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Maskottchen Cooly in Lausanne: Darf die Kuh im Mai tanzen? Bild: KEYSTONE

Bei Absage der Eishockey-WM erhalten Ticketbesitzer ihr Geld zurück

Ob die Eishockey-WM stattfinden wird, werden wir am 15. April wissen. Eine gute Nachricht gibt es jetzt schon: Sollte die WM abgesagt werden, bekommen alle, die schon ein Ticket gekauft haben, ihr Geld zurück.

Publiziert: 10.03.20, 20:03 Aktualisiert: 10.03.20, 22:05

Beginnt die Eishockey-WM in Zürich und Lausanne wie geplant am 8. Mai? IIHF-Präsident René Fasel sagt, der Entscheid werde spätestens in einem Monat fallen. «Wenn wir am 15. April von allen Behörden grünes Licht haben, wird die WM durchgeführt.»

Dieses grüne Licht müssen die Behörden auf den drei Ebenen Bund, Kanton und Gemeinde geben. Steht am 15. April eine dieser drei Ampeln auf rot, kann die WM nicht durchgeführt werden. Fasel hält fest: «Wir setzen alles daran, dass die WM stattfindet.» Das bedeutet juristisch: Der internationale Verband (IIHF) wird die Titelkämpfe nicht absagen. Die Behörden entscheiden, ob die WM durchgeführt werden darf oder nicht.

Das ist juristisch wichtig: Behördliche Anordnungen sind höhere Gewalt und dann werden die entsprechenden Versicherungsleistungen fällig. Sagt der internationale Eishockey-Verband die WM ab, zahlt keine Versicherung.

Verlust der Organisatoren ist gedeckt

Viele haben bereits Tickets für WM-Spiele gekauft. René Fasel hat für diese Fans eine gute Nachricht: «Wird die WM nicht durchgeführt, dann gibt es das Geld zurück.» Dies ist auch deshalb möglich, weil der Veranstalter entsprechend versichert ist. Die Organisatoren haben bereits im Vorverkauf ein Drittel der budgetierten Ticketeinnahmen realisiert, einzelne Spiele wie die Eröffnungspartie SchweizRussland am 8. Mai und Schweiz – Finnland am 11. Mai im Zürcher Hallenstadion sind bereits ausverkauft. Bei der Rückerstattung gibt es im Falle eines Falles alles Geld minus eine kleine Bearbeitungsgebührt zurück.

Die WM wird von einer eigens für diesen Zweck gegründeten Aktiengesellschaft durchgeführt, an der die Vermarktungsagentur Infront und der Verband Swiss Ice Hockey beteiligt sind. Verlust wird diese Firma dank der entsprechenden Versicherung nicht einfahren. Aber im Falle einer Absage auch keinen Gewinn. IIHF-Präsident Fasel sagt: «Es geht bei der Versicherung darum, dass die Kosten gedeckt sind.» Den Gewinn könne man nicht versichern.

Nationaltrainer Patrick Fischer und seine Spieler hoffen wohl darauf, dass gespielt werden kann. Bild: KEYSTONE

Wenn nicht 2020, dann halt 2021?

Swiss Ice Hockey hat bei dieser WM einen garantierten Gewinn von rund 1,5 Millionen. Fällt die WM aus, fliesst dieses Geld nicht in die Verbandkasse. Offen ist, ob die WM im Falle einer Absage in einem Jahr in Zürich und Lausanne durchgeführt wird. René Fasel sagt: «Das wird der Kongress entscheiden müssen.» Also die Vollversammlung der Vertreter aller Mitgliederländer.

Tendenz: Pech für die Schweiz, die nächsten WM-Turniere werden wie vergeben durchgeführt: 2021 in Minsk und Riga, 2022 in Tampere und Helsinki, 2023 in St.Petersburg, 2024 in Prag und Ostrava und 2025 in noch zu bestimmenden Städten in Schweden und Dänemark.

Wenn die WM durchgeführt wird, bleiben einige Fragen noch offen. Was passiert beispielsweise, wenn ein Spieler oder einer der Coaches oder Betreuer während des Turniers den Coronavirus erwischt? Wird dann die ganze Mannschaft oder nur der Betroffene aus dem Turnier genommen?

Fasel sagt: «Das wissen wir noch nicht und werden wir nur in Zusammenarbeit mit den Behörden entscheiden können.» In diesem Zusammenhang verfolge man aufmerksam, welche Erfahrungen im Rahmen der Schweizer Meisterschaft gemacht werden. So die denn fortgesetzt werden kann. Und was ist, wenn eine Mannschaft – etwa Italien – nicht anreisen kann? Auch das ist gemäss René Fasel noch nicht entschieden.

Coronavirus: Was du wissen musst

Das neue Coronavirus Sars-CoV-2 geht um die Welt. Was du darüber wissen musst. AP / Zoltan Balogh
Sars-CoV-2 gehört zur gleichen Erregergruppe wie das Sars- und Mers-Virus. EPA / CENTERS FOR DISEASE CONTROL AND
Das neue Virus ist zwar deutlich ansteckender, die Sterberate ist jedoch deutlich tiefer als bei Sars und Mers. EPA / NIAID- RML/NATIONAL INSTITUTES O
Ende 2019 waren vier Fälle bekannt, am 1. März waren es weltweit rund 90'000. EPA / MARK R. CRISTINO
Das erste Opfer in Europa starb am 21. Februar in Norditalien. EPA / JAN HETFLEISCH
Das grösste Risiko, an Covid-19 – so heisst die durch Sars-CoV-2 ausgelöste Lungenkrankheit – zu sterben, haben Menschen über 80 Jahre. Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO liegt die Mortalitätsrate in dieser Altersgruppe bei 14,8 Prozent. EPA / JEROME FAVRE
Patienten mit Herzkrankheiten sind besonders gefährdet, vor den Diabetikern und Personen mit Atemwegserkrankungen und hohem Blutdruck. EPA / TOLGA BOZOGLU
Anzeichen für eine Infektion sind gemäss WHO grippeähnliche Symptome, Atembeschwerden, Atemlosigkeit, Fieber und Husten. AP
Vier von fünf der von der Krankheit betroffenen Patienten leiden an einer gutartigen Ausprägung, wie eine chinesische Studie an 72'000 Personen zeigte. AP / Kerstin Joensson
In schweren Fällen kann das Virus zu Lungenentzündungen, akuten Atembeschwerden, Nierenversagen oder zum Tod führen. EPA / Tamas Soki
Zur Vorbeugung wird empfohlen, Abstand zu seinen Mitmenschen zu halten, sich regelmässig die Hände zu waschen, Mund und Nase zu bedecken, wenn man hustet und niest, respektive in die Ellenbeuge zu husten und zu niesen. EPA / MOURAD BALTI TOUATI
Einen Impfstoff gegen Sars-CoV-2 gibt es noch nicht. Und das dürfte auch noch dauern. Für das Mers-Virus, das 2012 auf der Arabischen Halbinsel entdeckt wurde und das auch zu den Coronaviren gehört, wird ein Impfstoff erst seit 2018 klinisch geprüft. EPA / NICOLA FOSSELLA
Das neue Coronavirus Sars-CoV-2 wird nach WHO-Daten von einem Infizierten im Mittel an zwei bis zweieinhalb weitere Menschen weitergegeben – und damit an mehr als bei einer Grippe (Influenza). Hier ist die Datenlage aber noch unsicher. AP / Piero Cruciatti

Session trotz Coronavirus weitergeführt

Video: SRF / SDA SRF

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