Berlin, am frühen Morgen des 10. Novembers 1989: Berlinerinnen und Berliner aus dem westlichen Stadtteilen bieten den Leuten aus der DDR die Hand. Es ist inzwischen fast drei Jahrzehnte her, seit die Berliner Mauer gefallen ist – die Idee, Menschen durch künstliche Grenzen zu separieren, lebt jedoch immer noch. AP / JOCKEL FINCK
Rot eingefärbt sind fertig gebaute Grenzanlagen oder solche, die sich zurzeit im Bau befinden. In Grün sind sämtliche Grenzmauer-Projekte ersichtlich. Bei den Ländern in Grau handelt es sich um die Staaten, von denen die Grenzanlagen ausgehen. Zur ganzen Story gelangst du hier. watson Seit sich Donald Trump als Politiker zeigt, ist sie das Politikum schlecht hin: Die «Tortilla Wall», wie sie manche Amerikaner abschätzig nennen, ist der Schutzwall an der mexikanisch-amerikanischen Grenze. 3141 Kilometer misst die Grenze zwischen Nord und Mittelamerika. Bereits jetzt erstreckt sich über 1126 Kilometer eine polizeiliche Schutzanlage. Getty Images South America / John Moore
Die Anlage wird nicht nur durch Mauern und Stacheldrahtzäune, sondern auch mit Video- und Infrarotkameras, Nachtsichtgeräten, Bewegungsmeldern, Flugdrohnen und Wärmesensoren im Boden gesichert. Insgesamt 18'500 Grenzpolizisten sind für die Bewachung der Anlage verantwortlich. Laut Präsident Trump soll diese Grenzsicherung in den kommenden Jahren massiv ausgebaut werden. Mehr Infos dazu findest du hier. X03746 / JOSE LUIS GONZALEZ Nicht entlang einer Nationalgrenze, sondern mitten durch mutmasslich eigenes Land verläuft der marokkanische Schutzwall, der im Arabischen «Berm» genannt wird. Es handelt sich dabei um einen 2700 Kilometer langen mit Steinen befestigten Sandwall, der grösstenteils mit Stacheldraht und Landmienen bestückt ist und von über 150'000 marokkanischen Soldaten bewacht wird.
quelle: sahara-overland Der Wall soll die von Marokko besetzten Gebiete in der Westsahara vom Eindringen der Polisario-Rebellen schützen. Seit 1975 haben sich die Polisario in den Wüstengebieten Mauretaniens angesiedelt, wo sie die nur teilweise anerkannte «Demokratische Republik Sahara» gegründet haben. AP / ODED BALILTY
Im Norden Marokkos, zwischen Rif-Gebirge und Mittelmeer, befinden sich die beiden spanischen Exklaven Ceuta und Melilla. Für aus Afrika flüchtende Menschen sind diese zwei kleinen «Europa-Flecken» besonders interessant, da sie ohne ein Meer zu überqueren auf europäischem Boden Asyl beantragen können. AP / SANTIAGO LYON
In den 1990er Jahren kesselte man die zwei europäischen Exklaven je mit einem sechs Meter hohen Dreifachzaun ein. X80002 / STRINGER
Die Zäune sind mit dem sogenanntem «Nato-Draht», einer Stacheldrahtart, die besonders tiefe Schnittwunden verursacht, ausgestattet. Trotzdem versuchen viele flüchtende Afrikanerinnen und Afrikaner immer wieder über die Absperrungen hinüberzuklettern. X80002 / STRINGER
Um eine Eskalation zwischen dem ehemals griechischen Zypern und dem von der Türkei besetzten Teil der Insel zu verhindern, schufen UN-Friedenstruppen 1974 eine verbarrikadierte Pufferzone. X02954 / NEIL HALL
Auch heute ist die Insel noch immer in zwei Hälften geteilt. Während sich im Südteil der Insel die Republik Zypern und im Norden die Türkische Republik Nordzypern formierte, blieb die Pufferzone aus dem Jahr 1974 stehen. KEYSTONE / THOMAS HODEL
Als Reaktion auf die Flüchtlingswelle begann Bulgarien 2014 mit dem Bau eines Stacheldrahtzauns entlang der türkischen Grenze. Seit Juni 2016 bauscht sich nun über 146 Kilometer engmaschicher «Nato-Draht» an der EU-Aussengrenze auf.
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Rund 1500 Kilometer weiter südlich macht der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan auch mit seinen Mauerplänen ernst. Zurzeit entsteht an der türkisch-syrischen Grenze eine 900 Kilometer lange Betonmauer, die türkischen Medien zufolge mit automatischen Schussanlagen ausgestattet wird.
quelle: youtube/video-news Auch in Westeuropa gibt es Mauern. Ein sehr absurdes Beispiel dafür sind die «Peace Lines» in mehreren nordirischen Städten. Sie entstanden ab 1969 während des Nordirlandkonflikts. Ihre Aufgabe ist es, eine Eskalation zwischen pro-irischen Republikanern und pro-britischen Unionisten zu verhindern, indem sie Städte in separate Zonen einteilt. AP NY / PETER DEJONG
Der französische Hafen in Calais ist der Ausgangspunkt der meisten Schiffe, die den Ärmelkanal in Richtung Grossbritannien verlassen. 2014 wurde er grossräumige abgesperrt, um der illegalen Verschiffung von Migranten vorzubeugen. X00234 / PASCAL ROSSIGNOL
Der Staat Israel riegelt sich mittels Zäunen und Mauern gegenüber drei verschiedenen Parteien ab. AP / ODED BALILTY
Die «Separation Wall» soll mit ihren bis zu acht Meter hohen Stahlbeton-Elementen die Grenze zwischen Israel und dem mehrheitlich palästinensischen Westjordanland sichern. Die Mauer, mit deren Bau man im Sommer 2002 begonnen hatte, soll bis zur ihrer Fertigstellung 759 Kilometer lang sein. Die «Seperation Wall» ist höchst umstritten. Während die meisten Israelis die Notwendigkeit der Mauer mit der Gefahr vor Terroranschlägen begründen, sehen viele Palästinenser und Menschenrechtsaktivisten darin eine ein Symbol der Unterdrückung. quelle: shutterstock
In Richtung des Gazastreifens schirmt sich Israel mit Stacheldraht und Mienenfeldern ab. AP / ODED BALILTY
Und auch auf weiten Strecken der israelisch-ägyptischen Grenze sind entsprechende Anlagen angebracht. AP/AP / Ariel Schalit
An der 248 Kilometer langen Grenze zwischen Nord- und Südkorea verläuft eine hochgerüstete Befestigungsanlage, gesichert mit Stacheldraht, Wachtürmen, Scheinwerfern und mehr als einer Million Minen. Im Korea-Krieg zwischen 1950 und 1953 verloren fast vier Millionen Menschen ihr Leben. X90027 / DAMIR SAGOLJ
Im Anschluss des brutalen Krieges wurde Korea in das kommunistische Nordkorea und in das westlich orientierte Südkorea geteilt. Bis heute gibt es keinen Friedensvertrag zwischen den beiden Staaten. Im Bild liest eine Frau die unzählig bunten Zettel, die bei einer politischen Aktion an die militärischen Grenzzäune angebracht wurden. Auf fast allen dieser Zettel ist der Wunsch nach einer Wiedervereinigung der beiden Koreas festgehalten. AP / Lee Jin-man
Der Kashmir ist ein Gebirgszug, der sich über Nordindien und Pakistan erstreckt. Über die Aufteilung dieser Gebirgskette streiten sich die beiden Nationen schon seit über 80 Jahren. Die sogenannten «Line of Control», mit der Indien seine Ländereien klar signalisiert, steht trotz eines stillen Abkommens noch heute.
Sie besteht aus 550 Kilometer Stacheldraht, die teilweise sogar unter Strom stehen. 2014 kündigte die indische Regierung zudem an, sie wolle einen 40 Meter breiten und 10 Meter tiefen Graben auf ihrer Seite des Zauns errichten. EPA/EPA / JAIPAL SINGH
An der Grenze zu Bangladesh verfügt Indien zudem über die grösste Grenzanlage der Welt. Die «Nullinie» ist eine Wand aus Stacheldraht, die sich über 4000 Kilometer erstreckt.
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Sie wird von ca. 50'000 Soldaten bewacht und kann zusätzlich unter Strom gesetzt werden. Der Grenzübergang zwischen Bangladesh und Indien gilt als der gefährlichste weltweit. Gemäss «Spiegel Online» töteten indische Soldaten zwischen 2000 und 2011 mindestens 976 Bangladescher an dieser «Nullinie».
AP / TARUN DAS