«Das könnte für mich ein kleiner Vorteil sein», sagt Roger Federer über seine Auftritte in Basel.
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«In Bercy haben sie die Ballmarke gewechselt, das könnte für mich ein Vorteil sein»
Vor den ATP-Finals spricht Roger Federer über seine Erwartungen, seinen Formstand und über besondere Erinnerungen an sein erstes Masters vor 17 Jahren.
Am Sonntag tritt Roger Federer an den ATP-Finals in London zu seinem Auftaktspiel gegen Dominic Thiem an. Trotz seinen Erfahrungen ist der spezielle Modus auch für den 38-Jährigen eine Herausforderung.
Ihre Zahlen bei den ATP Finals sind unglaublich: 17. Teilnahme, sechs Mal gewonnen, zehn Finals. Es muss für Sie ein reiner Spass sein hier.
Ja, natürlich. Ich erinnere mich noch gut wie ich mich zum ersten Mal qualifiziert habe, 2002 in Schanghai. 2001 war ich bereits nahe dran und hatte bis zum Schluss gehofft. Ich war sehr zufrieden, so wie ich es auch heute noch bin. Es ist mir an diesen Turnieren am Jahresende tatsächlich oft gut gelaufen.
So viel Klasse auf einem Bild:
Wie haben Sie die Tage seit dem Turniersieg in Basel verbracht?
Ich habe mich erholt, habe das Training gemacht, das ich musste, damit ich nicht komplett absackte. Es ist natürlich schön, wenn man eine Pause hatte, dann fällt alles etwas einfacher im Alltag. Du hast Lust zu trainieren, weil du letzte Woche nicht gespielt hast. Genau so möchte ich mich fühlen vor diesen Weltmeisterschaften. Ich habe ein gutes Gefühl, aber du musst ja auch gleich gut aus den Startblöcken kommen gegen Thiem. Das ist natürlich nicht eine normale 1. Runde wie zum Beispiel in Basel oder bei einem Grand Slam. Er hat eine wunderbare Saison gespielt, hat mich zweimal geschlagen, deshalb ist das natürlich die grosse Priorität. Ich finde den Belag angenehm und habe keine Probleme mit dem Körper. Ich bin total motiviert und hungrig und hoffe, dass ich noch ein gutes Turnier in mir drin habe.
Wie speziell ist es, dass Sie schon in der Vorrunde gegen Novak Djokovic spielen?
Das hat es ja hier auch schon gegeben und ist insofern nichts Neues mehr. Die Konzentration liegt nicht speziell auf Novak. Es ist ein Gruppenspiel; es ist vor allem das, was Anpassung braucht, weil man weiss, dass man verlieren und trotzdem weiterkommen kann. Das gibt es sonst die ganze Saison nie. Vor allem für die Neuen kann dies manchmal ein paar Fragezeichen aufwerfen während der Matches. Kann ich jetzt verlieren oder spielt vielleicht ein Satz noch eine Rolle? Ich bin hier, um hoffentlich jede Partie zu gewinnen, gut zu spielen und alles zu geben. Wenn es reicht, reicht es und sonst weiss ich, dass ich gegen einen absoluten Topmann verloren habe. Ich freue mich, hier dabei zu sein, denn das ist jedes Jahr eines der Ziele von mir und meiner Mannschaft.
Haben Sie das Gefühl, dass Ihre Chancen gegen Djokovic in der Halle noch etwas grösser sind als sonst?
Es bleibt auch hier eine komplizierte Sache. Man unterschätzt oft ein wenig, dass es auch für uns eine Umstellung ist, gleich in der 1. Runde gegen einen anderen Topspieler anzutreten, wenn du immer noch auf der Suche nach deinem Timing und deinem Rhythmus bist. Der Druck ist gross. Wenn du Djokovic in der Gruppe hast, fühlt es sich an, als ob du das erste Spiel gegen Thiem fast zwingend gewinnen musst. Aber ich denke dennoch, dass ich mit meinem Spiel und in der Halle gut beginnen kann. Ich fühle mich bereit für die Herausforderung. Zudem haben sie in Bercy die Ballmarke gewechselt, das könnte für mich ein kleiner Vorteil sein, dass ich immer noch das Gefühl mit den Bällen von Basel habe, die die gleichen sind wie hier.
Das sind die wichtigsten Rekorde von Roger Federer
Älteste Weltnummer 1: Mit 36 Jahren und 320 Tagen war Roger Federer im Juni 2018 der älteste Mann, der je auf dem Tennis-Thron gesessen hat. EPA/ANP / KOEN SUYK
Wochen als Weltnummer 1: Roger Federer steht heute bei 310 Wochen als Weltnummer 1. Novak Djokovic steht bei 294Wochen, Rafael Nadal bei 209. X01095 / Toby Melville
Wochen als Weltnummer 1 in Serie: Federer lag vom 2. Februar bis am 17. August 2008 insgesamt 237 Wochen in Folge an der Spitze, Novak Djokovic vom 7. Juli 2014 bis am 6. November 2016 «nur» 122 Wochen. X02605 / TYRONE SIU
Weltnummer 1 am Ende des Jahres: Federer beendete eine Saison fünfmal auf der 1 (2004 bis 2007 und 2009), genau wie Rafael Nadal. Die Liste führen Pete Sampras und Novak Djokovic mit 6 Jahren an. EPA/EPA / WILL OLIVER
Das ganze Jahr über die Weltnummer 1: Federer teilt sich den Rekord von drei Jahren (2005, 2006, 2007) mit Jimmy Connors (1975, 1976, 1978). Djokovic gelang dies bisher nur 2015, Nadal noch nie. Getty Images Europe / Julian Finney
Karriere-Slam: Roger Federer komplettierte seinen Karriere-Slam 2009 mit dem French Open. Nadal schaffte dies 2010 beim US Open, Djokovic 2016 bei Roland Garros. Der Serbe hielt damals sogar alle vier Major-Titel gleichzeitig, was Federer nie schaffte. AP/AP / John Minchillo
Anzahl Grand-Slam-Titel: Roger Federer steht wie Rafael Nadal bei 20, Djokovic bei 17.
EPA / GERRY PENNY
Anzahl Grand-Slam-Finals in Serie: Roger Federer erreichte von Wimbledon 2005 bis zu den US Open 2007 zehn Major-Endspiele in Serie. X01095 / Suzanne Plunkett
Anzahl Grand-Slam-Finals: 31-mal erreichte Roger Federer schon ein Major-Endspiel. Nadal stand 28-mal im Final, Djokovic 27-mal. EPA/AAP / LUKAS COCH
Anzahl erreichte Grand-Slam-Halbfinals: Federer 46, Djokovic 38, Nadal 34. EPA/EPA / DANIEL MURPHY
Anzahl erreichte Grand-Slam-Halbfinals in Serie: Federer: 23 (Wimbledon 2004 bis Australian Open 2010), Djokovic: 14 (Wimbledon 2010 bis US Open 2013). AP / ELISE AMENDOLA
Anzahl Grand-Slam-Viertelfinals: Federer: 57, Djokovic 47, Nadal 42. EPA/AP POOL / SANG TAN / POOL
Anzahl Grand-Slam-Viertelfinals in Serie: Federer: 36 (Wimbledon 2004 bis French Open 2013), Djokovic: 28 (Wimbledon 2009 bis French Open 2016). AP/AP / Andrew Brownbill
Grand-Slam-Titel: Federer stand als einziger Spieler in drei unterschiedlichen Saisons in allen Major-Finals (2006, 2007, 2009), Djokovic gelang dies erst einmal (2015), Nadal noch nie. AP/AP / Rafig Maqbool
Grand-Slam-Finals: Federer erreichte als einziger Spieler in zwei kompletten Jahren in Serie jeden Grand-Slam-Final (2006 und 2007). AP / Anja Niedringhaus
Grand-Slam-Titel ohne Satzverlust: Roger Federer holte sich bisher zwei Mal einen Major-Titel ohne Satzverlust (Australian Open 2007, Wimbledon 2017). Nadal schaffte dies viermal am French Open (2008, 2010, 2017, 2020), Björn Borg ebenfalls dreimal (Wimbledon 1976, French Open 1978 und 1980). Djokovic hat dies bisher noch nicht geschafft. Getty Images Europe / Julian Finney
Grand-Slam-Partien in Serie ohne Satzverlust: Federer teilt sich den Rekord von elf Partien (Australian Open bis Achtelfinal French Open 2007) mit John McEnroe. X01095 / Suzanne Plunkett
Gewonnene Grand-Slam-Sätze in Serie: Federers Rekord sind 36 erfolgreiche Sätze in Serie (US Open 2006 bis French Open 2007). Djokovic steht bei 19 (Australian Open bis French Open 2015). Getty Images Europe / Julian Finney
Anzahl gewonnene Matches an Grand Slams: Federer 362 Siege, Djokovic 296 Siege, Nadal 282. AP/AP / Kirsty Wigglesworth
Anzahl Grand-Slam-Teilnahmen in Serie: Federer hat vom Australian Open 1999 bis zum Australian Open 2016 zumindest immer die 1. Runde bestritten. Das sind 65 Majors in Serie. Djokovic schaffte 51, Leader mit 74 ist Feliciano Lopez (seit French Open 2002). Getty Images Europe / Julian Finney
Dreimal drei Grand-Slam-Turniere im gleichen Jahr gewonnen: Federer ist der einzige Spieler, der drei Grand-Slam-Turniere in drei verschiedenen Jahren gewann (2004, 2006, 2007). Djokovic steht bei zweimal drei (2011 und 2015), Nadal hat das nur einmal geschafft (2010). Getty Images Europe / Clive Brunskill
Drei Grand-Slam-Turniere mindestens fünfmal gewonnen: Federer hat als einziger Spieler drei Majors mindestens fünfmal gewonnen (AO 6 – FO 1 – Wim 8 – UO 5), Djokovic holte den Titel in drei verschiedenen Majors mindestens dreimal (8 – 1 – 5 – 3). X01095 / Tony O'Brien
Anzahl Jahre mit mindestens zwei Grand-Slam-Titeln: Federer sicherte sich in sechs Saisons mindestens zwei Trophäen bei Majors (2004 bis 2007, 2009 und 2017), den Rekord teilt er sich mit Roy Emerson. Djokovic konnte fünfmal (2011, 2015, 2016, 2018 und 2019) mindestens zwei Major-Titel in die Höhe stemmen. X01095 / Tony O'Brien
Grand Slam: Weder Federer noch Djokovic und Nadal konnten den Grand Slam (alle vier Turniere in einem Jahr gewinnen) bisher realisieren. X80002 / STRINGER
Titel bei den World Tour Finals: Roger Federer konnte den Titel bei der «WM» bei bisher 14 Teilnahmen sechsmal gewinnen (10 Finals), Djokovic triumphierte fünfmal in sieben Finals. X01095 / Suzanne Plunkett
Meiste Siege in einer Saison: Federer feierte 2006 92 Siege, Djokovic in seiner besten Saison (2015) 82. Dem Schweizer reichte dies bei fünf Saisonniederlagen zu zwölf Titeln, Djokovic mit sechs Niederlagen zu elf Trophäen. AP/AP / John Minchillo
Anzahl 1000er-Titel: Djokovic (36) und Nadal (35) haben in dieser Sparte mehr Titel auf dem Konto als Federer mit 28. EPA/EPA / WILL OLIVER
Hier will sich Federer niederlassen
Video: SRF / Roberto Krone