Ronnie O'Sullivan hätte nicht erwartet, mit 44 Jahren noch an der Weltspitze zu sein.
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«Die Jungen sind so schlecht» – Ronnie O'Sullivan mit dem wohl besten Interview des Jahres
Auch an der diesjährigen Snooker-WM spielt Legende Ronnie O'Sullivan wieder um den Titel. Der 44-Jährige steht im Viertelfinale, wo er auf den Waliser Mark Williams trifft – auf einen Spieler also, der noch ein Jahr älter ist als er selbst.
Dass die beiden auch 2020 noch mit der Weltspitze mithalten können, hätte O'Sullivan vor ein paar Jahren nicht erwartet, wie er im Interview mit der BBC zu Protokoll gab. Dafür, dass es nun doch so weit gekommen sei, gebe es aber eine einfache Erklärung, sagt der Engländer: Die neue Generation sei einfach zu schwach.
So ging O'Sullivan mit dem Snooker-Nachwuchs hart ins Gericht. «Die jüngeren Spieler, die da nachkommen, sind schon nicht so gut. Sie würden vielleicht als Amateure gut aussehen. Oder nicht mal als Amateure. Viele von ihnen sind so schlecht!»
Es bräuchte wohl viel, dass er selbst nicht mehr mit ihnen mithalten könnte, scherzte O'Sullivan dann weiter. «Ich müsste wohl einen Arm und ein Bein verlieren, damit ich aus den Top 50 falle. Nur deshalb sind wir wohl noch so gut dabei», erklärte der fünffache Weltmeister.
2001 wurde Ronnie O'Sullivan erstmals Snooker-Weltmeister.
Bild: Getty Images Europe
Tatsächlich zeigt sich auch an dieser WM, dass die Spieler über 30 klar im Vorteil sind. Von den acht verbliebenen Kandidaten sind nur gerade zwei jünger als 30 – Anthony McGill ist 29, Kyren Wilson 28. (dab)
«Ewig» erfolgreiche Einzelsportler
Mark Williams ist zum dritten Mal Snooker-Weltmeister geworden – 18 Jahre nach dem ersten Mal. Wer über eine so lange Zeitspanne ganz vorne ist, der muss ein Ausnahmeathlet sein. So wie diese Einzelsportler: EPA/EPA / SEAN DEMPSEY
Mark Williams (Wales), Snooker: Wurde 2018 zum dritten Mal nach 2000 und 2003 Snooker-Weltmeister. AP/PA / Richard Sellers
Roger Federer (Schweiz), Tennis: Gewann sein erstes Grand-Slam-Turnier 2003, sein 20. und bislang letztes 2018, also 15 Jahre später. EPA AAP / LUKAS COCH
Ole Einar Björndalen (Norwegen), Biathlon: Zwischen erstem und letztem Weltcupsieg liegen 19 Jahre, zwischen erstem und letztem WM-Titel 18 Jahre und zwischen erstem und letztem Olympiasieg 16 Jahre. EPA/EPA / KERSTIN JOENSSON
Noriaki Kasai (Japan), Skispringen: Zwischen seinem ersten Weltcupsieg 1992 und seinem bislang letzten 2014 liegen 22 Jahre. EPA/EPA / ANTONIO BAT
Björn Dunkerbeck (Dänemark), Windsurfen: Wurde zwischen 1988 und 2016 in 28 Jahren insgesamt 42x Weltmeister in verschiedenen Kategorien. KEYSTONE / ARNO BALZARINI
Phil «The Power» Taylor (England), Darts: Wurde zwischen 1990 und 2013 in 23 Jahren 16x Weltmeister. EPA/EPA / SEAN DEMPSEY
Jack Nicklaus (USA), Golf: Gewann zwischen 1962 und 1986 in 24 Jahren insgesamt 18 Major-Turniere. AP/AP / PHIL SANDLIN
«Big» George Foreman (USA), Boxen: Wurde 1973 Schwergewichts-Weltmeister und holte 1994, also 21 Jahre später, noch einmal einen Gürtel. AP/Houston Chronicle / Brett Coomer
Marit Björgen (Norwegen), Langlauf: Zwischen der ersten Olympiamedaille 2002 und der letzten 2018 liegen 16 Jahre. AP/AP / Natacha Pisarenko
Jeannie Longo (Frankreich), Rad: Zwischen ihrem ersten Weltmeistertitel 1985 und dem letzten 2001 liegen 16 Jahre. AP / LIONEL CIRONNEAU
Claudia Pechstein (Deutschland), Eisschnelllauf: Gewann 1996 ihre erste WM-Medaille, 21 Jahre später, im Jahr 2017, ihre bislang letzte. AP/AP / Petr David Josek
Sergej Bubka (Ukraine), Stabhochsprung: Wurde 1983 erstmals Weltmeister, 14 Jahre später 1997 letztmals und zum sechsten Mal in Folge. AP/AP / Rusty Kennedy
Oksana Tschussowitina (Usbekistan), Turnen: Zwischen ihrer ersten WM-Medaille 1991 und ihrer letzten 2011 liegen 20 Jahre. EPA/EPA / TATYANA ZENKOVICH
Karl Meli (Schweiz), Schwingen: Der zweifache König holte zwischen 1956 und 1977 in 21 Jahren neun Eidgenössische Kränze. KEYSTONE / STR
Birgit Fischer (Deutschland), Kanu: Wurde zwischen 1980 und 2004 in 24 Jahren acht Mal Olympiasiegerin. AP / MARK J. TERRILL
Georg Hackl (Deutschland), Rodeln: Der dreifache Olympiasieger holte während 18 Jahren, zwischen 1987 und 2005, 22 WM-Medaillen. EPA/EPA / Jens Buettner
Wir löchern unsere Skiprofis
Video: watson / Angelina Graf
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