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Millionen vom Zika-Virus betroffen: WHO schlägt Alarm

Publiziert: 28.01.16, 14:28 Aktualisiert: 28.01.16, 16:21

Was steckt hinter dem Zika-Virus?

In den vergangenen Monaten sind in Brasilien rund 4000 Babys mit zu kleinem Kopf auf die Welt gekommen. AP/AP / Felipe Dana
Die Anzeichen verdichten sich, dass das Zika-Virus dahinter steckt. Getty Images South America / Mario Tama
Bei den Neugeborenen wurde «Mikrozephalie» festgestellt. Dabei ist der Kopfumfang des Kindes zu klein, was meistens zu geistigen Behinderungen führt. AP/AP / Felipe Dana
Das Virus wurde 1947 im Zikawald in Uganda entdeckt, daher der Name. AP/AP / Felipe Dana
Übertragen wird der Krankheitserreger durch sogenannte Tigermücken, das sind dieselben Insekten, die auch das Denguefieber übertragen. AP/AP / Andre Penner
Laut WHO ist das Virus bereits in 21 Ländern Lateinamerikas präsent. Besonders betroffen ist Brasilien. AP/AP / Felipe Dana
Rund 400'000 schwangere Frauen sollen in Brasilien nun kostenlos Moskitoschutzmittel erhalten. AP/AP / Felipe Dana
Bei Erwachsenen ruft das Virus Fieber, Gelenkschmerzen und Hautausschlag hervor. Meistens klingen die Syptome nach einer Woche wieder ab. Getty Images South America / Mario Tama
Allerdings könnte das Zika-Virus weitaus gefährlichere Folgekrankheiten hervorrufen. Diese werden momentan untersucht. AP/AP / Felipe Dana
Dieser Peruaner versucht auf einem Friedhof die Mücken unschädlich zu machen. AP/AP / Martin Mejia
In Brasilien wurden derweil 220'000 Soldaten entsandt, um das Virus zu bekämpfen. Getty Images South America / Mario Tama
Auch in der Schweiz wurden die ersten zwei Zika-Fälle gemeldet. Es handelt sich um zwei Personen, die sich in den Tropen infiziert haben. AP/AP / Leo Correa
Schwangere Frauen sollen deshalb nicht in die betroffenen Gebiete reisen, rät das Bundesamt für Gesundheit. EPA/SECRETARY OFFICE OF HEALTH / SECRETARY OFFICE OF HEALTH / HANDOUT
Einige Experten vermuten, dass das Virus mit den vielen Reisenden während der Fussball-WM 2014 nach Brasilien gelangt ist. KEYSTONE / PETER KLAUNZER
In Brasilien stehen dieses Jahr Grossevents wie der Rio Carnaval und die Olympischen Spiele auf dem Programm. Der Druck auf die brasilianische Gesundheitsbehörde ist deshalb besonders gross. X00856 / PILAR OLIVARES
Ob das Virus auch sexuell übertragbar ist, lässt sich momentan noch nicht sagen, entsprechende Untersuchungen sind im Gange. EPA/EPA / AZHAR RAHIM

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird am Montag darüber entscheiden, ob die Verbreitung des Zika-Virus in Südamerika als weltweiter Gesundheits-Notfall gilt. WHO-Direktorin Margaret Chan sagte am Donnerstag in Genf, «wir sind extrem alarmiert.»

Daher sei für kommenden Montag eine Dringlichkeitssitzung angesetzt worden. Ihre Organisation sei besonders besorgt über eine mögliche weltweite Ausbreitung des Virus, sagte Chan.

«Das ist nicht Ebola»

Zugleich warnte die UNO-Behörde vor Panik. «Das ist nicht Ebola», sagte Gesundheitsdirektor Marcos Espinal. Die Krankheit wird durch Mücken verbreitet. Der Kampf gegen die Überträger sei daher entscheidend, aber er sei auch mit üblichen Mitteln möglich. Brasilien habe dabei bereits gute Fortschritte gemacht.

Das Zika-Virus grassiert derzeit vor allem in Südamerika. Das Virus führt bei etwa 20 Prozent der Infizierten zu grippeähnlichen Symptomen und ist normalerweise nicht tödlich. Allerdings wird vermutet, dass das Virus bei ungeborenen Kindern zur Mikrozephalie, einer Schädelfehlbildung, führt.

Ein Zusammenhang zwischen der Verbreitung des Virus und einer Zunahme der Schädelfehlbildungen werde stark vermutet, wissenschaftlich bewiesen sei er jedoch noch nicht, sagte WHO-Chefin Chan. Bislang gibt es keinen Impfstoff gegen das Virus und kein Medikament zur Behandlung Erkrankter.

Brasilien besonders betroffen

Besonders betroffen ist Brasilien: Nach WHO-Angaben gibt es in Brasilien möglicherweise 1.5 Millionen Zika-Fälle. Zudem wurden über 4000 Fälle von Schädelfehlbildungen bei Neugeborenen registriert. Die Behörden raten, sich von stehenden Gewässern fernzuhalten, da diese als Brutstätte der Mücken gelten, die nun verstärkt bekämpft werden sollen.

Inzwischen wurde das Virus auch in mindestens sieben europäischen Ländern diagnostiziert. Sowohl aus der Schweiz als auch aus Deutschland wurden am Mittwoch je zwei Infektionsfälle bekannt, aus Dänemark einer. Die Erkrankten hatten sich zuvor auf dem amerikanischen Kontinent aufgehalten.

Frankreichs Gesundheitsministerin Marisol Touraine warnte Schwangere wegen des Zika-Virus vor Fahrten in französische Überseegebiete. Geplante Reisen auf die Karibikinsel Martinique, nach Französisch-Guayana und in andere französische Überseegebiete sollten verschoben werden, sagte Touraine dem Sender France Info. Auf Martinique wurden bereits mehr als 100 Fälle registriert, in Guayana 45 Infektionen. (whr/sda/afp/dpa)

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