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Xherdan Shaqiri hebt ab! Das wohl schönste Tor der Schweizer Nati-Geschichte.
Bild: Darko Bandic/AP/KEYSTONE

Bitteres EM-Aus für die Nati – aber diese 11 Szenen werden uns noch lange in Erinnerung bleiben

Aus, Schluss, vorbei! Granit Xhakas Fehlschuss im Penaltyschiessen gegen Polen hat die EM für die Schweizer Nati abrupt beendet. Was bleibt, ist die grosse Enttäuschung – und zahlreiche unvergessliche Momente.

Publiziert: 26.06.16, 01:47 Aktualisiert: 26.06.16, 11:19

Das Bruderduell

Wochen- , ja monatelang sprach alles nur von diesem einen Spiel: Dem «Bruderduell» zwischen der Schweiz und Albanien gleich zu Beginn der EM, mit Taulant und Granit Xhaka im Fokus. Wie werden die Schweizer Spieler mit albanischen Wurzeln das heikle Duell angehen, wie die vielen Albaner, die in der Super League gross geworden sind? Die Antwort auf diese Fragen: überaus professionell. So professionell, dass nach dem 1:0 für die Schweizer bald niemand mehr darüber sprach.

Hart aber fair: Die Xhaka-Brüder schenken sich im Startspiel nichts. Bild: Carl Recine/REUTERS

Der Türöffner

Was wünscht man sich für den Start in ein grosses Turnier? Na klar, ein guter Start. Doch die Schweiz begann ihr EM-Abenteuer gegen Albanien ziemlich nervös, da war der frühe Führungstreffer von Fabian Schär mehr als Gold wert. Mit der Führung im Rücken spielte die Nati dann zwar alles andere als souverän, aber wer weiss, wie das Ganze ohne Schärs Tor geendet hätte.

Fabian Schär führt die Schweiz mit dem 1:0 gegen Albanien auf den richtigen Weg.
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Die Parade

Es läuft die 87. Minute im Spiel gegen Albanien, da taucht Shkelzen Gashi mutterseelenallein vor Yann Sommer auf. Der Nati-Goalie bleibt lange stehen und lenkt Gashis Schuss schliesslich mit einem Reflex über die Latte. Statt 1:1 hiess es am Ende 1:0 für die Schweiz.

Sommers Parade gegen Shkelzen Gashi.
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Der Chancentod

Na, welche Chance hätten's denn gern? Haris Seferovic versiebte sie gleich im Multipack. Zwei Mal tauchte er gegen Albanien alleine vor dem gegnerischen Tor auf, zwei Mal versiebte er gegen Rumänien aus bester Position. Und vor Xherdan Shaqiris Ausgleich traf er gegen Polen mit dem offenen Tor vor Augen nur die Latte. Nur Pech? Nein, Seferovic verkörpert das momentan grösste Problem der Nati. Das Auslassen bester Tormöglichkeiten.

Eine der vielen Seferovic-Chancen: Gegen Albanien scheitert er allein vor Torhüter Berisha.
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Der EM-Song

Falls jemand Breel Embolo vor dieser EM in Frankreich noch nicht gekannt haben sollte, dann tut er es jetzt auf jeden Fall. Nicht wegen seiner Leistungen auf dem Platz, sondern wegen des Songs, den die Nati-Fans dem 19-jährigen Stürmer in Frankreich gewidmet haben. Zur Melodie des «The Tokens»-Hits «The Lions Sleeps Tonight» sangen sie landauf, landab, wo der Breel zuhause ist. Nämlich in der Schweizer Nati.

«Oh Embolo!» tönt es in ganz Frankreich. streamable

#Trikotgate

Das dritte Gruppenspiel gegen Frankreich war alles andere als berauschend. Die Nati mauerte sich dank einer starken Defensiv-Leistung zum 0:0, das sie zum Weiterkommen benötigte. Für viel Aufsehen sorgten allerdings die Trikots der Schweizer: Gleich sieben hielten der Zerreissprobe nicht stand. Über Hersteller Puma lachte die ganze Welt. Erst spät gab der Nati-Ausrüster zu, dass defektes Material bei der Herstellung verwendet wurde.

Sieht aus wie ein Scherenschnitt, ist aber keiner. Die Trikots der Schweizer Nationalmannschaft sind im Spiel gegen Frankreich gleich reihenweise gerissen. X01095 / Gonzalo Fuentes
Einer der Leidtragenden: Granit Xhaka nach einem Zweikampf mit Paul Pogba. X01095 / Gonzalo Fuentes
Granit Xhakas Shirt ist nur eines von vieren (!), welches in der ersten Halbzeit kaputt geht. X01095 / Gonzalo Fuentes
Boxenstopp. Neues Shirt. X01095 / Pascal Rossignol
Natürlich rissen die Franzosen den Schweizern an der Wäsche herum, aber die Qualitätsfrage muss man sich bei Puma auf jeden Fall auch stellen. AP/AP / Martin Meissner
Admir Mehmedis Shirt: Aus 18 mach 8. X01095 / Carl Recine
... und Auch Embolo wurde mindestens einmal zurückgehalten. X01095 / Gonzalo Fuentes
Dann ist er wieder lieb, der Koscielny. X01095 / Gonzalo Fuentes
Und auch bei Blerim Dzemaili hielt der Stoff nicht. EPA/EPA / ANDY RAIN
Das Shirt musste getauscht werden. X01095 / Gonzalo Fuentes
Übrigens: Bei Dzemailis Frau Erjona auf der Tribüne ist das Shirt nicht kaputt, wir sind uns sicher, dass dies absichtlich so geschnitten ist. X01095 / Carl Recine
Die Shirts der Nati hielten schon in der Partie gegen Moldawien der Zerreissprobe nicht stand. freshfocus / Andy Mueller/freshfocus
Kurz nach der Pause folgt schon der nächste Materialschaden. Dieses Mal geht er auf die Kappe von Adidas. AP/AP / Thibault Camus
Bei einem Prellball zwischen Valon Behrami und Antoine Griezmann geht der Ball kaputt. EPA/EPA / ANDY RAIN
Nichts zu machen. AP/AP / Martin Meissner
Weg mit dem Ding. X01095 / Carl Recine
Und dann leidet wieder ein Trikot. Wieder dasjenige von Xhaka. X01095 / Gonzalo Fuentes
Unglaublich. EPA/EPA / SHAWN THEW
Als Xhaka das Shirt wechselt, kommt Michael Lang neu ins Spiel. Böse Zungen behaupten, sein Shirt hätte da auch schon einen Riss gehabt ... X01095 / Carl Recine

Der Huckepack

Da Torszenen bei Schweiz – Frankreich Mangelware blieben, werden wir uns vor allem an diese Szene erinnern: Bei einem Zweikampf mit Paul Pogba schirmt Breel Embolo den Ball ab, der in vollem Tempo anrauschende Franzose kann nicht mehr bremsen und so nimmt ihn Embolo kurzerhand Huckepack. Herrlich, wie der Youngster dem französischen Superstar danach wieder auf die Beine hilft. Kein Wunder, ist Embolo mit seiner liebenswürdigen Art der Publikumsliebling schlechthin im Schweizer Team.

Oops, was machen denn Breel Embolo und Paul Pogba da? Den «Pas de deux» aus Schwanensee? X01095 / Carl Recine
Nein, natürlich nicht. Es passiert bei einem Zweikampf. Embolo will den Ball abschirmen. AP/AP / Darko Vojinovic
Da läuft von hinten Pogba auf. Und weil Embolo sich duckt, kommt's zur lustigen Szene. AP/AP / Thibault Camus
Er nimmt Pogba Huckepack und lädt ihn dann vorne wieder ab. AP/AP / Thibault Camus
Aus allen Richtungen wird der Vorfall festgehalten. X01095 / Carl Recine
Und eintauchen. X01095 / Carl Recine
Wow, Pogba kann den Handstand. Insidefoto / Matteo Ciambelli/freshfocus
Und ich flieg, flieg, flieg ... Expa / Juergen Feichtner/freshfocus
Embolo mit der Nackenmuskulatur eines Schwingers. KEYSTONE / JEAN-CHRISTOPHE BOTT
Da staunen auch Ricardo Rodriguez und Granit Xhaka. Witters / Tim Groothuis/freshfocus
Stilnote 9,6. Witters / Tim Groothuis/freshfocus
«Wart, ich halt dich.» X01095 / Carl Recine
Am Schluss wird natürlich abgeklatscht. KEYSTONE / JEAN-CHRISTOPHE BOTT

Das Monsterfoul

Im Achtelfinal gegen Polen tut sich die Nati lange schwer. Immer wieder werden sie von den gegnerischen Stürmern bei schnellen Gegenstössen überlaufen. In der 55. Minute setzt Fabian Schär dann ein Zeichen. An der Seitenauslinie grätscht er bei einem weiteren polnischen Konter deren Superstar Robert Lewandowski rüde um. Schär, der Glück hat und nur Gelb sieht, setzt damit ein Zeichen. Von Polen und Lewandowski ist danach nichts mehr zu sehen.

Schär räumt Lewandowski ab.
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Das Traumtor

Wie wurde er während der Vorrunde kritisiert! Fast nichts war von Xherdan Shaqiri in den ersten drei EM-Spielen der Schweiz zu sehen. Und so hofften alle, dass der «Kraftwürfel» sich seinen Geniestreich für die K.o.-Runde aufgehoben hatte. Und so war es dann auch: Die Schweizer rannten im Achtelfinal gegen Polen in der zweiten Halbzeit immer wieder verzweifelt an, doch der Ball wollte einfach nicht ins Tor – bis Xherdan Shaqiri zum Seitfallzieher ausholte und den Ball in die rechte untere Torecke hämmerte. Ein Traumtor, das auf der ganzen Welt Beachtung fand.

Shaqiri zaubert – das wohl schönste Nati-Tor aller Zeiten.
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Der Unglücksrabe

Da war Granit Xhaka in der Vorrunde der alles überragende Mann bei der Nati und dann das: Gegen Polen wird der Schweizer Spielgestalter in Manndeckung genommen, kann so seine Stärken lange nicht ausspielen. Doch Xhaka steigert sich, wird immer besser, schreitet im Penaltyschiessen dann selbstbewusst zum Punkt – und versemmelt. Der Ball zischt am linken Pfosten vorbei, die Schweiz scheidet aus und Xhaka wird zum tragischen Held.

Xhaka verschiesst als einziger in der Penalty-Lotterie. streamable

25. Juni 2016<">

Die Trostspenderin

Xhaka bleibt auch nach dem Penalty-Frust ganz Xhaka. Erst lässt er sich von seiner Freundin Leonita Lekaj trösten, dann steht er vor die Mikrofone und zeigt Grösse. «Mein Penalty war so, wie ich immer schiesse. Aber ich habe den Ball nicht richtig getroffen. Ich bin ein junger Mensch, erst 23. So etwas macht mich nur stärker. Und ich verspreche, dass ich beim nächsten Penaltyschiessen wieder anlaufen werde», analysiert er sachlich. Wir glauben ihm und hoffen, dass das Glück das nächste Mal auf seiner Seite ist.

Seine Freundin Leonita tröstet Xhaka nach dem Spiel mit einem dicken Kuss.
Bild: Pavel Golovkin/AP/KEYSTONE

Was wirst du von dieser EM am längsten in Erinnerung behalten?
Leider hat was nicht geklappt. Bitte versuche es später nochmals.

Die Noten der Schweizer Nati beim EM-Aus gegen Polen

Exploit verpasst: Die Schweizer Spieler nach dem Out im EM-Achtelfinal gegen Polen. Ihre Noten von Etienne Wuillemin (Schweiz am Sonntag). AP/AP / Pavel Golovkin
Yann Sommer: Note 4,5. Souverän, aber die ganz grosse Parade gelingt ihm nicht mehr. Im Penaltyschiessen glücklos. X01095 / Max Rossi
Ricardo Rodriguez: Note 5,5. Bestes Spiel an dieser EM. Lässt hinten nichts zu, gestaltet das Spiel aktiv mit. So wie in den besten Zeiten. X01095 / Kai Pfaffenbach
Fabian Schär: Note 5,5. Knüpft nahtlos an die überzeugenden Auftritte der Gruppenphase an. Hätte den Viertelfinal gesperrt verpasst. AP/AP / Darko Bandic
Johan Djourou: Note 5,5. Zu Beginn völlig von der Rolle. Je länger desto mehr gewinnt er an Sicherheit. Am Ende stark. AP/AP / Pavel Golovkin
Stephan Lichtsteiner: Note 4. Es ist nicht sein Turnier. Auch gegen Polen nicht. Einige Wackler hinten. Steht immerhin am Ursprung des Ausgleichs. KEYSTONE / JEAN-CHRISTOPHE BOTT
Valon Behrami: Note 4,5. Beim Gegentor im Pech, dass er den Ball nicht kontrollieren kann. Sonst erneut gut. Mit Zerrung ausgewechselt. EPA/KEYSTONE / JEAN-CHRISTOPHE BOTT
Granit Xhaka: Note 4,5. Anfangs etwas nervös. Steigert sich dann. Der verschossene Penalty ist das bittere Ende einer starken EM. AP/AP / Thanassis Stavrakis
Admir Mehmedi: Note 3,5. Leidet in der ersten Hälfte wie das ganze Team. Es gelingen ihm nur wenige gute Aktionen. Ausgewechselt. AP/AP / Darko Bandic
Blerim Dzemaili: Note 3. Ohne jeden Einfluss im Spiel. Bis zu seiner Auswechslung praktisch unsichtbar. Schade, nach dieser Vorrunde. EPA/KEYSTONE / JEAN-CHRISTOPHE BOTT
Xherdan Shaqiri: Note 5,5. Endlich der ersehnte Auftritt. Nach der Pause in Bestform. Erst das grossartige Tor, dann die Flanke auf Derdiyok. AP/AP / Pavel Golovkin
Haris Seferovic: Note 5. Herausragendes Herz. Auch in letzter Minute grätscht er noch im eigenen Strafraum. Hätte sich ein Tor verdient. EPA/EPA / YURI KOCHETKOV
Breel Embolo: Note 5. In der 63. Minute für Dzemaili eingewechselt. Mit ihm wird das Schweizer Spiel deutlich besser. AP/AP / Pavel Golovkin
Eren Derdiyok: Note 3,5. In der 70. Minute für Mehmedi eingewechselt. Zwei Chancen, zwei Mal gescheitert. Hatte den Matchball auf dem Fuss. AP/AP / Thanassis Stavrakis
Gelson Fernandes: Note 5. In der 77. Minute für Behrami eingewechselt. Geht den Polen auf die Nerven. AP/AP / Laurent Cipriani

EM 2016: Wichtige Infos zum Fussballturnier in Frankreich

Hier wird gespielt: Die 10 Stadien der Fussball-EM 2016 in Frankreich

Der Spielplan der Fussball-EM 2016 in Frankreich: Die Gruppenphase

So schnitt die Schweizer Fussball-Nati bei ihren bisherigen EM-Auftritten ab

Das Maskottchen der EM 2016 in Frankreich: «Salut, je m'appelle Super Victor!»

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