Schweiz
Gesellschaft & Politik

Sperisen rekurriert gegen Urteil

Ex-Polizeichef von Guatemala

Sperisen rekurriert gegen Urteil

11.06.2014, 16:1511.06.2014, 16:15
Bild
Bild: AP

Erwin Sperisen wird gegen das Urteil des Genfer Strafgerichts rekurrieren, wie seine Anwälte am Mittwoch mitteilten. Der Ex-Polizeichef von Guatemala war am 6. Juni wegen der Ermordung von Gefangenen mitschuldig gesprochen und zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

Das willkürliches Urteil verletzte die Rechte der Verteidigung, heisst es im Communiqué der Anwälte Sperisens. Eine Mehrheit der Zeugen anhand deren Aussagen das Urteil gefällt worden sei, seien Kriminelle aus Guatemala.

Die Zeugen seien weder vom Gericht noch von der Verteidigung befragt worden, das sei ein Verstoss gegen die Europäische Menschenrechtskonvention. Die Verteidigung hatte vor Genfer Strafgericht beteuert, dass die Zeugen lügen würden.

Der schweizerisch-guatemaltekische Doppelbürger Sperisen soll laut dem Urteil im September 2006 bei der Erstürmung des Gefängnisses Pavon einen Häftling eigenhändig ermordet haben und in sechs weiteren Fällen als Mittäter agiert haben.

Sein Motiv wurde von den Richtern als "egoistisch" und "aussergewöhnlich niederträchtig" beurteilt, genauso wie sein ganzes Handeln, wie das Urteil festhält. Die sieben Häftlinge seien Opfer aussergerichtlicher Hinrichtungen geworden, befand das Gericht. Es stützte sich dabei auf zahlreiche Zeugen, die es als glaubwürdig einstufte. (aeg/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Militär fordert Geld für Lastwagenprüfung von Zivildienstlern zurück
Motorfahrer erhalten von der Armee eine Ausbildung bezahlt, von der sie im zivilen Leben profitieren. Neu müssen sie in die eigene Tasche greifen, wenn sie ihren Militärdienst nicht zu Ende leisten.
Sie transportieren Mannschaft, Waffen oder Munition: die Motorfahrer der Schweizer Armee. Rund 1300 von ihnen benötigt die Armee jährlich. Es ist eine beliebte Ausbildung: 2024 absolvierten 334 Personen im Alter von 18 und 19 Jahren den vordienstlichen Jungmotorfahrerkurs.
Zur Story