.2018 17:29
      Highlight Highlight Vielleicht haben einfach nicht alle deine Meinung.
      Ist das ungerechtfertigt?
      Vielleicht lebt jemand in einer Blase?
    • JoeyOnewood 10.04.2018 20:56
      Highlight Highlight absolut kein Problem mit anderen Meinungen, ich habe lediglich eine Systematik dahinter vermutet. Warum nur bei diesem Thema? ich lese übrigens hauptsächlich andere Zeitungen.
    • Selbstverantwortin 10.04.2018 22:49
      Highlight Highlight @Joey - nur meine Meinung, die aber vielleicht viele gleich sehen:
      1) Die Polizei muss unkompliziert ihre Arbeit machen können und macht das meist sehr gut.
      2) Wenn die Statistik zeigt, dass Ausländer deutlich häufiger Delikte verüben, ist es richtig, diese deutlich häufiger zu kontrollieren.
      3) wer statt die Kontrolle zuzulassen aggressiv wird, ist selbst verantwortlich für die Folgen.
      4) Viele haben diese dauernde Unterstellung von Rassismus und Political Correctness-Wahn bei unpassenden Gelegenheiten satt. Jeder wird gelegentlich benachteiligt oder hat dieses Gefühl. Get over it.
  • Hexentanz 10.04.2018 10:58
    Highlight Highlight Ich bin schon immer wieder erstaunt wie Leute es fertig bringen, sich Stress einzuhändeln.

    Ich wurde schon an Verkehrskontrollen im Auto angehalten und musste Schlüssel abziehen vom Zündschloss und zeugs.. mein gott.. die machen doch nur ihren Job..

    ..und ich will freundlich in meinem Job behandelt werden, also behandle ich auch diese Polizisten freundlich.

    Er muss sich auch nicht wundern, wird er kontrolliert:
    https://www.nzz.ch/schweiz/statistik-zur-kriminalitaet-erstmals-zahlen-zur-nationalitaet-der-verurteilten-veroeffentlicht-ld.117737

    Das ist kein Rassismus, sondern Fakt.
    • Wahrsager 10.04.2018 16:15
      Highlight Highlight Die Verurteilungsrate unter N-, O- und SO-Afrikaner betragt 85 Promille, während sie unter Schweizern 2.7 Promille beträgt.
      Das heisst, dass die Gruppe der Einwohner aus N-, O-, oder SO-Afrika stammenden insgesamt um das 31,5-Fache krimineller sind als die Gruppe der Schweizer Bürger.
      Es ist also ganz logisch, dass die Polizei viel öfters Einwohner kontrolliert, verhört und verhaftet, die aus N-, O-, oder SO-Afrika zu stammen scheinen.
      Ich sehe da gar keinen Anlass, um ihr "Social Profiling" vorzuwerfen. Im Gegenteil: Verdächtige anhand ihrer Merkmale zu fassen, ist normale Polizeiarbeit.
    • Wilhelm Dingo 10.04.2018 17:12
      Highlight Highlight @Hexentanz; leider gefallen Dise Fakten nicht allen
    • malee 10.04.2018 21:23
      Highlight Highlight Die Fakten könnten ja auch so ausgelegt werden, dass die Polizei tatsächlich nur Ausländer jagd, racial profiling etc - ich sage nicht dass es so ist, aber die Fakten können so oder so interpretiert werden - das ist ein Fakt. Just sayin'
    Weitere Antworten anzeigen
  • Wahrsager 10.04.2018 10:52
    Highlight Highlight Das Opfer von Polizeigewalt wurde nicht wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt und anderer üblicherweise einhergehender Delikte angeklagt?

    Warum eigentlich nicht?

    Polizeilichen Anweisungen ist Folge zu leisten.
    Die Polizei darf jeden Bürger nach eigenem Ermessen auf Verdacht hin bis zu 24 Stunden lang festhalten (ohne gerichtlich angeordnete U-Haft).

    In diesem Fall ist das Opfer eindeutig im Unrecht. Es hat die Polizei zur Gewaltanwendung gezwungen durch sein eigenes renitentes und aggressives Verhalten.
    Ob die polizeiliche Gewaltanwendung angemessen war, ist eine andere Frage.
    • Jonas Asean 10.04.2018 12:01
      Highlight Highlight Nach Schweizer Recht gilt die Unschuldsvermutung; pasta. Da gibts nichts zu rütteln daran!
    • dorfne 10.04.2018 12:37
      Highlight Highlight @Jonas Asean. Einverstanden. Aber für wen genau gilt denn jetzt die Unschuldsvermutung? Hoffentlich für die Polizisten, nur sind die leider jetzt schon vorverurteilt.
    • Wahrsager 10.04.2018 12:44
      Highlight Highlight @Jonas Asean
      Die Unschuldsvermutung bedeutet im Wesentlichen, dass niemand als Schuldiger (im juristischen Sinne) zu betrachten sei, der nicht von einem Gericht für schuldig befunden wurde.
      Die Polizei ist verpflichtet auf Verdacht hin einzugreifen. Sie darf gerade nicht die Unschuld vermuten. Beispiel: wenn eine nackte Frau umzingelt von ein paar Männern um Hilfe schreit, darf die Polizei nicht die Unschuld vermuten, und von einem bizzaren, aber einvernehmlichen Sexspiel ausgehen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Nelson Muntz 10.04.2018 10:50
    Highlight Highlight Wieso verweigert man die Kontrolle? Man kann den Polizisten freundlich den Ausweis reichen zur Kontrolle, vor allem, wenn man nichts zu verstecken hat. Sollten sie sich unangemessen verhalten, kann man danach eine Beschwerde einreichen.
    • dorfne 10.04.2018 12:38
      Highlight Highlight Uebrigens wäre der Polizist auch verpflichtet einen Ausweis zu zeigen.
    • fandustic 10.04.2018 13:16
      Highlight Highlight @Abbaio: Nur in ziviler Kleidung. Die Uniform ist ansonsten Legitimation genug...zumindest im Kt. Bern.
    • Baccaralette 10.04.2018 13:46
      Highlight Highlight Nein, der Polizist muss sich nur mit Namen vorstellen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Jonas Asean 10.04.2018 10:49
    Highlight Highlight Rassismus ist leider wieder weit verbreitet. Wer sich seiner Vergangenheit nicht erinnert, ist verurteilt, die selben Fehler wieder zu begehen. Und wer sich dieser Tatsache widersetzt, macht sich mitschuldig.
    • Bowell 10.04.2018 13:21
      Highlight Highlight @Jonas Asean: Sprich, Schwarze und Juden dürfen nicht mehr von der Polizei kontrolliert werden oder was willst Du damit sagen?
    • Iseas 10.04.2018 18:34
      Highlight Highlight @Bowell: Es sollen alle gleiche rechte und pflichten haben egal welcher religion oder hautfarbe und alle sollen gleichermassen kontroliert werden unabhängig von kriminalstatistik. Alles andere ist nicht fair. Man könnte behaubten das die statistik verfälscht ist weil durchschniltlich mehr leute mit dunkler hautfarbekontrolliert werden und daher mehr delikte bei ihnen registriert werden. Ob es sich hier um rassismus handelt kann und will ich nicht komentieren doch wen wir uns selber belügen haben wir keine erkentniss und ohne erkentniss keine weiterentwicklung.
    • Bowell 10.04.2018 23:14
      Highlight Highlight Männer sind häufiger straffällig als Frauen. Ist das deiner Meinung nach, weil Männer häufiger kontrolliert werden und müsste man dementsprechen viel mehr Frauen kontrollieren bis wir unsere Gefängnisse schön 50:50 mit Männlein/Weiblein füllen können? Wenn wir solche Erkenntisse haben, kann mir die Weiterentwicklung getrost erspart bleiben...
  • Lord_Mort 10.04.2018 08:39
    Highlight Highlight Ich war ja nicht dabei, aber hätte man ihm nicht aich erklären können, dass in der Schweiz keine Ausweispflicht bestehe, er dafür aber für eine eindeutige Identifikation mit auf den Posten muss? Zudem besteht zwischen "keiner Gewaltanwendung" und den im Beitrag beschriebenen Verletzungen (v.a. der gebrochene Lendenwirbel) schon ein Unterschied. Dass die Polizisten von der Herzkrankheit nichts wussten kann man ja noch nachvollziehen, allersings sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen die häufigste Todesursache in der Schweiz (Nur zur Info)
    • Bowell 10.04.2018 13:24
      Highlight Highlight Herz-Kreislauf-Erkrankungen gehören zu den häufigsten Todesursachen in der Schweiz, aber nicht bei Männern in ihren 30ern...(Nur zur Info). Hier noch meine Quelle: https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/gesundheit/gesundheitszustand/sterblichkeit-todesursachen/spezifische.html#34_1504592454493__content_bfs_de_home_statistiken_gesundheit_gesundheitszustand_sterblichkeit-todesursachen_spezifische_jcr_content_par_tabs
    • Sophia 10.04.2018 16:03
      Highlight Highlight Bowell, es gibt heute 45-jährige, die aussehen wie 30-Jährige. Da der Polizist keinen Ausweis sah, konnte er auch nicht wissen, wie alt sein Gegenüber war. In der Schweiz besteht keine allgemeine Ausweispflicht i.S. einer Pflicht, einen gültigen Ausweis zu haben, erst Recht nicht eine ständige Mitführungspflicht. Es handelte sich dazu noch um einen Arfikaner, da ist Schätzen des Alters noch schwerer für uns Bleichgesichter. Nimms doch einfach mal ein bisschen legerer!
      Kkorintenkackerisch: Dieser Afrikaner war 36 Jahre alt! Also schon nahe an die 40, wo Herzinfarkstatistik schon beginnt.
    • Bowell 10.04.2018 23:21
      Highlight Highlight Wenn ich hier lese wie teilweise krampfhaft irgendwelche Zusammenhänge und weithergeholte Argumente vermischt werden, rollen sich mir die Zehennägel nach hinten und mein Herzinfarktrisiko steigt auf das Niveau eines 85 Jährigen. @Sophia: Wobei wir wieder beim Thema wären. Ab 85 und älter sind Herzkreislauferkrankungen die Todesursache Nummer 1. Während bei 45 Jährigen Krebsleiden noch zuoberst stehen. Ich meine ja nur;)!
  • who cares? 10.04.2018 08:32
    Highlight Highlight Bedingte Geldstrafe. Also keine Strafe.
  • dorfne 10.04.2018 08:23
    Highlight Highlight Warum will man einem Polizisten den Ausweis nicht zeigen? Die Polizei hat die Pflicht, Ausweiskontrollen zu machen. Ich hab immer die ID dabei, weil ich weiss, dass ich jederzeit kontrolliert werden kann, nicht nur am Bankschalter. Wenn die Polizei sich nicht mehr durchsetzen kann, beschimpft und angespuckt wird, dann werden wir bald keine Sicherheit mehr haben im öffentlichen Raum. Ich prangere die Vorgesetzten der Polizisten an, die nicht hinter ihren Leuten stehen, "Deeskalation" bis zur Selbstaufopferung verlangen. Warum eigentlich? Damit die selber nicht ins schiefe Licht geraten?
    • DerTaran 10.04.2018 09:08
      Highlight Highlight Weil man nur aufgrund der Hautfarbe ausgewählt wurde, das einem immer wieder passiert und man genug hat von der Schikane?
      Ich bin weiss undjwurde noch nie aufgefordert meinen Ausweiss zu zeigen. Darum!
    • TJ Müller 10.04.2018 09:21
      Highlight Highlight Erm nein, Abbaio, die Polizei hat nicht die Pflicht Ausweiskontrollen zu machen. Wir haben zum Glück nichtmal eine Ausweispflicht wie die umligenden Ländern, welche nebenbei meistens von Diktatoren wie Hitler, Mussolini oder Franco eingeführt wurden.
    • Ptbagm 10.04.2018 09:33
      Highlight Highlight Es ist aber auch nachvollziehbar, dass es einem irgendwann mal reicht, wenn man zum tausendsten mal nur auf Grund seiner Hautfarbe kontrolliert wird!
      Ein Freund von mir mit Südafrikanischen Wurzeln wurde schon am selben Tag dreimal kontrolliert! Also ich wäre da auch mehr als nur frustriert! Er ist übrigens in der Schweiz aufgewachsen spricht daher perfekt Züridütsch und ist Psychologe mit Master!
    Weitere Antworten anzeigen
  • dorfne 10.04.2018 08:10
    Highlight Highlight Im Artikel wird berichtet, was die Polizisten gemacht haben. Vom Mann wird nur gesagt, er habe sich wiederholt geweigert, den Ausweis zu zeigen und sei aggressiv gewesen! Es gibt verbale Aggression und handgreifliche! Wie aggressiv der Mann war, geht aus dem Artikel nicht hervor. Geh zurück nach Afrika sagen. sich auf den Mann setzen, wenn der schon am Boden liegt, wär ein absolutes no go. Von der Herzkrankheit wusste die Polizei nichts. Und wenn der Mann die Kraft hatte zu querulieren und aggressiv, darf das nicht in die Waagschale gelegt werden.
    • Pius C. Bünzli 10.04.2018 16:11
      Highlight Highlight Ein no go bedeutet für die hiesige Polizei meist das Gegenteil. Ist auch ein no go mit Gummischrot auf Köpfe zu zielen oder Demonstrationen zu sprengen. Gemacht wirds trotzdem. Verwundert desshalb auch keinen das der Respekt für die Polizei in der Bevölkerung zurückgeht.
    • dorfne 11.04.2018 07:11
      Highlight Highlight @Pius C. Bünzli. Dem widersprech ich nicht!
      Mal schauen, wie das Gericht urteilen wird.
  • DerTaran 10.04.2018 07:41
    Highlight Highlight Wie aggresiv wird er wohl der Polizei gegenüber gewesen sein, wenn er gerade eine Herzoperation hatte?
    Gewalt inklusive Schlagstockeinsatz nur weil man seine Papiere nicht zeigen will? Sind die Vorwürfe berechtigt, finde ich 100 Tagessätze zu wenig, dürfen sie nach einer Verurteilung noch Polizisten bleiben? Ich will jedenfalls keine Gesetzeshüter, die sich nicht im Griff haben.
    Ja, der Job ist hart, aber das darf keine Rechtfertigung sein.
    • fandustic 10.04.2018 13:23
      Highlight Highlight Man kann auch so fragen: Weshalb zeigt er nicht einfach seinen Ausweis, wenn er gerade eine Herzoperation hatte? Warum hat er einen solchen „Zirkus“ veranstaltet, dass der Einsatz so dermassen ausser Kontrolle lief. Es hätte nach 2min vorbei sein können und dauert nun bereits knapp 10 Jahre.

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