Aids
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«Love Life, No Regrets»: Die aktuelle Kampagne des Bundesamts für Gesundheit. Video: Youtube/LOVE LIFE

Vorsorge statt Reue

«Love life – Bereue nichts» – Neue HIV-Kampagne zeigt viel nackte Haut

Die Zahl der HIV-Diagnosen in der Schweiz ist im vergangenen Jahr wieder zurückgegangen. Nach wie vor liegt sie aber weit über dem vom Bund angestrebten Wert. Helfen soll eine neue Kampagne. Das Motto lautet: «Love life – Bereue nichts.»



In einer Umfrage unter 1000 Schweizerinnen und Schweizern habe mehr als ein Drittel angegeben, etwas am bisherigen Sexleben zu bereuen. Rund 18 Prozent nannten als Grund für die Reuegefühle ungeschützten Geschlechtsverkehr. Ab sofort propagiert das BAG deshalb mit einer expliziten Kampagne einen verantwortungsvollen Lebensstil. Das Bundesamt für Gesundheit wird wie bisher rund zwei Millionen Franken pro Jahr in die «Love life»-Kampagne investieren.

Damit zielt das Bundesamt für Gesundheit (BAG) auf den Zeitgeist. Denn sexuelle Entscheidungen seien heute für die heftigsten Reuegefühle in der Bevölkerung verantwortlich, hiess es am Montag vor den Medien in Bern. In dem für die Kampagne produzierten Video sind Laiendarsteller in eindeutigen Szenen zu sehen. Und auch im nächsten Teil der Kampagne sollen Normalbürger in den Vordergrund gerückt werden.

Denn das BAG sucht für eine Plakataktion Pärchen und Singles, die sich vor einer professionellen Fotografin ausziehen und sich anschliessend ihrer Lust und Lebensfreude für einen Schnappschuss hingeben. Wie viele Personen beim Casting mitmachen werden, kann das BAG noch nicht abschätzen: «Wir lassen uns überraschen», so Mediensprecherin Mona Neidhart gegenüber watson.

Schweizer träumen von Gruppensex

Die Schweiz lebt mehrheitlich monogam. Dies hat eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts GfK ergeben. Und: Die Zufriedenheit mit dem Sexleben ist hoch. Rund vier von fünf Befragten gaben an, sie seien sehr oder mehrheitlich zufrieden mit dem Sex. Dies teilten die Aids-Hilfe Schweiz und die Stiftung Sexuelle Gesundheit Schweiz am Montag mit.

Neun von zehn Befragten gaben demnach an, in den vergangenen 12 Monaten Sex gehabt zu haben. Dabei wechselten die Sexualpartner nur selten: Rund 80 Prozent hatten in derselben Zeitspanne nur Sex mit einer Person.

Grund dafür ist die hohe Paardichte: Nur gerade 22 Prozent der Befragten lebten nicht in einer festen Beziehung. Drei Prozent gaben wiederum an, bislang gar keine sexuellen Erfahrungen gesammelt zu haben.

Wenig überraschend sind die sexuellen Zukunftspläne: Jeder zweite Befragte gab an, in Zukunft nicht bereuen zu wollen, etwas nicht ausprobiert zu haben. Ganz oben auf der Wunschliste stehen Sex an einem bestimmten Ort, bestimmte Stellungen oder gleich Sex mit mehreren Personen. (sda)

575 bestätigte HIV-Diagnosen gab es im vergangen Jahr in der Schweiz, das bedeutet einen Rückgang von acht Prozent. Der überraschende Anstieg um rund 15 Prozent im Jahr 2012 bedeute also keine Trendwende, schreibt das Bundesamt für Gesundheit (BAG) in seinem Bulletin vom Montag. Von 2009 bis 2011 war die Zahl der HIV-Diagnosen stetig gesunken.

HIV-Labormeldungen nach Geschlecht und Testjahr

hiv bag statistik

Quelle: BAG

Sowohl für die Zunahme der neuen HIV-Diagnosen vor zwei Jahren wie auch für die letztjährige Abnahme sind Männer, die Sex mit Männern haben (MSM), verantwortlich. Bei den anderen Bevölkerungsgruppen und Übertragungswegen hat sich die Zahl der Meldungen gemäss BAG nur geringfügig verändert. 

HIV-Diagnosen: Altersgruppen nach Ansteckungsweg und Geschlecht

hiv alter statistik bag

Quelle: BAG

Viele Fälle in Genf – wenige in der Ostschweiz

Obwohl sie nur drei Prozent der sexuell aktiven Männer ausmachen, betrug der Anteil der Gruppe MSM an den HIV-Diagnosen 2013 rund 39 Prozent. Das nationale Programm HIV fokussiere sich deshalb auch in den kommenden Jahren auf diese Zielgruppe, hält das BAG fest.

Bei den HIV-Infektionen gibt es grosse regionale Unterschiede: Während im Kanton Genf auf 100'000 Einwohner 15,1 Fälle kommen, sind es in den Ostschweizer Kantonen lediglich 3,6 Fälle. Der landesweite Durchschnitt beträgt 7,2 Fälle - damit liegt die Schweiz über dem europäischen Durchschnitt.

Bei den anderen meldepflichtigen sexuell übertragbaren Infektionen (STI) setzte sich der unerfreuliche langjährige Trend im vergangenen Jahr fort: Erneut infizierten sich 2013 mehr Menschen mit Syphilis, Gonorrhö und Chlamydiose. (whr/sda)

Chlamydiose

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Bestätigte Chlamydiosefälle nach Geschlecht und Diagnosejahr, 2009-2013. Quelle: BAG

Gonorrhö

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Bestätigte Gonorrhöfälle nach Geschlecht und Diagnosejahr, 2009-2013. Quelle: BAG

Syphilis

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Bestätigte Syphilisfälle nach Geschlecht und Diagnosejahr, 2009-2013. Quelle: BAG

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