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Parlamentswahl in Polen – Nationalkonservative auf Erfolgskurs

Publiziert: 13.10.19, 20:12

Bei der Parlamentswahl in Polen zeichnet sich eine rege Beteiligung ab. Bis in die Mittagsstunden gaben rund 18.1 Prozent der mehr als 30 Millionen Wahlberechtigten ihre Stimme ab, teilte die Wahlkommission in Warschau mit.

Bei der letzten Wahl im Oktober 2015 hatten im gleichen Zeitraum 16.5 Prozent der Wähler abgestimmt. Besonders hoch war die Wahlbeteiligung in den südpolnischen Woiwodschaften Kleinpolen und Karpatenvorland – traditionell Regionen, in denen die nationalkonservative Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS) viele Anhänger hat.

Erste Prognosen über die Verteilung der 460 Abgeordnetenmandate im Sejm sowie über die 100 Sitze im Senat, der zweiten Kammer des Parlaments, werden nach Schliessung der Wahllokale um 21 Uhr erwartet.

PiS bleibt laut Umfragen stärkste Kraft

Laut Umfragen vor der Wahl ist damit zu rechnen, dass die nationalkonservative Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS) stärkste Kraft bleibt. Ob ihr Spitzenkandidat, Ministerpräsident Mateusz Morawiecki, auf eine absolute Mehrheit bauen kann, ist ungewiss. In den vergangenen vier Jahren konnte die PiS ohne einen Koalitionspartner regieren.

Der Ausgang der Wahl dürfte in Brüssel und Berlin mit Spannung verfolgt werden. Die PiS hat in den vergangenen Jahren das polnische Justizsystem nach ihren Vorstellungen umgebaut. Da es Zweifel an der Bewahrung der Rechtsstaatlichkeit gibt, hat die EU-Kommission mehrere Verfahren vor dem Europäischen Gerichtshof angestrengt.

Das Verhältnis zu Deutschland ist belastet, weil die nationalkonservative Führung in Warschau Reparationszahlungen für die Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs fordert. Die PiS hat diesen Punkt auch in ihr Wahlprogramm aufgenommen.

Für die anderen Parteien spielen Entschädigungen keine Rolle. Das grösste Oppositionsbündnis, die liberalkonservative Bürgerkoalition KO, hat sich in seinem Wahlprogramm den «Wiederaufbau der Beziehungen zu Deutschland und Frankreich» zum Ziel gesetzt.

Deutschland betrachtet die Reparationsfrage als abgeschlossen. Die deutsche Regierung beruft sich dabei auf den Zwei-plus-Vier-Vertrag über die aussenpolitischen Folgen der deutschen Einheit von 1990. (sda/dpa)

Jagd nach dem Nazi-Zug

Vor wenigen Tagen haben zwei Privatpersonen bei polnischen Behörden die Entdeckung eines gepanzerten Nazi-Zugs in einem unterirdischen Stollen gemeldet. Das Foto aus dem Jahr 1942 zeigt einen Zug der Wehrmacht in Morosowskaja, Polen. akg
Es könnten Kostbarkeiten, Kunstwerke und Archive im Zug gebunkert sein.Bild: REUTERS/Kacper Pempel X02307 / KACPER PEMPEL
Aus Sicherheitsgründen ist der Fundort für die Öffentlichkeit noch geheim. Es besteht aber die Gefahr, dass der Zug vermint ist. Ausserdem könnten im Umfeld Sprengfallen verlegt sein, die den Zug schützen. Bild: REUTERS/Kacper Pempel X02307 / KACPER PEMPEL
Schnell machen Gerüchte die Runde, dass der Nazi-Zug in der Gegend um Walbrzych (Waldenburg) in Niederschlesien liege. Seither ist in Waldenburg der Teufel los. Die Polizei verhängt an Schatzsucher Bussgelder in Höhe von 500 Zloty (125 Euro) für «Waldzerstörung» oder wegen Überqueren der Bahngleise. Bild: EPA/MACIEJ KULCZYNSKI POLAND OUT EPA/PAP / MACIEJ KULCZYNSKI
Dieser Tunnel gehört zum Stollensystem «Riese», das die Nazis bei Waldenburg haben anlegen lassen. Experten gehen davon aus, dass irgendwo in diesem Labyrinth der Zug versteckt sein könnte. Bild: REUTERS/Kacper Pempel X02307 / KACPER PEMPEL
Für den Bau des komplexen und weitläufigen Stollensystems wurden ca. 20'000 Häftlinge eingesetzt. Es wird davon ausgegangen, dass die Anlage im Eulengebirge als Führerhauptquartier und als Ersatz zur bekannten Wolfsschanze dienen sollte. Bild: Lilly M. via wikipedia
Teile des Tunnelsystems werden heute für Kunstausstellungen genutzt. Bild: EPA/MACIEJ KULCZYNSKI POLAND OUT EPA/PAP FILE / MACIEJ KULCZYNSKI
Der ehemalige Bergmann Tadeusz Slowikowski hörte in den 1950er Jahren erstmals Berichte über den unterhalb der Bahnstrecke versteckten Zug. Seit Jahren ist er seither in der Umgebung von Walbrzych auf der Suche nach Hinweisen. Bild: REUTERS/Kornelia Glowacka-Wolf/Agencja Gazeta X02731 / AGENCJA GAZETA
Wie er hoffen viele der Hobby-Sucher auf einen Schatz zu stossen. Denn der Verbleib des sogenannten «Nazigoldes» ist noch ungeklärt. Bild: REUTERS/Kacper Pempel X02307 / KACPER PEMPEL
Ein Blick auf Schloss Fürstenstein: Unter diesem liegen Teile des Tunnelsystems der Nazis. Bild: REUTERS/Kacper Pempel X02307 / KACPER PEMPEL
Und auch der Verbleib des sagenumwobenen «Bernsteinzimmers» ist weiter ungeklärt. Der mit Wandverkleidungen und Möbeln aus Bernsteinelementen ausgekleidete Raum befand sich fast 200 Jahre im Katharinenpalast bei Sankt Petersburg und war ab 1942 im Königsberger Schloss ausgestellt. Seit Ende des Krieges ist es verschollen.
Ein alter Minenschacht in Waldburg. Er dient als Museum für Bergbau. Bild: EPA/MACIEJ KULCZYNSKI POLAND OUT EPA/PAP FILE / MACIEJ KULCZYNSKI
Alte Gleise zwischen Wrozlaw und Waldburg. Wurde darüber einst von den Nazis Gold nach Polen verschoben? Bild: EPA/RADEK PIETRUSZKA POLAND OUT EPA/PAP / RADEK PIETRUSZKA
Der Rummel ist gross und mit jeder neuen Meldung reisen weitere Touristen nach Polen. Sogar in der Nacht herrscht in der Gegend um den vermuteten Fundort Hochbetrieb. Bild: REUTERS/Kacper Pempel X02307 / KACPER PEMPEL

Dackel-Marsch, ein Kultstatus in Polen

Video: SRF / SDA SRF

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