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Pendeln in Coronazeiten: Noch immer tragen nur wenige Reisende eine Schutzmaske. Bild: EPA

Milliardenloch droht: Wie kommt der ÖV aus der Krise? Die wichtigsten Fragen und Antworten

Dem öffentlichen Verkehr droht wegen der Coronakrise ein Milliardenloch. Trotzdem verzichtet er auf teurere Billette. Die wichtigsten Fragen und Antworten zu den Problemen der Verkehrsbranche.

Publiziert: 25.06.20, 06:29
Sven Altermatt / ch media

Wie entwickeln sich die Passagierzahlen im ÖV?

Die Coronakrise hat und hatte massiven Einfluss auf die Nachfrage im öffentlichen Verkehr. Von einem beispiellosen Einbruch der Passagierzahlen spricht Bernard Guillelmon, der Präsident der Alliance Swisspass. Die Branchenorganisation informierte am Mittwoch darüber, wie sie die Auswirkungen der Krise abfedern will. Tatsächlich liegt die Auslastung im Fernverkehr erst bei rund der Hälfte im Vergleich zum Vorjahr, etwas höher ist sie im Regionalverkehr. Immerhin: «Beim Ausflugsverkehr und beim Ortsverkehr spüren wir wieder einen Anstieg der Passagierzahlen», sagt Guillelmon.

Wie gross ist das Loch, das die Coronakrise in die Kassen der Branche reisst?

In den vergangenen drei Monaten büssten Verkehrsbetriebe wie die SBB oder Postauto fast zwei Drittel ihrer Umsätze ein - während ihre Kosten praktisch gleich blieben. Der Verkauf von Einzelbilletten brach zeitweise komplett ein. Derzeit liegt er noch immer gut 60 Prozent unter dem Vorjahresniveau.

Noch wichtiger sind für die Branche die Abos, mit denen die Mehrheit der Einnahmen generiert wird. Da dürften sich die Ausfälle erst später auswirken. Wie viele Pendler werden ihr Generalabo (GA) oder ihr Halbtax erneuern? Die Branchenorganisation spricht von einer «rückläufigen Tendenz», gibt sich aber einigermassen optimistisch. Sie geht davon aus, dass die Zahl der GA bis Ende Jahr um rund sechs Prozent und die Zahl der Halbtax-Abos um rund ein Prozent zurückgehen wird. Zu den einträglicheren Verbund- und Streckenabos gibt es keine Schätzungen.

Summa Summarum rechnet die Branche mit einem Rückgang der Gesamteinnahmen von 25 bis 30 Prozent im Jahr 2020. Aufgerechnet entgehen dem öffentlichen Verkehr damit also Einnahmen von über 1.5 Milliarden Franken.

Wird sich die Nachfrage erholen? Steigen die Passagierzahlen also bald wieder an?

Verbandschef Guillelmon ist da wenig zuversichtlich: «Die Nachfrage wird sich in diesem Jahr höchstwahrscheinlich nicht vollständig erholen.» Dies dürfte wenn schon gegen Ende 2021 der Fall sein. Genaue Prognosen will er noch nicht abgeben.

Es geht auch um Fragen des Vertrauens und um die Organisation der Arbeitswelt. Wie können die Leute wieder für Bahn und Bus begeistert werden? Und was, wenn viele Arbeitnehmer lieber im Homeoffice bleiben? Weil der öffentliche Verkehr manchen als Virenschleuder gilt, verweist die Branche derzeit in gross angelegten Kampagnen darauf, wie sauber die Verkehrsmittel sind, wie das Reisen dank Schutzkonzepten sicher ist und wie sich Stosszeiten umgehen lassen. Masken werden empfohlen, eine Pflicht will die Branche weiterhin nicht. Man werde diese aber umsetzen, sollte sie doch noch eingeführt werden, betont Guillelmon.

Du denkst, dass die Leute in deinem Zug komisch sind?

Falls du mal wieder das Gefühl hast, im Zug von komischen Menschen umgeben zu sein: Anderswo sieht es gaaaaanz anders aus. Bild: Instagram
Denn es gibt Dinge, die müssen in den ÖV fertig gemacht werden. Etwa schlafen ... Bild: Instagram
... toasten ... Bild: Instagram
... oder essen ... Bild: imgur
... gesund essen ... Bild: Instagram
... ausgiebig essen ... Bild: imgur
... oder aber auch Zähneputzen ... Bild: Instagram
... Fussnägel schneiden ... Bild: Instagram
... noch dieses eine Level fertig gamen ... Bild: Instagram
... und zwar so richtig! Bild: Instagram
Hat man alles erledigt, ist es natürlich schöner, einen Begleiter zu haben. Zum Beispiel einen Hamster mit Zauberhut an der Leine ... Bild: Instagram
... einen Papagei ... Bild: Instagram
... oder jemand/etwas, das einen versteht ... Bild: Instagram
... und hübsch aussieht ... Bild: Instagram
... oder das Gefühl gibt, gebraucht zu werden ... Bild: Instagram
... auch wenn niemand davon wissen darf. Bild: imgur
WTF? Bild: imgur
Und dann gibt es die Momente, die jeder kennt. Der Moment, wenn du nach einer Party das Leergut mit den ÖV entsorgen musst. Bild: Instagram
Der Moment, wenn du aus dem Gym kommst und merkst, dass du die eine Übung vergessen hast. Bild: Instagram
Der Moment, wenn du für Hotdogs in die IKEA gehst und die Matratzen plötzlich Aktion sind. Bild: Instagram
Der Moment, wenn du mit den ÖV von den Ferien heimkommst. Bild: Instagram
Der Moment, wenn du dein Selbstportrait per ÖV nach Hause bringst. Bild: Instagram
... Bild: Instagram
Der Moment, wenn du Hunger hast und deshalb eine Packung Maizena verputzt. Bild: Instagram
Oder ein Glas Mayo. Bild: imgur
Der Moment, wenn du gekifft hast und nicht auffallen willst. Bild: Instagram
Der Moment, wenn es Zeit für die Siesta ist. Bild: imgur
Der Moment, wenn du dich fragst, wie Menschen eigentlich auf dem Kopf aussehen würden. Bild: imgur
Der Moment, wenn du keinen Parkplatz findest und deshalb die ÖV nimmst. Bild: imgur
Der Moment, wenn du dich fragst, ob du wohl ein Brett auf dem Kopf balancieren kannst. Bild: imgur
Der Moment, wenn dich alle nerven und du deshalb deinen Platz einforderst. Bild: Instagram
Der Moment, wenn du so heiss auf das Olympia-Gold bist, dass du nicht mehr warten kannst. Bild: Instagram
Der Moment, wenn du neue Kleider kaufst und du dir deshalb nur noch die ÖV leisten kannst. Bild: imgur
Der Moment, wenn du deine verwurstelten Kopfhörer aus dem Hosensack nimmst und dich spontan dazu entschliesst, dies mit deinen Beinen nachzustellen. Bild: Instagram
Der Moment, wenn du mit niemandem reden willst ... Bild: twitter
... und dich deshalb tarnst. Bild: imgur
Der Moment, wenn dein Kind fragt, ob es das zum Spielen mitnehmen darf, du nicht schaust und einfach Ja sagst. Bild: Instagram
Der Moment, in dem du dich entschliesst, ein Fuchs zu sein. Bild: imgur
Der Moment, wenn die Frisur nicht sitzt, aber all deine Caps in der Wäsche sind. Bild: Instagram
Oder einfach der Moment, wenn du findest, dass ein mit Stacheldraht umwickelter Baseballschläger das ideale Reise-Accessoir ist. Bild: Instagram
Dann gibt es in den ÖV auch paranormale Phänomene. Zum Beispiel wenn du deinen Doppelgänger triffst. Bild: Instagram
Und diesen magischen Moment auch noch verschläfst. Genau wie dein Doppelgänger auch. Bild: imgur
Oder wenn du in der Zeit vorwärts reist und auf den Barack Obama im Jahr 2037 triffst. Bild: imgur
Oder du dich plötzlich in einem Film befindest, in dem George Clooney gerade seinen Verfolgern entwischt. In der Metro von Teheran. Bild: Instagram
Oder du ganz einfach Kim Jong Un erwischst. Bild: imgur
Manchmal muss man sich einfach selbst zu helfen wissen. Bild: imgur
Und weil der Empfang in den ÖV oft schlecht ist, werden auch gerne mal Facebook-Posts samt Kommentaren ausgedruckt. Denn wie wir bei watson wissen: In den Kommentaren geht's ab! Bild: twitter
Wenn der Montagmorgen ein Engel wäre. Bild: imgur
Generell kommt es vor, dass man in den ÖV auf Verkleidete trifft. Hier das praktische Slenderman-Kostüm. Ideal in der Höhe. Bild: imgur
Oder dann an einen Mythos angelehnt. Ein Reisekostüm erster Güte. Bild: imgur
So zerstört man Kindheitserinnerungen an Pikachu. Bild: imgur
Voll gemütlich mit diesem Kollegen in den ÖV. Bild: imgur
Was auch immer das ist. Perfekt für eine Reise in den ÖV. Bild: twitter
Doch der Gewinner der inoffiziellen ÖV-Kostüm-Meisterschaft: das hier. Bild: Instagram

Werden wegen der Einbussen nun die Billette teurer?

Nein. Trotz Ertragseinbussen und düsteren Aussichten verzichte man 2021 auf Preiserhöhungen bei den Billetten, verkündet die Alliance Swisspass stolz. Gleichzeitig reagiert die Branche mit einigen Anpassungen beim Sortiment und den Entschädigungen (siehe Text unten). Damit wolle man die Attraktivität von Bahn und Bus erhöhen, gerade in diesen schwierigen Zeiten.

Allerdings: Dass die Billettpreise zumindest vorerst nicht erhöht werden, war schon länger absehbar. Ab 2021 gelten nämlich günstigere Tarife für Bahntrassen. Konsumentenschützer forderten deswegen ursprünglich gar, dass diese den Kunden in Form günstigerer Preise weitergegeben werden.

Und wo holen sich die Verkehrsbetriebe dann das Geld, das sie dringend benötigen?

In die Bresche springen sollen nicht in erster Linie die Passagiere, sondern der Staat - das heisst: die Steuerzahler. Die öffentliche Hand müsse eine Lösung suchen, sagt Guillelmon. Schliesslich habe man trotz Nachfragerückgang stets ein Grundangebot aufrechterhalten müssen. Auch das Parlament verlangt, dass der Bundesrat sich vor der Sommerpause des Themas annimmt. Gestern war das Geschäft in der Regierung noch nicht traktandiert.

Knifflig gestalten dürfte sich die Lösungssuche etwa beim Fernverkehr, der im Gegensatz zum Regionalverkehr eigentlich ohne Subventionen auskommen muss. Umstritten ist der Verteilschlüssel; die Frage also, in welchem Umfang sich Bund, Kantone und die betroffenen Unternehmen selbst jeweils beteiligen. Bürgerliche Politiker verweisen auf die Reserven der Betriebe und warnen vor «Schnellschuss-Subventionen». Erst Ende Jahr werde man den genauen Umfang der Defizite abschätzen können.

Warum schmälern die Verkehrsbetriebe dann ihre Ausfälle nicht wenigstens mit Kurzarbeitsgeldern?

Weil sie dies nicht dürfen. Zwar hatten auch viele Angestellten in den Verkehrsbetrieben zwischenzeitlich weniger zu tun, das ist unbestritten. Das Staatssekretariat für Wirtschaft vertritt aber im Gegensatz zum Bundesamt für Verkehr die Ansicht, dass kein Anspruch auf die Kurzarbeitsentschädigung bestehe, weil kein Betriebsrisiko vorhanden sei.

Seit gestern ist klar: Die Gesuche um Kurzarbeitsentschädigungen von SBB und Postauto wurden von den zuständigen kantonalen Stellen abgelehnt. Die Betriebe bestätigen einen entsprechenden Bericht von Radio SRF. Ob die Unternehmen gegen die Entscheide gerichtlich vorgehen, ist noch offen. Genaue Zahlen nennen sie auf Anfrage keine. Ein SBB-Sprecher betont aber: «Für alle Mitarbeitenden hat dies keine Auswirkungen, sie erhalten weiterhin den vollen Lohn.» Bewilligt wurde die Kurzarbeit immerhin für den Logistikbetrieb SBB Cargo. (bzbasel.ch)

Die kleinen Freuden des Pendelns – in 13 motivierenden Memes

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In unter 9 Stunden einen Bahnhof aus dem Boden stampfen

Video: SRF / Roberto Krone

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