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Gerettete Flüchtlinge, dahinter ihr Boot. Bild: ALESSANDRO BIANCHI/REUTERS

Deutsche Marine hat den Befehl bekommen, leere Flüchtlingsboote zu versenken

Publiziert: 17.05.15, 04:46 Aktualisiert: 17.05.15, 08:53

Die deutschen Marineschiffe «Hessen» und «Berlin» sind angewiesen, Flüchtlingsboote nach der Bergung der Migranten zu versenken. Sie würden sonst auf dem offenen Meer ein Schifffahrtshindernis für andere Boote darstellen.

«Zudem könnte es sein, dass wir ein leeres Boot aus der Luft irrtümlich als ein in Seenot befindliches Boot wahrnehmen und hinfahren, um es zu retten», sagte der Sprecher des Deutschen Marineverbands Seenotrettung, Fregattenkapitän Alexander Gottschalk, der Zeitung «Bild am Sonntag».

Es gibt Waffenkontrollen

Alle Flüchtlinge würden vor der Aufnahme auf die Marineschiffe auf Waffen und gefährliche Gegenstände kontrolliert. Bei der Überfahrt nach Italien würden die Flüchtlinge an Deck unter Planen schlafen, sagte Gottschalk. Das sei bei 20 Grad im Sommer durchaus machbar.

Die Fregatte «Hessen» und das Versorgungsschiff «Berlin» sind seit Anfang Mai im Mittelmeer vor der libyschen Küste im Einsatz, um Flüchtlinge zu retten, die auf der Überfahrt nach Europa in Seenot geraten. (feb/sda/afp)

Zivile Schiffe als Retter im Mittelmeer

Ein Handelsschiff des Hamburger Reeders Christopher E.O. Opielok trifft am 12. April 2015 im Mittelmeer auf ein sinkendes Flüchtlingsboot. EPA/dpa / Opielok Offshore Carriers / Opielok Offshore Carriers
«Manche Flüchtlinge erfrieren innerhalb von Minuten an Deck, nachdem wir sie unterkühlt aus dem Wasser gezogen haben», berichtet der Reeder. EPA/dpa / Opielok Offshore Carriers / Opielok Offshore Carriers
Auch am 17. Januar 2015 traf ein Opielok-Handelsschiff auf ein Flüchtlingsboot. EPA/dpa / Opielok Offshore Carriers / Opielok Offshore Carriers
«Wir sind auf die Rettungseinsätze nicht eingerichtet», sagt Opielok. Die Schiffe fahren mit zwölf Mann Besatzung und nehmen teils mehrere 100 Flüchtlinge auf. EPA/dpa / Opielok Offshore Carriers / Opielok Offshore Carriers
Seit Dezember haben die Schiffe des Reeders bei mehr als einem Dutzend Rettungseinsätzen rund 1500 Flüchtlinge aus untergehenden Booten gerettet. EPA/dpa / Opielok Offshore Carriers / Opielok Offshore Carriers

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