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Unbefugte verschafften sich Zugang zu Anthropics Super-KI

Pages from the Anthropic website and the company's logos are displayed on a computer screen in New York on Thursday, Feb. 26, 2026. (AP Photo/Patrick Sison)
Anthropic
Wenige Unbefugte konnten angeblich Claude Mythos Preview bereits ausprobieren. (Symbolbild)Bild: keystone

Unbefugte verschafften sich laut Bericht Zugang zu Anthropics Hacker-KI

22.04.2026, 15:0923.04.2026, 06:21

Das neue KI-Modell der Firma Anthropic kann so gut Software-Schwachstellen finden, dass es als Cyberwaffe dienen könnte. Anthropic hält es geheim. Doch Neugierige verschafften sich angeblich Zugang.

Ein Medienbericht wirft Fragen zu den Sicherheitsvorkehrungen rund um das neue KI-Modell der Firma Anthropic auf, das extrem gut darin ist, Software-Schwachstellen zu finden. Einige wenige Unbefugte mit Kenntnis von Anthropic-Systemen hätten sich Zugang zu dem Modell mit dem Namen «Claude Mythos Preview» verschafft, berichtete der Finanzdienst Bloomberg. Von Anthropic hiess es, man prüfe den Bericht.

Mythos gelang es laut Anthropic, zum Teil über Jahrzehnte unentdeckt gebliebene Sicherheitslücken in verschiedener Software zu finden. In den falschen Händen könnte das KI-Modell deshalb zur Entwicklung gefährlicher Cyberwaffen führen. Anthropic hat keine Pläne, Mythos zu veröffentlichen – und gewährt bisher Zugang für ausgewählte Unternehmen und Organisationen, damit sie Schwachstellen in ihrer Software schliessen können. So gaben die Entwickler des Web-Browsers Firefox gerade erst bekannt, dass sie mit Mythos 271 Lücken schliessen konnten.

Bloomberg zufolge war unter den unbefugten Nutzern ein Mitarbeiter eines externen Dienstleisters von Anthropic mit Zugang zu Systemen der KI-Firma. Geholfen habe den Nutzern auch Wissen darüber, wie Anthropic vorherige Modelle gespeichert habe. Das Unternehmen teilte Bloomberg mit, man habe bisher keine Hinweise darauf, dass es Zugang zu dem Modell abseits der Systeme des Dienstleisters gegeben habe.

Warnung vor Risiken

Der deutsche Bundesbank-Präsident Joachim Nagel hatte erst am Dienstag vor erheblichen Risiken durch den Einsatz von KI für den Finanzsektor gewarnt. Er verwies in einer Rede in Rom darauf, dass damit neue und komplexe Cyberrisiken einhergingen, da autonome KI-Agenten schädliches Verhalten an den Tag legen könnten.

Deutsche Bundesbank President Dr. Joachim Nagel speaks to the media at the G7 Finance Ministers meeting in Banff, Alberta, Canada, Thursday, May 22, 2025. (Jeff McIntosh/The Canadian Press via AP)
Joa ...
Der deutsche Bundesbank Präsident: Joachim Nagel.Bild: keystone

«Die frühzeitige Erkennung und Eindämmung solcher Risiken ist für die Finanzstabilität von entscheidender Bedeutung, wie die aktuelle Diskussion um Mythos von Anthropic deutlich macht», sagte Nagel. «Mythos ist ein KI-Modell, das offenbar in der Lage ist, Sicherheitslücken in der Software von Finanzinstituten schnell zu identifizieren und auszunutzen.»

Dieses KI-Modell scheine jedoch ein zweischneidiges Schwert zu sein, da es nicht nur zur Verbesserung digitaler Sicherheitssysteme, sondern auch zur Ausnutzung ihrer Schwachstellen für böswillige Zwecke genutzt werden könne. «Wir müssen den Missbrauch dieser Technologie verhindern.» Zugleich müssten alle relevanten Institutionen Zugang zu der Technologie haben, um Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden.

(nil/sda/dpa)

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16 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Mandalayon
22.04.2026 17:12registriert Februar 2018
KI-Modell, dass Schwachstellen findet, wird Opfer von Schwachstellen. Schon ein bisschen ironisch.
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