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Captain Reus küsst den Pokal, der Rest feiert tüchtig mit. Bild: keystone

Der BVB tanzt auf dem Rasenball mit Leipzig und gewinnt den DFB-Pokal

Publiziert: 13.05.21, 22:50 Aktualisiert: 14.05.21, 08:35

Borussia Dortmund ist erstmals seit 2017 und zum fünften Mal in der Vereinsgeschichte deutscher Pokalsieger. Als leichte Aussenseiter siegten die Dortmunder im Final in Berlin gegen RB Leipzig 4:1.

Zwei herausragende Aktionen zweier herausragender Individualisten lenkten den Final im DFB-Pokal schon in der ersten halben Stunde in seine Bahnen. Nach fünf Minuten Jadon Sancho und nach 28 Minuten Erling Haaland verschafften sich mit Täuschungen und Haken im Strafraum Schussmöglichkeiten, die sie mit platzierten Schlenzern nutzten. Haaland zeigte sogar eine Mischung aus Schlenzer und Chip, weil er die Aktion aus dem Stand abschliessen musste.

0:1 BVB: Jadon Sancho (5.). Video: streamable

0:2 BVB: Erling Haaland (28.). Video: streamable

Abermals Sancho schloss in der Nachspielzeit der ersten Hälfte einen Konter gegen die ausgespielte Leipziger Defensive zum 3:0 ab.

0:3 BVB: Jadon Sancho (45.+1). Video: streamable

Leipzig kämpfte vergeblich

Der Cupsieg war auch eine Genugtuung für Roman Bürki, der seinen Status des Stammgoalies nach seiner Verletzung im letzten Januar an Marwin Hitz verloren hatte. Der Münsinger wurde in der ersten Halbzeit nie auf die Probe gestellt, nachher jedoch umso mehr. Er blieb fehlerlos. Gegen Dani Olmos Schlenzschuss von der Strafraumgrenze nach 71 Minuten zum 1:3 konnte er nichts ausrichten.

1:3 Leipzig: Dani Olmo (71.). Video: streamable

Im Duell in der Bundesliga vom letzten Samstag hatte Dortmund daheim gegen Leipzig einen 2:0-Vorsprung aus der Hand gegeben und danach trotzdem noch 3:2 gewonnen. Eine ähnliche Aufholjagd hätte den Ostdeutschen auch diesmal gelingen können, denn sie dominierten nach der Pause klar und kamen zu einer Reihe sehr guter Chancen.

Auf der andern Seite hätten die Dortmunder früher alles klarmachen können. So Sancho, der in der 82. Minute Torhüter Peter Gulacsi ausspielte, sich dann aber den Ball doch noch von Gulacsi vom Fuss schlagen liess. Wenig später traf Haaland mit einem abgefälschten Weitschuss zum zweiten Mal.

1:4 BVB: Erling Haaland (88.). Video: streamable

Obwohl jetzt schon länger dem deutschen und dem internationalen Spitzenfussball angehörend, muss RB Leipzig auch nach dieser Saison auf seinen ersten Titelgewinn warten. Trainer Julian Nagelsmann dürfte bei seinem künftigen Arbeitgeber Bayern München auf mehr persönlichen Erfolg hoffen können.

Leipzig - Borussia Dortmund 1:4 (0:3)
Berlin. - SR Brych.
Tore: 5. Sancho 0:1. 28. Haaland 0:2. 45. Sancho 0:3. 71. Olmo 1:3. 87. Haaland 1:4.
Leipzig: Gulacsi; Klostermann, Upamecano, Halstenberg; Kampl (62. Forsberg); Mukiele (62. Laimer), Olmo, Haidara (70. Henrichs), Sabitzer; Sörloth (46. Poulsen), Hwang (46. Nkunku).
Dortmund: Bürki; Piszczek, Akanji, Hummels, Guerreiro; Bellingham (46. Hazard), Can; Reus (92. Brandt), Dahoud (74. Delaney), Sancho (89. Meunier); Haaland (91. Reyna).
Bemerkungen: Leipzig ohne Angeliño, Adams, Szoboszlai und Samardzic (alle verletzt). Dortmund ohne Hitz, Witsel, Zagadou, Moukoko, Morey und Schmelzer (alle verletzt). 46. Lattentreffer Nkunku. (ram/sda)

Die grössten Sensationen im DFB-Pokal

Saison 2020/21: Viertligist Rot-Weiss Essen düpiert im Achtelfinal Bayer Leverkusen. Der ehemalige Bundesligist schlägt den haushohen Favoriten mit 2:1 nach Verlängerung. keystone / Martin Meissner
Saison 2020/21: Zweitligist Holstein Kiel wirft den amtierenden Triple-Sieger Bayern München in der 2. Runde raus. Der Ausgleich zum 2:2 fällt in der 95. Spielminute, am Ende gewinnt Kiel nach 12 geschossenen Penaltys im Elfmeterschiessen. keystone / Christian Charisius
Saison 2019/20: Regionalligist Saarbrücken wirft den 1. FC Köln in der 2. Runde mit 3:2 aus dem Wettbewerb, obwohl man eine 2:0-Führung verspielt. Im Viertelfinal werfen die Saarländer Fortuna Düsseldorf raus und ziehen als erster Viertligist in der Geschichte des DFB-Pokals in die Halbfinals ein. Dort ist gegen Leverkusen Schluss.
Saison 2018/19: Der viertklassige SSV Ulm 1846 wirft mit Eintracht Frankfurt niemand geringeres als den Titelverteidiger aus dem Bewerb. Die Ulmer siegen 2:1. EPA/EPA / DANIEL MAURER
Saison 2016/17: Bayer Leverkusen blamiert sich in der 2. Runde gegen die Sportfreunde Lotte. Trotz zweimaliger Führung und 52 Minuten in Überzahl verliert der Champions-League-Teilnehmer im Elfmeterschiessen. Die Sportfreunde sorgen bereits in der 1. Runde für eine Sensation – gegen Werder Bremen gewinnen sie 2:1. EPA/dpa / Guido Kirchner
Saison 2014/15: Drittligist Arminia Bielefeld schaltet nacheinander die Bundesligisten Hertha BSC (4:2 im Elfmeterschiessen), Werder Bremen (3:1) und Borussia Mönchengladbach (5:4 im Elfmeterschiessen) aus und zieht in den Halbfinal ein. X00970 / INA FASSBENDER
Saison 2012/13: Der Viertligist Berliner AK düpiert den Europacup-Anwärter 1899 Hoffenheim in der 1. Runde 4:0. Torhüter Tim Wiese und Trainer Markus Babbel sind bedient.
Saison 2011/2012: RB Leipzig ist damals noch Viertligist und wirft in der 1. Runde den VfL Wolfsburg raus. AP dapd / NORMAN REMBARZ
Saison 2009/10: Als Bundesliga-Spitzenreiter reist der Hamburger SV zu Drittligist VfL Osnabrück und scheitert im Elfmeterschiessen. Im Achtelfinal geht das Märchen der Lila-Weissen weiter: Mit 3:2 wird auch Borussia Dortmund eliminiert. AP / Axel Heimken
Saison 2006/07: Regionalligist FK Pirmasens bodigt in der 1. Runde den amtierenden Vizemeister Werder Bremen mit 4:2 im Elfmeterschiessen.
Saison 2001/02: Der 1. FC Nürnberg unterliegt dem SSV Ulm in der 1. Runde mit 1:2 – bis heute die einzige Niederlage eines Erst- bei einem Fünftligisten.
Saison 2000/01: Die letzte Niederlage von Bayern München gegen einen Unterklassigen: In der 2. Runde scheitert der spätere Champions-League-Sieger am Viertligisten 1. FC Magdeburg. AP / ROBERTO PFEIL
Saison 2000/2001: Die Amateure des VfB Stuttgart (3. Liga) schlagen Eintracht Frankfurt in der 1. Runde gleich mit 6:1. In der 2. Runde treffen sie auf das eigene Profiteam und verlieren 0:3. Danach wird das Regelwerk angepasst, so dass interne Klub-Duelle nicht mehr möglich sind.
Saison 1997/98: Drittligist Eintracht Trier schafft das scheinbar Unmögliche und wirft in der 2. Runde UEFA-Cup-Sieger Schalke raus. Im Achtelfinal muss mit Borussia Dortmund der Champions-League-Sieger daran glauben. AXEL SEIDEMANN
Saison 1995/96: Rolf Fringer und sein VfB Stuttgart mit dem magischen Dreieck Krassimir Balakow, Fredi Bobic und Giovane Elber verliert gegen Regionalligist SV Sandhausen das längste Elfmeterschiessen der DFB-Pokal-Geschichte mit 12:13.
Saison 1994/95: Das Waterloo von Bayern München! In der 1. Runde verlieren die Superstars von Trainer Giovanni Trapattoni gegen Regionalligist Vestenbergsgreuth mit 0:1.
Saison 1992/93: Die Amateur-Mannschaft von Hertha BSC sorgt für Furore. Erst im Final verlieren die «Hertha-Bubis» gegen Bayer Leverkusen 0:1. Zuvor müssen Leipzig, Hannover, Nürnberg und der Chemnitzer FC dran glauben. Hertha BSC
Saison 1991/92: Als bisher einziger Zweitligist gewinnt Hannover 96 den DFB-Pokal. Im Final gewinnt man gegen Bundesligist Borussia Mönchengladbach mit 4:3 nach Elfmeterschiessen.
Saison 1990/91: Die erste Cup-Blamage der Bayern – 0:1 verlieren die von den Weltmeistern Jürgen Kohler und Klaus Augenthaler angeführten Münchner gegen den Drittligsiten FV 09 Weinheim.
Saison 1984/85: Den Hamburger SV erwischt es in der 1. Runde gegen den Drittligisten SC Geislingen. Es ist die erste Pokal-Sensation seit 10 Jahren.
Saison 1974/75: Die Mutter aller Pokalsensationen: Drittligist VfB Eppingen schlägt den damals noch grossen Hamburger SV in der 2. Runde sensationell mit 2:1.

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Video: SRF / Roberto Krone

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