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Der Säugling hat sich in Mazedonien angesteckt. Ob auch die Eltern infiziert sind, ist nicht bekannt. bild: keystone

Aargauer Säugling mit Corona infiziert – doch ist das Virus Ursache für den Tod des Babys?

Im Kinderspital in Zürich starb ein Säugling aus dem Aargau an einer schweren neurologischen Krankheit. Auch war es mit Covid-19 infiziert. Ob ein Zusammenhang besteht, wird jetzt untersucht.

Publiziert: 30.05.20, 09:51
Jürg Krebs / ch media

Erstmals ist in der Schweiz ein mit Covid-19 infiziertes Kind verstorben. «Dieser Todesfall betrifft nicht ein Schulkind, sondern einen Säugling», sagte Stefan Kuster, der neue Leiter der Abteilung Übertragbare Krankheiten und Nachfolger von Daniel Koch im Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Freitag. Laut Kuster ist das Kleinkind am Coronavirus verstorben. Doch das ist bislang nicht belegt.

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Gesichert ist, dass das Baby «an einer schweren neurologischen Krankheit» verstorben ist, die durch viele Viren verursacht werden kann. Gleichzeitig war es positiv auf Covid-19 getestet worden. Das erklärt Christoph Berger auf Anfrage. Er ist Leiter der Abteilung Infektiologie und Spitalhygiene am Kinderspital in Zürich, wo das Kind in den letzten Tagen verstorben ist. Ob das Coronavirus den Tod verursacht hat, ist Gegenstand von Untersuchungen, so Berger.

In Mazedonien angesteckt

Die Familie des Kindes hat ihren Wohnsitz im Kanton Aargau. Angesteckt hat sich das Baby aber nach Informationen von SRF in Mazedonien. Von dort wurde es ins Kinderspital Zürich ausgeflogen und dort behandelt. Vergebens.

Christoph Berger will keine näheren Angaben zum Fall machen. Einzig: Der Säugling habe in der Schweiz keinen engen Kontakt zu Personen gehabt und deshalb niemanden anstecken können. Zur Frage, ob die Eltern ebenfalls infiziert sind, macht er keine Angaben. Auch nicht über die Umstände der Repatriierung und wer diese veranlasst hat.

Der Todesfall wurde dem BAG vom Kanton Aargau gemeldet. Kantonsärztin Yvonne Hummel lässt den Sachverhalt über ihren Sprecher Erich Wiederkehr bestätigen sowohl die neurologische Krankheit wie die Infektion und auch die offenen Fragen über einen möglichen Zusammenhang. Details zum Fall will auch Wiederkehr mit Verweis auf den Persönlichkeitsschutz von Kind und Familie nicht geben.

Erstes Coronaopfer unter 30 Jahren

Bislang sind gemäss den Statistiken in der Schweiz über 1919 Personen am Coronavirus gestorben. Der Altersmedian liegt gemäss BAG bei 84 Jahren. Der Säugling ist der einzige Todesfall jünger als 30 Jahre. Von 1573 Personen sind vollständige Daten vorhanden, 97 Prozent von ihnen hatten demnach eine Vorerkrankung.

So selten Kinder an Covid-19 sterben, aus anderen Ländern sei bekannt, dass es aufgrund des Coronavirus auch bei Kindern zu Todesfällen kommen könne, so Stefan Kuster vom BAG. (bzbasel.ch)

Covid-19: «Contact Tracing» einfach erklärt

Eine Smartphone-App kann Leute warnen, die mit einer infizierten Person in engerem Kontakt standen. So lässt sich die Verbreitung des Coronavirus wirksam eindämmen. (Screenshot: srf.ch)
Der Stadtstaat Singapur bekämpft Covid-19 mit der «TraceTogether»-App, die auf hunderttausenden iPhones und Android-Geräten installiert ist. Die Funktionsweise ist ganz einfach ... EPA / WALLACE WOON
1. Man lädt die App aus dem offziellen App Store herunter und öffnet sie.
2. Man wird gebeten, Bluetooth auf dem Mobilgerät zu aktivieren, und man soll einwilligen, Standortdaten mit dem Gesundheitsministerium zu teilen.
3. Nun wird erklärt, dass mithilfe von Proximity-Technologie gemessen werden kann, wie nahe sich App-Benutzer kommen.
4. Um mitzumachen, muss man nur die eigene Handynummer eingeben und erhält daraufhin zur Bestätigung einen PIN-Code.
Wichtig zu wissen: Die höchst sensiblen Daten werden nicht wie in China oder Südkorea verwendet, um auf öffentlichen Online-Karten den Aufenthaltsort von Virusträgern anzuzeigen. Es geht darum, dass potenziell Infizierte persönlich gewarnt werden.
Der Datenschutz kann laut Experten gewährleistet werden, wobei es eine sichere Server-Infrastruktur braucht. Und wenn die Pandemie beendet ist, kann auch die App von den Handys gelöscht werden. KEYSTONE / ANTHONY ANEX

So wirkt sich eine Maske auf die Verbreitung von Viren aus

Video: watson

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