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Der berüchtigte Griff ans Headset: In England ist man nicht zufrieden mit dem VAR. Bild: EPA

Revolutioniert England den VAR mit der Coaches Challenge? Die Premier League ist dagegen

Publiziert: 05.11.19, 15:01 Aktualisiert: 05.11.19, 15:39

Die Klubs der englischen Premier League sind nicht zufrieden damit, wie der VAR bislang eingesetzt wurde. «Bei den Schwarz-Weiss-Entscheidungen wie Offside oder der Torlinientechnologie funktioniert alles relativ gut», meint Chelsea-Trainer Frank Lampard.

«Das Problem seien subjektive Entscheidungen. Wir müssen wirklich klar definieren, was ein ‹offensichtlicher Fehlentscheid› ist», sagt Lampard. «Letztes Wochenende hat es einige nicht offensichtliche Fehlentscheide gegeben, die korrigiert wurden und andere, die nicht korrigiert wurden.»

Deshalb schwebt jetzt eine für den Fussball revolutionäre Idee im Raum: Die Coaches Challenge. Wie der «Telegraph» berichtet, soll es Klubbosse geben, die sich beim Ligameeting nächste Woche dafür aussprechen wollen.

Dem Vorschlag nach soll jeder Trainer drei Mal pro Spiel die Chance erhalten, einen Pfiff des Schiedsrichter anzufechten. Die Liga ist allerdings strikt gegen diese Änderung. Sie befürchtet unnötige Zeitverzögerungen und dass Trainer die Challenges taktisch einsetzen, um den Spielfluss in der Schlussphase zu unterbrechen.

Coaches Challenge im Fussball – eine gute Idee?
Leider hat was nicht geklappt. Bitte versuche es später nochmals.

Dennoch soll beim Meeting diskutiert werden, wie der Video Assistant Referee in Zukunft eingesetzt wird. Es gebe sogar Klubverantwortliche, welche die sofortige Einstellung des VAR fordern. Zumindest bis die bisherigen Kinderkrankheiten aus dem Weg geräumt sind. Die Begründung: «Es funktioniert bei Abseits, aber sonst überhaupt nicht.» Die Liga erwartet allerdings keine entsprechende Abstimmung.

Dean Smith, Trainer von Aston Villa, hält eine zwischenzeitliche Abschaffung des VAR nicht für realistisch: «Man kann ihn nicht einfach streichen. Er wird mittlerweile in 28 Ländern genutzt. Man musste mit Startproblemen rechnen und wir haben sie auch.»

Die Liga-Verantwortlichen dagegen wollen die Nutzung der VAR-Monitore am Spielfeldrand und andere Richtlinien besprechen. Bislang waren die Schiedsrichter dazu angehalten, bei den meisten Entscheidungen auf das Urteil des Videoassistenten im VAR-Raum zu vertrauen und die Bildschirme an der Seitenlinie möglichst ungenutzt zu lassen, um die Verzögerungen klein zu halten.

In der Bundesliga rege genutzt: die Bildschirme am Spielfeldrand. Bild: EPA

Ein Umstand, den Lampard kritisiert: «Die Bildschirme wurden nicht ‹möglichst wenig› sondern gar nie genutzt. Das sollte man wohl anschauen und anpassen.»

Jürgen Klopp dagegen bleibt optimistisch. «In Deutschland war es lange auch schwierig. Aber es ist besser geworden, seit sie einige Dinge angepasst haben», sagt der Liverpool-Coach. Er glaube, dass im Moment die Entscheidungen der Schiedsrichter noch mehr diskutiert werden als vorher, fährt Klopp fort: «Und genau das muss man wieder ändern. Wenn wir irgendwie helfen können, werden wir das versuchen.» (abu)

Die merkwürdigsten Fussballstadien der Welt

Stadio Valerio Bacigalupo, Taormina: Auf Sizilien kann man Fussball aus der Gondelbahn geniessen, die vom Meer in die Altstadt führt. instagram/agneserizzo_ / instagram/agneserizzo_
Stadion TJ Tatran Cierny Balog in der Slowakei: Hier kann es tatsächlich vorkommen, dass der Zug während dem Spiel zwischen Tribüne und Fussballplatz durchfährt. Hier gibt es weitere Informationen zum kurligen Bau.
Stadion Gospin dolac, Kroatien: Hier spielt der NK Imotski. Die Ruine Topana prägt das Bild der 4000 Zuschauer fassenden Arena.
Hinter der Ruine geht's 500 Meter runter bis zum Blauen See. Der Verein aus Dalmatien kickt in der zweithöchsten Liga Kroatiens.
Omnilife-Stadion, oder besser «el Volcan» in Guadalajara: Die Heimat des mexikanischen Spitzenklubs Chivas. Das ganze Stadion mit einer Tiefgarage liegt unter dem Erdhügel.
Vozdovac-Stadion in Serbien: Die Heimat des FK Vozdovac Belgrad fasst 5200 Zuschauer und steht ... auf einem Einkaufszentrum!
Nuevo Estadio Silvestre Carrillo auf Teneriffa: Das ist die Heimstätte von CD Mensajero, nahe dem Zentrum von Santa Cruz de la Palma. Das 1977 erbaute Stadion wurde von 2003 bis 2007 renoviert und hätte eigentlich mehr Plätze bieten sollen. Aber finanzielle Probleme liessen dies nicht zu. 6000 Fans finden heute drin Platz.
Stadion Sant'Elia in Italien: Die Heimstätte von Cagliari (Serie B) ist ein Stadion im Stadion. Weil die ursprünglich für die WM 1990 gebaute Arena 2002 den Sicherheitsbestimmungen nicht mehr entsprach, baute man kurzerhand ein Provisorium auf der Leichtathletikbahn. 2013 erhielt auch dieses die Bewilligung nicht mehr. Jetzt wird saniert, am Ende sollen 16'000 Fans Platz finden.
Mmabatho Stadium in Südafrika: Der Preis für die originellste Architektur geht nach Mahikeng. Hier kickt das Team von North West University vor maximal 59'000 Zuschauern.
Gebaut wurde das Prachtstück 1981 während der Apartheid von einer israelischen Firma.
Igraliste Batarija in Kroatien: Auf dieser schönen Postkartenaufnahme liegt unten rechts das Stadion von HNK Trogir.
Gleich neben der Festung Kamerlengo und dem Markusturm (beides UNESCO-Weltkulturerbe) kickte der Verein bis zu seiner Auflösung 2009.
Henningsvær-Stadion in Norwegen: Okay, von einem Stadion zu sprechen wäre vielleicht etwas übertrieben. Aber der Fussballplatz für das 500-Seelen-Dorf Henningsvær auf den Lofoten im Norden Norwegens musste dank Globetrotter Corsin einfach in unsere Liste.
Sapporo Dome in Japan: Das Stadion diente schon während der WM 2002 als Stätte für Vorrundenspiele. Der Rasen ist ausfahrbar und 41'484 Zuschauer passen rein. Das Baseball-Team der Hokkaido Nippon Ham Fighters und des J-League-Vereins Consadole Sapporo teilen sich die Arena hier.
Timsah Arena in der Türkei: Bursaspor trägt seine Heimspiele seit Dezember 2015 hier aus. Der Eingang bildet eine riesige Krokodilschnauze. (Bild: Modell)
Ottmar Hitzfeld Gspon Arena in der Schweiz: Auf dem höchsten Fussballplatz Europas (2008 Meter über Meer) über Stalden im Wallis wurde 2008 die Bergdorf-EM durchgeführt.
Estadio Municipal de Aveiro in Portugal: Hier wurde während der EM 2004 gespielt und der Sport Clube Beira-Mar (zweithöchste Liga) nennt das farbige Ding seine Heimat. 30'127 Zuschauer passen rein.
Lahden stadion in Finnland: Am Fuss der legendären Salpausselkä-Schanze trägt der FC Lahti seine Heimspiele aus. Im Winter wird die Arena auch für Biathlon und Langlauf genutzt.
Marina Bay Floating Stadium in Singapur: Die schwimmende Plattform misst 120 × 83 Meter und wird teilweise für Fussballspiele genutzt. Die Tribüne an Land ist für 30'000 Zuschauer konstruiert.
Svangaskard auf den Färöer-Inseln: Das ehemalige Nationalstadion steht direkt am Meer. 1980 in Toftir erbaut erhielt es erst 1991 ein Rasenfeld. Teilweise wartete während den Spielen ein «Ballsammler» auf einem Boot im Meer, um Bälle einzusammeln. Die Kapazität beläuft sich auf 6000 Zuschauer. Heute trägt B68 Toftir seine Heimspiele hier aus.
Europa Point Stadium in Gibraltar: Gleich neben dem Affenfelsen in Gibraltar soll im Herbst 2016 das Nationalstadion für 8066 Zuschauer eröffnet werden.
Estadio Hernando Siles in Bolivien: In La Paz steht mittendrin das Nationalstadion des Andenstaates. Auf 3637 Metern gilt es als eines der höchstgelegenen der Welt. Dank einer FIFA-Sondergenehmigung von 2007 darf das Nationalteam hier spielen.
Stade Louis II in Monaco: Die Heimat der AS Monaco. Von aussen kaum zu erkennen, denn der Bau passt sich dem Stadtbild im Viertel Fontvieille an. Das Spielfeld liegt acht Meter über dem Erdboden und steht auf einem vierstöckigen Parkhaus, das 1700 Autos Platz bietet.
Estadio Municipal de Braga in Portugal: Direkt am Berghang finden im «Steinbruch» 30'268 Zuschauer Platz. Auch an der EM 2004 wurde hier gespielt.
Rock Stadium in den Vereinigten Arabischen Emiraten: Das Ding in Al Ain an der Grenze zum Oman steht noch nicht, aber die Arena sahnte 2012 schon Architekturprojekt-Preise ab. Es soll direkt in die Hügelkette Jebel Hafeet gebaut werden.
40'000 Zuschauer sollen hier dereinst unter dem Erdboden Fussballspiele sehen können.

Schiedsrichter testen Videoassistenten VAR in der Praxis

Video: SRF / SDA SRF

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