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Selbst ein Geisterspiel gegen Frankfurt kam für die Basler Behörden nicht in Frage. Bild: KEYSTONE

Europa-League-Rückspiel des FCB gegen Frankfurt findet nicht statt

Publiziert: 09.03.20, 16:29 Aktualisiert: 09.03.20, 16:40

Das Rückspiel des Europa-League-Achtelfinals zwischen dem FC Basel und Eintracht Frankfurt kann nicht stattfinden. Die Kantonspolizei Basel-Stadt hat nach Rücksprache mit dem Kantonalen Krisenstab entschieden, die Partie vom am 19. März im Basler St.Jakob-Park nicht zu bewilligen. Grund für die behördliche Massnahme ist, die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen, sowie die Arbeitslast der Sanität Basel einzudämmen.

Wann die Partie nachgeholt wird, ist noch unklar. Das Hinspiel in Frankfurt vom kommenden Donnerstag soll bislang planmässig über die Bühne gehen. Noch offen ist, ob Zuschauer zugelassen sind oder nicht. Der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn hatte am Sonntag empfohlen, Grossveranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern nicht stattfinden zu lassen.

«So weh es dem Fussballer-Herz tut, wir stehen hinter dieser Entscheidung der Behörden und akzeptieren sie», erklärte FCB-CEO Roland Heri via Twitter. «Es geht im Moment nicht um den Sport, sondern um eine gesamtgesellschaftliche Situation. Wir werden im Hintergrund an einer Lösung arbeiten. Wir befinden uns in einer besonderen Situation und besondere Situationen erfordern eine besondere Dosis an Verständnis.»

Auch ein Spiel vor leeren Rängen kam für die Basler Kantonspolizei gemäss einem Communiqué nicht in Frage. Selbst bei einem «Geisterspiel» sei erfahrungsgemäss davon auszugehen, dass mehrere hundert Eintracht-Fans nach Basel reisen und sich während des Spiels vor dem Stadion versammeln würden. Die mit dem bundesrätlichen Verbot von Veranstaltungen mit über tausend Personen verbundene Absicht würde in diesem Fall unterlaufen, «was aus einer präventiven Sicht derzeit nicht zu verantworten ist».

Hinzu komme, dass die Sanität Basel derzeit an ihre Kapazitätsgrenzen stosse und das notwendige Dispositiv für einen solchen Grosseinsatz nicht garantieren könnte. (pre/sda)

Spiele in leeren Fussball- und Eishockey-Stadien

22. Mai 2019: Weil GC-Fans in Sion und Luzern einen Spielabbruch provozieren, muss GC das letzte Spiel in der Super League und auch die erste Partie in der Challenge League nach dem Abstieg vor leeren Rängen austragen. KEYSTONE / ENNIO LEANZA
8. März 2003: Nach Ausschreitungen dürfen keine Fans in die Muttenzerkurve. Der FC Basel schlägt Servette trotzdem 2:0. KEYSTONE / MARKUS STUECKLIN
3. November 2005: Ein Geisterspiel mit Basel, für das ausnahmsweise der Gegner verantwortlich ist. In Belgrad siegt der FCB bei Roter Stern mit 2:1. AP / DARKO VOJINOVIC
22. Juli 2006: Nach den schlimmen Ausschreitungen beim verlorenen Meisterschaftsfinal gegen Zürich bleibt das Basler Stadion komplett leer. Gegen Schaffhausen gewinnt der FCB mit 3:0. KEYSTONE / GEORGIOS KEFALAS
5. August 2006: Die zweite Partie ohne Zuschauer verliert Basel gegen GC mit 2:3. KEYSTONE / GEORGIOS KEFALAS
23. Juli 2008: Die Spieler des FC Zürich bedanken sich bei den Fans für die Unterstützung – von ausserhalb des Stadions, denn der Letzigrund ist gegen Luzern gesperrt. KEYSTONE / ALESSANDRO DELLA BELLA
3. August 2008: Auch gegen YB zeigen sich die FCZ-Anhänger kreativ und dank der Bauweise des Letzigrund gelingt es vielen, das Spiel von ausserhalb mitzuverfolgen. KEYSTONE / STEFFEN SCHMIDT
14. September 2008: Napoli-Torschütze Christian Maggio verneigt sich vor den nicht vorhandenen Fans im Serie-A-Geisterspiel gegen Fiorentina. EPA / CIRO FUSCO
7. September 2001: Geisterspiele gab es auch schon im Schweizer Eishockey. Beim Saisonauftakt zwischen dem HC Lugano und Rapperswil-Jona sind nach Ausschreitungen nach dem letzten Finalspiel der Vorsaison keine Fans erlaubt. KEYSTONE / KARL MATHIS

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