Mann in Kalifornien plante Anschlag, aus Rache für Christchurch-Attentat
Die Sicherheitsbehörden in den USA haben einen Mann festgenommen, der einen Anschlag in Kalifornien geplant haben soll. Das Justizministerium teilte am Montag (Ortszeit) mit, der 26-jährige Armeeveteran habe eine Nagelbombe bauen und bei einer Kundgebung platzieren wollen.
Es sei ihm um Rache für die Anschläge auf Moscheen in Neuseeland gegangen. Der Verdächtige wurde am Freitag festgenommen, nachdem ein Informant der Bundespolizei FBI mit ihm kommuniziert hatte. Ein Ermittler des FBI betonte, dass zu keiner Zeit eine Gefahr für die Öffentlichkeit bestanden habe.
Der Mann soll sich den Sicherheitsbehörden zufolge in Beiträgen im Internet zu einer extremistischen Form des Islam bekannt haben und mit Gewalt gedroht haben. Daraufhin habe ein Informant des FBI Kontakt zu ihm aufgenommen und sich mehrfach mit ihm getroffen, hiess es in der Mitteilung des Justizministeriums.
Bei dem ersten Treffen habe der 26-Jährige über verschiedene Anschlagsziele gesprochen, bei einer weiteren Begegnung habe er seine Unterstützung für die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bekundet. Der Verdächtige habe dann geplant, eine Kundgebung von Rechtsextremen anzugreifen, und den Informanten beauftragt, einen Bombenbauer ausfindig zu machen. Ein verdeckter Ermittler des FBI habe ihm schliesslich am Freitag einen nicht funktionsfähigen Sprengsatz übergeben.
Gegen den 26-Jährige wurde Anklage wegen der Unterstützung von Terroristen erhoben. Sollte er verurteilt werden, könnte ihm eine Gefängnisstrafe von bis zu 15 Jahren drohen. (sda/dpa)
Attacke auf zwei Moscheen in Neuseeland
Bei einem Terrorangriff auf zwei Moscheen in Christchurch hat es am Freitag, 15. März 2019, mindestens 50 Tote gegeben. Mit einer Schnellfeuerwaffe schoss ein Tatverdächtiger auf Muslime. EPA/SNPA / Martin Hunter
Mehr als 20 Menschen seien schwer verletzt worden, sagt Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern am Freitag. AP/AP / Mark Baker
Nach Augenzeugenberichten hatte ein Mann zunächst in einer Moschee in der Innenstadt um sich geschossen, wo sich Hunderte Muslime zum Freitagsgebet versammelt hatten. AP/AP / Mark Baker
Später fielen auch noch in einer anderen Moschee Schüsse. Die Lage war auch Stunden nach den ersten Schüssen noch unklar. AP/AP / Mark Baker
Ein Polizeisprecher berichtete von einer Festnahme. Unklar blieb zunächst, ob es sich dabei um den mutmasslichen Täter handelte und auch, ob es Komplizen gab. EPA/SNPA / Martin Hunter
Den Zeugen zufolge handelte es sich bei dem Täter um einen weissen Mann, der Helm und kugelsichere Weste trug. Mit seiner automatischen Waffe soll er immer wieder in die Menschenmenge geschossen haben. AP/Alleged Shooter's video
Online kursierte ein Video, das angeblich von der Helmkamera des Täters stammt. Auf dem Video in Ego-Shooter-Manier sind zahlreiche Verletzte und am Boden liegende Personen zu sehen. AP/Alleged Shooter's Video
Die Polizei sprach in einer Video-Nachricht, die über die sozialen Netzwerke verbreitet wurde, von einer «sehr ernsten und tragischen Serie an Ereignissen». AP/AP / Mark Baker
Zur Festnahme hiess es: «Wir haben eine Person in Gewahrsam. Aber wir sind nicht sicher, ob es da noch andere Leute gibt.» Später wurden drei Festnahmen gemeldet. Diese Personen sind inzwischen wieder auf freiem Fuss.
AP/AP / Mark Baker
Die Stadt riegelte wegen der unklaren Lage alle staatlichen Gebäude ab. AP/AP / Mark Baker
Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern verurteilte den Angriff aufs Schärfste. In einer kurzen Stellungnahme sprach die sozialdemokratische Politikerin von einem der «dunkelsten Tage» in der Geschichte ihres Landes. AP/AP / Mark Baker
Es soll sich um einen faschistischen Terroristen namens Brenton Tarrant handeln, einen 28-jährigen Australier, der aus fremdenfeindlichen Motiven handelte. AP/AP / Mark Baker
Auf weiteren Waffen, die der Mann im Kofferraum mitführte, sei «Kebab Remover» (Kebab-Entferner) zu lesen gewesen und der Name eines Mädchens, das 2017 bei einem Terrorangriff in Schweden starb. EPA/SNPA / Martin Hunter
Im Netz kursiert zudem ein 74-seitiges «Manifest», in dem sich mutmaßlich der Täter zu seinen Beweggründen für die Tat äusserte. Darin finden sich laut Medienberichten auch rechtsextreme Parolen und der Verfasser betont, eine «Atmosphäre der Angst» schaffen zu wollen. EPA/SNPA / Martin Hunter
49 Tote, ein Manifest und grosse Trauer
Video: SRF / Roberto Krone
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