Ausgekokst: Die Polizei verhaftete in Zug einen Dealer.
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Polizei lässt Drogenübergabe in Zug auffliegen und nimmt Mann fest
Vollgestopft mit Drogen war ein 22-Jähriger, den die Zuger Polizei bei einer Drogenübergabe festgenommen hat. Der mutmassliche Dealer trug mehrere Fingerlinge im Mund und an anderen Orten im Körper, insgesamt stellten die Polizisten über ein Kilogramm Kokain sicher.
Zivile Fahnder hatten am Donnerstag die Drogenübergabe zwischen zwei Männern in der Stadt Zug beobachtet und bei der Personenkontrolle im Mund des einen Mannes Kokainkugeln festgestellt, wie die Zuger Polizei am Mittwoch mitteilte. Bei der medizinischen Untersuchung habe man «weitere Fingerlinge im Körper» gefunden.
Bei einer Hausdurchsuchung beim Beschuldigten stiess die Polizei auf weiteres mutmassliches Kokain, mehrere Dutzend präparierte Fingerlinge, Verpackungsmaterial, Mobiltelefone sowie einen grösseren Geldbetrag. Insgesamt fanden die Beamten über ein Kilo der vermuteten Droge. Der festgenommene Nigerianer hielt sich als Tourist in der Schweiz auf, er wurde in Untersuchungshaft gesetzt. (sda)
Die dümmsten Koks-Schmuggel-Aktionen der Schweiz
Juni 2009: In einer Edelweiss-Maschine versuchen Mitarbeiter des Flughafens Punta Cana (Dominikanische Republik) 32 Kilogramm Kokain zu schmuggeln. Ihre Methode: Sie füllen das weisse Pulver in leere Orangensaft-Tetrapacks. Die präparierten Säfte landen in den Trolleys, wo sie von Edelweiss-Mitarbeitern entdeckt werden. Das Ganze fliegt noch vor Abflug in der Dominikanischen Republik auf. EPA/KEYSTONE / OLIVIER MAIRE
Mai 1999: Ein Zürcher Stadtpolizist reist mit einem Kollegen nach Brasilien, kauft eine Stereoanlage und nimmt diese in sein luxuriöses Anwesen mit nach Hause, das er dort gemietet hat. Am nächsten Tag bringt er die Anlage zurück ins Geschäft – man möge sie ihm doch nach Hause in die Schweiz schicken, per Post, aber ja nicht in einem Flieger der Swissair. Als die Mitarbeiter des HiFi-Geschäfts die Anlage transportsicher verpacken, fallen ihnen Risse in den Boxen auf. Im Innern finden sie acht Kilogramm Kokain. Der Stadtpolizist und sein Helfer werden noch vor dem Abflug nach Zürich verhaftet.
Mai 2004: 150 Kilogramm Kokain erreichten die Schweiz – unbemerkt. Im Dezember sind es bereits 153,6 Kilo, im September 2005 156,8 Kilo und im November sogar 211,2 Kilo. Die Methode ist immer dieselbe: Das Kokain wird in handelsüblichen Bananenschachteln versteckt. Pro Lieferung werden knapp 1000 Schachteln benötigt. Offizieller Abnehmer der Bananen ist ein Schweizer Mittelsmann, der sich dafür im Zollfreilager in Embrach einmietete. Die ganze Geschichte fliegt unter anderem auf, weil man in einer Ostschweizer Kompostieranlage Verdacht schöpft, als ein Handlanger zweimal 20 Tonnen grüne Bananen entsorgt.
September 2015: Die Ruag-Angestellten staunen nicht schlecht, als sie eine Lieferung aus Chile etwas genauer untersuchen: In den Panzermotoren der chilenischen Armee entdecken sie insgesamt 38 Kilogramm Kokain. Die Chilenen hatten die Motoren zur Revision an den Rüstungsbetrieb des Bundes nach Thun geschickt. Der Reinheitsgrad des Kokains beträgt 80 Prozent, wie der Bund berichtet. Der Stoff hat einen Wert von mehr als 15 Millionen Franken. (KEYSTONE/Peter Schneider) KEYSTONE / PETER SCHNEIDER
März 2015: Ein Fahrer eines Autos mit belgischem Nummernschild versucht kurz vor Mitternacht die Grenze zur Schweiz bei Lörrach zu passieren. Als er am Zoll Beamte entdeckt, wendet er seinen Wagen und fährt wieder davon. Deutsche Zollbehörden nehmen die Verfolgung auf und stellen den Mann, der sich in der Reiseroute geirrt haben will. Ein Drogenspürhund findet kurz darauf 1,7 Kilogramm Kokain im Kofferraum. (KEYSTONE/EPA/DPA/Rolf Haid) EPA DPA / ROLF HAID
August 2007: Eine 19-jährige Schweizerin und ihr 18-jähriger Partner möchten am Flughafen elf Weinflaschen verzollen – wie es sich gehört. Doch eine der Weinflaschen hat den Flug nicht überstanden und den geschulten Nasen der Zöllner entgeht der Kokain-Geruch nicht, der aus dem Koffer strömt. Insgesamt haben die beiden jungen Delinquenten vier Kilo Kokain in aufgelöstem Zustand in die Schweiz importieren wollen. (KEYSTONE/Martin Ruetschi) KEYSTONE / MARTIN RUETSCHI
Oktober 2015: Die Polizei Basel-Landschaft beschlagnahmt in Birsfelden 191 Kilogramm Kokain. Die Drogen befanden sich in einem Migros-Container, der in Brasilien beladen und per Schiff nach Antwerpen spediert worden war. Der Marktwert der Drogen beläuft sich auf geschätzte 70 Millionen Franken (Reinheitsgrad 90 Prozent). Das Kokain war mit grosser Wahrscheinlichkeit im Migros-Container «vergessen worden». Zuständige belgische Strafverfolgungsbehörden vermuten, dass die Drogen nicht für den Schweizer Markt bestimmt waren und vor ihrem Eintreffen in Birsfelden hätten ausgeladen werden sollen. (Polizei Basel-Landschaft) POLIZEI BASEL-LANDSCHAFT
Februar 2016: Wenig Fantasie bewies ein 53-jähriger Schweizer. Er transportierte 8,5 Kilo Kokain ganz einfach im Handgepäck. Wenigstens war die Ware «fein säuberlich» verstaut, wie die Nachrichtenagentur DPA meldet. Und Überraschung: Am Schweizer Zoll wurde der Mann gefasst. X90138 / MURAD SEZER
Januar 2007: Drei Frauen versuchen bei Basel in die Schweiz einzureisen. In ihrem Gepäck befinden sich 16 Kilo Kokain. Der Schmuggel fliegt auf, als die Beamten nach einem Ausweis fragen und sich eine der Frauen mit einem gestohlenen Führerschein ausweisen will. (KEYSTONE/EPA/DPA/Rolf Haid) EPA DPA / ROLF HAID
Wie der Drogenbaron Escobar den Tourismus ankurbelt
Video: SRF / Roberto Krone
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